Nerdfunk 452: Darf man Mafia sagen?

Mit unseren Bitcoin-Investments sind wir noch nicht steinreich geworden. Darum wagen wir heute einen neuen Anlauf: Und zwar mit E-Commerce. Oder auf Nichtwichtigtuerisch: Mit einem Online-Shop. Was braucht es, um im Netz einen Laden zu eröffnen? Ist das inzwischen so einfach, wie ein Blog zu starten? Und wie wickelt man seine Zahlungen ab, wenn man nicht wie Matthias seinerzeit sich Barschecks zuschicken lassen will, die man für exorbitante Gebühren seinem Konto gutschreiben lässt?

Die Hauptsache, die man für einen Webshop braucht, ist natürlich ein Sortiment an verkäuflichen Produkten. Und da wir diesbezüglich nichts zu bieten haben, ist Daniel Frey im Studio. Er betreibt soulsofrock.com und sorgt dafür, dass die Rockerinnen und Rocker nicht nackt herumlaufen müssen.

Wir fragen: Was gibt es an Shop-Lösungen, wie setzt man sie auf und auf welchem Weg kommt man an sein Geld? Ab welchem Umsatz lohnt sich die Sache? Und stimmt Matthias’ Vermutung, dass es dann kompliziert wird, wenn Kreditkartenfirmen, Zahlungsabwickler und Unternehmen wie Paypal ins Spiel kommen, die alle gerne an den Umsätzen mitverdienen würden?

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Nerdfunk 451: Eine Lektion in Medienkompetenz

Im Internet kommt die Wahrheit ständig unter die Räder. Da gibt es Fakenews-Fabrikanten und nonstop lügende Wutbürger. Online bekommen wir es mit bösartigen Hetzern und sensationsgeilen Youtubern zu tun. Und mit Verschwörungstheoretikern, die mit kruden Behauptungen Gläubige und Anhängern rekrutieren. Es gibt die russischen Troll-Armeen, die öffentliche Meinungen umstossen und Wahlen zum Kippen bringen. Und in den sozialen Medien tummeln sich Propagandisten im Dienst des Staates und von skrupellosen Unternehmen.

Es ist ein offenes Geheimnis, welches Mittel gegen diese Missstände hilft. Es ist die Medienkompetenz – ein geistiges Instrumentarium, mit dem man unterscheiden kann, was man glauben darf und wo man kritisch sein sollte. Und weil wir immer wieder über diese Medienkompetenz gesprochen haben, wollen wir sie auch aktiv pflegen: In einem kleinen Crashkurs erklären wir, wie wir vertrauenswürdige von fragwürdigen Informationen unterscheiden – und welche technischen Mittel es gibt.

Natürlich: Medienkompetenz ist kein Allheilmittel und nutzlos, wenn Leute manipulieren, lügen und intrigieren wollen. Und man rennt ins Leere bei Leuten, die nur glauben wollen, was in ihr Weltbild passt. Doch da uns Nerds eben auch der naive Glaube an das Beweis- und Berechenbare auszeichnet, lassen wir uns davon nicht abschrecken – sondern rufen alle auf, sich unserem Kampf für den scharfen Blick, den kritischen Informationskonsum und den aufklärerischen Impetus anzuschliessen.

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Nerdfunk 450: Nid lafere, sondern liefere

Der Titel dieser Sendung soll uns auch heute wieder Befehl sein – wobei wir bekanntlich immer mal wieder durch Gehorsamsverweigerung auffallen. Nicht aus bösen Willen oder anarchistischen Impulsen heraus. Sondern weil wir den Hang haben, uns an Nichtigkeiten festzuquatschen.

Doch wir haben allen Grund, heute zügig zum Thema zu kommen. Der Rückstand bei den Kummerbox-Fragen wird nämlich grösser und die ungelösten Probleme drückender. Darum drücken wir heute den Turbo-Knopf und setzen alles daran, nicht nur die Inbox von Walter (siehe Fragenkatalog), sondern auch unsere eigene leerzubekommen…

Wir behandeln bei Kummerbox Live folgende Fragen: Walter möchte von den über 3000 Mails, die in seinem iPhone stecken, mindestens 2500 löschen. Hans hat Probleme mit dem Katalog in Photoshop Elements: Sind etwa alle Fotos weg? Bei Jürgs PC bleibt die Zeit stehen (wortwörtlich). Urs hat ein Problem mit seinen Lehrerkollegen: Die halten es für unmöglich, dass er mit WhatsApp mit seinen Schülern kommuniziert. Und Andreas hat Probleme mit seinem Samsung-Telefon, das ungefragt «wichtige» Meldungen pusht.

