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Im zweiten Teil unserer kleinen Podcast-Serie schauen wir darauf, was aus der Medienrevolution geworden ist. Podcasts sind längst kein Nischenmedium mehr: Sie sind kommerziell etabliert, audiovisuell geworden und tief in Plattformen eingebaut. In den USA hat Youtube sich zur meistgenutzten Podcast-Plattform entwickelt und der Konsum wächst deutlich weiter.
Gleichzeitig bleibt die Frage offen, was vom ursprünglichen Podcast-Geist übrig geblieben ist: dem freien, abonnierbaren, unabhängigen Medium.
Daneben sprechen wir über eine benachbarte Audioform, die ebenfalls stark an Bedeutung gewonnen hat: das Hörbuch. Plattformen wie Spotify investieren gezielt in den Ausbau des Marktes. Das zeigt: Audio ist heute nicht mehr bloss Begleitmedium, sondern ein eigenständiger Teil der Medienlandschaft.
Und schliesslich fragen wir uns, was man mit Audio selbst machen kann: Kann man sich zum Lernen eigene Podcasts bauen? Vieles spricht dafür. Neuere Studien zeigen, dass Podcasts beim Verstehen, Behalten und bei der Selbststeuerung des Lernens hilfreich sein können.
Respektive: Kevin wollte über diese Dinge sprechen. Dann kam Matthias mit den längsaten (von KI zusammengetragenenen) Shownotes mit Podcast-Besprechungen und -Empfehlungen ums Eck, und der Plan war dahin. Wir versprechen aber hoch und heilig: Wir kommen auf das Thema und die hier angesprochenen Aspekte zurück!
Unsere Podcast-Empfehlungen
Brandaktuell
- Zur Artemis-2-Mission:
13 Minutes Presents: Artemis II 13 Minutes to the Moon (BBC); Besprechung der ersten Staffel 2019: Der Adler ist in der Podcast-App gelandet - Ein Podcast soll keine Anklage sein
Zu Leni Riefenstahl in der WDR-Reihe «Alles Geschichte»: «Influencerin des Bösen» - Was Thomas Aeschi so hört: «Weltwoche Daily» und Bern einfach mit Markus Somm und Dominik Feusi.
- Zum Umgangston in den sozialen Medien
Madame Macron: Der Rufmord aus dem Netz von «Zeit Verbrechen»; Besprechung der Sendereihe Der Krimi-Podcast, den man zu Bildungszwecken hört
Tech und digitale Kultur
- Ja, es gibt tatsächlich unterhaltsame Plaudereien über den Datenschutz – Die Schweizer Reihe «Datenschutz‑Plaudereien» behandelt Privatsphärenfragen locker. Der Autor abonniert den Feed, hört aber selektiv.
- Hat der ‹Spiegel› etwa meine Podcast‑App gehackt? – Der «Firewall»-Podcast bietet spannende Recherchen zu Informationen aus dem Schnittbereich von Technik und Politik.
- Warum Roberto und Janessa nie zusammengekommen sind – «Love Janessa» untersucht Romance‑Scams, die Fotos der Pornodarstellerin Janessa Brazil missbrauchen; lehrreich, aber ohne explizites Fazit.
- Podcast‑Rückhalt für den Drachenlord – Die zweite Staffel «Cui Bono» untersucht den Fall «Drachenlord». Die Recherche beleuchtet Cyber‑Mobber und zeigt mangelnde rechtliche Handhabe.
- Wie man Sony blamiert und Hunderte Millionen Dollar kassiert – «The Lazarus Heist» vereint Hackerthriller, Spionage und Geopolitik. Einziger Kritikpunkt: Es fehlen technische Details.
- Wie geile Väter in den 1990ern die Telefonrechnung in die Höhe trieben – Die Serie «Operator» porträtiert den Aufstieg der Telefonsex‑Industrie. Dank der Ex‑Sexarbeiterin Tina Horn gelingt ein respektvoller Ton.
- Ein Podcast, der Licht in die Blackbox bringen will – «Black Box» rollt die Geschichte der künstlichen Intelligenz auf und warnt vor Mythen; trotz mancher Legendenbildung eine empfehlenswerte Einführung.
- Ein Podcaster zeigt Elon den Vogel – «Flipping the Bird: Elon vs. Twitter» erzählt die Übernahme von Twitter durch Elon Musk. Neues erfährt man kaum, aber es ist unterhaltsam.
Politik & Gesellschaft
- Hey, wir sind keine Newsroboter – Der Tamedia‑Podcast «Apropos» liefert Hintergründe und lässt Reporterinnen und Reporter als Menschen erscheinen.
- Der ultralibertäre Königsmacher von Amerika – Die Deutschlandfunk‑Serie beleuchtet, wie Peter Thiel die US‑Tech‑Szene und Politik beeinflusst. Das Fazit lautet, dass die Produktion hervorragend recherchiert und ausgewogen ist.
- Damit Trump nicht so leicht davonkommt – «Will be wild» rekonstruiert den Sturm auf das Kapitol. Die Serie ist nüchtern und ausgewogen; endgültige Urteile bleiben offen.
Schweiz
- Servus. Grüezi. Hallo. – Drei Journalistinnen und Journalisten besprechen Politik in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Mischung aus Innen‑ und Aussenperspektive macht den Reiz aus.
- Warum ich mit ‹Zivadiliring› nicht warm werde (wurde) – Die Laberreihe von Yvonne Eisenring, Gülsha Adilji und Maja Zivadinovic überzeugt den Autor nicht; das Zusammenspiel wirkt für ihn nicht.