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Nerdfunk 449: Fette Bässe und warme Melodien

Drei Brüder im Geist haben zwei besondere Vorlieben: «fat basses and warm melodies». Was es damit auf sich hat, erkunden wir in dieser Sendung. Und da wir nicht plötzlich zu einer Musikshow mutieren, sondern eine Tech-Veranstaltung bleiben, beantworten uns zwei von Tikk Music (Tikkmusic.com) auch unsere Fragen zur digitalen Musikproduktion.

Also Fragen, wie und mit welchen Programmen man arbeitet, wie nützlich oder unnütz Programme wie GarageBand für echte Musiker tatsächlich sind – und wie man seine Werke in Zeiten von Youtube, Spotify und Soundcloud am besten ans Publikum bringt.

Und ja, es ist purer Zufall, dass einer der beiden Gäste gleichzeitig der Webdesigner in Kevins Sold ist.

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Nerdfunk 448: Jetzt wird investiert!

Im Nerdfunk 436 haben wir den Plan gefasst, Bitcoin-Millionäre zu werden – um dann den Trump-Tower zu kaufen und ihn einzureissen oder wenigstens rosarot anzumalen. Doch bislang hat dieser Plan kaum Fortschritte gemacht. Wir haben zwar Mitinvestoren gefunden, doch noch kein Portfolio eröffnet und keine Investitionsentscheide getroffen. Das soll sich nun ändern. Und zwar live in der Sendung.

Während wir den Weg in eine Zukunft ohne jegliche finanzielle Sorgen ebnen, sprechen wir natürlich auch über das Thema selbst. Denn die Stimmen der Kritiker sind in letzter Zeit lauter geworden: Die Kryptowährungen bieten Scharlatanen und Trittbrettfahrern ein riesiges Tummelfeld. Der Energieverbrauch, der beim Schürfen digitaler Währungseinheiten anfällt, ist gigantisch und nur zu rechtfertigen. Die Blockchain gilt als Wundermittel – aber ist sie das wirklich? Und was taugen die Social-Media- und Bloggingplattformen, die dank Blockkette ein neues Zeitalter einläuten wollen?

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Nerdfunk 447: Eine lebenslage Datenspur

Früher hat man Tagebuch geführt. Heute filmt man sein ganzes Leben mit der Kamera. Zumindest, wenn man Lifelogger ist. Dieser Menschenschlag will jede Minute digital festhalten – idealerweise von der Geburt bis zum Tod, inklusive den langen Stunden im Bett, wo höchstens einmal ein Schnarchen erklingt.

Ist das völlig absurd und ein Missbrauch der technischen Möglichkeiten – oder haben die Lifelogger die Sache einfach zu Ende gedacht? Was könnte der Erkenntnisgewinn aus einer solchen Datensammlung sein? Und wie steht es um die Gefahren, wenn wir den gierigen Datensammlern im Netz ungefiltertes Rohmaterial en masse überlassen?

Wir diskutieren das Phänomen des Lifeloggings philosophisch und persönlich: Wie halten wir es mit unseren eigenen Daten? Wo sammeln wir sie und wann verzichten wir explizit auf eine Datenspur? Und wir kümmern uns um die etwas moderateren Formen wie das Quantified Self, bei dem man sich von den Sensoren und tragbaren Messgeräten mehr Gesundheit und Lebensqualität verspricht.

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Nerdfunk 446: Ein Prost auf den Team Spirit!

Wir im Nerdfunk haben einen neuen Chef. Er heisst Dominik Dusek. Er hat eine jeder Hörerin von Radio Stadtfilter wohlvertraute Stimme, und er ist auch in unserer Sendung kein Unbekannter: Er gilt als analogster Mann der Welt (Digital 239), springt gelegentlich bei Kummerbox Live ein und hat uns als Berater bei seiner neuen Website hinzugezogen (Nerdfunk 387).

Und eben: Nun gibt es bei Radio Stadtfilter eine neue Organisationsform namens «Spirit», bei der Dominik nun die Verantwortung trägt für alles, was wir verbocken. Ob er dieser Last gewachsen ist, verrät er uns vielleicht in der Preshow zu dieser Sendung.

Falls nicht, sollte das eigentliche Thema der Sendung genügend hergeben: Wir treiben angewandte digitale Problemlösung in Kummerbox Live mit Fragen wie diesen: Wie bekommt man die schöne Peak-Finder-App, wenn man Android ohne Google nutzt? Was ist von Warnungen zu halten, der Bluewin-Account sei «betrügerisch»? Was muss man tun, wenn einer per Mail behauptet, er habe verfängliche Fotos über die Webcam des Laptops gemacht? Und was tut man mit alten Druckern, die nicht mehr drucken?

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Nerdfunk 445: The internet is for Porn!

Einen wesentlichen Bestandteil des Internets haben wir im Nerdfunk bislang fast komplett ignoriert: Die Pornografie. Dabei ist das Interesse enorm: Wenn man den Statistiken glauben darf, sind ein Viertel aller Suchanfragen pornografischer Natur, sowie 35 Prozent des Datenverkehrs. In der Schweiz sind sieben der beliebtesten fünfzig Websites pornografischer Natur (weltweit sind es übrigens nur zwei).

Darum sprechen wir darüber: Über das enorme Ausmass des Phänomens und die Auswirkungen. Das Internet hat die Pornoindustrie seit dem «golden age», den 1960er- und 1970er-Jahren, komplett umgekrempelt. Was früher als «hard core» galt, ist heute eine Bagatelle. Ähnlich wie in der Musikindustrie ist kaum mehr Geld zu verdienen: Die grossen Plattformen funktionieren nach dem Youtube-Prinzip, indem die Nutzer dort eigene Clips oder geklautes Material hochladen. Und noch etwas ist verblüffend: Die grossen Plattformen sind alle in der Hand eines einzigen Unternehmens.

Es ist kein Vorbeikommen an dem Thema, zumindest, so lange es bei uns noch nicht, wie in England, obligatorische Pornofilter gibt. Wir versuchen uns daher mit einer persönlichen Annäherung: Sind wir als Internetnutzer begeistert über die fast unbegrenzte Auswahl – oder ist es doch eher einschüchternd, dass es mehr Pornografie gibt, als ein hormongesteuerter Teenager jemals konsumieren könnte?

Und gäbe es Mittel und Wege, dieses Geschäft mit der Lust etwas «humaner» und menschenfreundlicher zu gestalten – Stichworte: Fair bzw. Ethical Porn – oder können wir darauf warten, bis der kulturelle Backlash mit strikten Moralvorstellungen, Tabus, Netzsperren und härteren Gesetzen die virtuelle sexuelle Revolution zurückdrängt?

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Nerdfunk 444: Das Mitmach-Internet

Früher waren die Rollen klar verteilt: Eine kleine Schar von mehr oder weniger kreativen Köpfen hat Fotos, Filme, Artikel, Bücher, Musik und Informationen aller Art zusammengetragen. Und wir, der grosse Rest, haben uns diese Werke dann zu Gemüte geführt (rezipiert, wie der Bildungsbürger zu sagen pflegt).

Das ist vorbei: Mit dem Internet kann jeder, der will, selbt kreativ tätig werden. Und das ist längst mehr als nur ein Hobby und privates Vergnügen. Bei vielen Plattformen im Netz gehört die Schaffenskraft der Nutzer zum Geschäftsplan: Schon 2011 wurde geschätzt, dass mit den Inhalten der Nutzer, dem so genannten User Generated Content, Milliarden umgesetzt werden. Allein Youtube und Facebook haben drei- bis vierstellige Millionenbeiträge umgesetzt.

Heute ist das Internet ohne die Beteiligung der Nutzer kaum mehr vorstellbar: Wikipedia ist zur unverzichtbaren Informationsquelle geworden, Youtube zur Unterhaltungsmaschine für die Massen. Die Nutzerkommentare auf den Newsplattformen geben oft mehr zu reden als die Artikel selbst. Und was würden wir tun ohne die Besprechungen der User bei Amazon, in den App Stores, bei Yelp und Tripadvisor?

Wir ergründen die Möglichkeiten des Mitmach-Internets, loben Wikipedia und nennen weniger bekannte Plattformen, wo jedermann sich austoben darf.Und natürlich tragen wir dem Umstand Rechnung, dass es auch jede Menge Kritik gibt: Der «Kult der Amateure», wie Internetskeptiker Andrew Keen dieses Phänomen nennt, hat vielen Profis die Berufsaussichten zerstört, die Verlässlichkeit von Informationsquellen untergraben und das Klima im Netz vergiftet. Doch diesen Einwänden zum Trotz überwiegt beim Mitmach-Internet der Spass und der Erkenntnisgewinn – finden wir.

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Nerdfunk 443: Spotify kills the radio star

Keine Geiss schleckt es weg: Das Streaming verändert alles: Wie wir Musik konsumieren, auf welche Weise die Künstler ihr Geld verdienen, und ob die Plattenbosse noch auf ihre Kosten kommen. Und auch das Radio bleibt nicht unberührt – denn es stellt sich die Frage, wieso es den Dudelfunk noch brauchen sollte, wenn alle via Spotify, Apple Music oder Tidal  jederzeit genau das hören können, was sie hören wollen.

Das diskutieren wir, und zwar in vier Bereichen: Wie hat das Streaming unsere persönlichen Gewohnheiten verändert? Hat es das Musikgeschäft nach Napster gerettet oder vollends zerstört? Welche Auswirkungen hat es auf die Art und Weise, wie Musik produziert wird? Und: Was sind die weiteren Auswirkungen zum Beispiel auf Medien, Hitparade und Gesellschaft.

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