- So bodigt die SRG die Halbierungsinitiative – Gespräch mit Leonard Dobusch über den Angriff auf die Gebührengelder und Reformideen für den Service public. Forderung: offene Plattformen und mehr Innovation.
- Der grösste gemeinsame Nenner des helvetischen Kulturschaffens – Viktor Giacobbo plaudert mit Schweizer Kunstschaffenden. Trotz subversivem Humor wirkt der Podcast sehr vernetzt und typisch schweizerisch – leider inzwischen eingestellt.
- Der Drache tut mir fast schon leid – «Drachentoeten» ringt um seine Ausrichtung: Selbsthilfe, Medienkritik oder Rekrutierungsplattform? Die Autorin erkennt hauptsächlich Selbstinszenierung.
Verschwörungen und Verschwörungstheorien
- Das Land der Dichter und Ränker – Der WDR erzählt die Geschichte der Reichsbürger‑Gruppe «Patriotische Union»; der Podcast kombiniert Recherche und Storytelling.
- Day X – Der New‑York‑Times‑Podcast über rechtsextreme Netzwerke in Deutschland zeigt, wie breit und gefährlich diese Strukturen sind.
- Erst der Terroranschlag, dann die Trolls – Die BBC verfolgt die Erfinder der «Crisis Actor»-Lüge und zeigt die Auswirkungen auf Opfer. Ein Conspiracy‑Theoretiker wird am Ende von einer Betroffenen zur Rede gestellt.
- Eine Lektion in Ambiguitätstoleranz – «The Witch Trials of J.K. Rowling» hinterfragt die moralischen Fronten der «Terf Wars». Rowling erscheint als kluge Beobachterin, die Produktion ist sorgfältig.
- Hat Ken Jebsen diesen Podcast verdient? – «Cui Bono: WTF happened to Ken Jebsen?» mischt Unterhaltung und Information. Obwohl die Machart stellenweise zu flapsig ist, zeigt sie einen Schritt Richtung Unabhängigkeit im deutschen Podcastmarkt.
- Mit Spott und Fakten gegen die Schwurbler – Die Reihe «Schlecht beraten» entkräftet Verschwörungsmythen und Pseudo‑Wissenschaft. Sie ist witzig und argumentativ stark, bekehrt aber kaum Überzeugte.
- Warum ich drauf und dran bin, mein Spotify‑Abo zu künden – Ein Kommentar zur Joe‑Rogan‑Kontroverse; der Autor erwägt die Kündigung seines Abos wegen der Plattform für Desinformation.
Menschen und menschliche Dramen
- Das Gegenteil von True Crime – In «Telephobia» begleitet Lea Utz Menschen bei unangenehmen Telefonaten. Es ist das Antipode zu True Crime: persönlich, kathartisch und versöhnlich.
- Ein Podcast wie ein Stich ins Herz – Die Wondery‑Serie «Liberty Lost» thematisiert das Leid unverheirateter Schwangerer in evangelikalen Gemeinden – ein beklemmendes investigatives Stück ohne explizites Fazit.
- Sieben Stunden Günther Jauch – am Stück – Im Interviewformat «Alles gesagt?» beenden Gäste das Gespräch mit einem Safeword. Wer den Gesprächspartner mag, erfährt viel; oft ist der Zeitaufwand aber zu hoch.
- Wie der Rausch die Kontrolle übernahm – Der Podcast «Sucht & Süchtig» lässt zwei ehemalige Drogenabhängige offen über Cannabis und Kokain reden. Die intime, moderationsfreie Form hebt sich wohltuend ab.
True Crime & Investigative Formate
- Ist die Leiche auch wirklich tot? – In der Zeit‑Serie «White – Geständnis eines Neonazis» gesteht ein Rechtsextremer einen Mord, der womöglich nie begangen wurde. Der Autor lobt, dass True Crime auch ohne gelösten Fall funktioniert.
- Wenn euch einer als Spion anwerben will, sagt nein – WDR‑Reporter schildern die graue Realität russischer Spione in Deutschland.
- Ein triftiger Grund, die Rammstein‑CDs in den Müll zu geben – NDR/SZ decken in «Rammstein – Row Zero» das systematische Ausnutzen junger Frauen auf; das Fazit: Die Band ignoriert ihre Verantwortung.
- Der ‹Spiegel› ist viel zu nahe dran – Die Podcast‑Serie «NDA: Die Akte Kasia Lenhardt» nutzt voyeursche Sprachnachrichten statt echte Aufklärung.
- Frisches Hörfutter aus den Wiener Leichenhallen – In «Klenk+Reiter» erklärt ein Gerichtsmediziner anschaulich forensische Fälle; man lernt unter anderem, warum Insektenlarven am Tatort wichtig sind.
- Wahre Weisskragen‑Verbrechen – SZ‑Reporter sezieren in «1,9 Milliarden Lügen» den Wirecard‑Skandal. True Crime funktioniert auch mit Wirtschaftskriminellen.
Geschichte und Wissenschaften
- Ein Wissenspodcast für die Kinder – «Checkpod» lässt Tobi Krell und ein Kind alltägliche Fragen erforschen. Laut Fazit eine tolle Alternative zu Dauerbeschallung.
- Ein Podcast wie ein Spiegel – In «Revisionist History» erzählt Malcolm Gladwell von Gesichtsblindheit.
- John, fahr schon mal den DeLorean vor – Zwei Historiker erzählen in jeder Folge «Geschichten aus der Geschichte» eine kuriose Begebenheit.
- Die BBC demütigt Adolf Hitler mit einem wirklich schlechten Podcast – Die Reihe «Nazis: The Road to Power» wird als dokudramatische Mogelpackung enttarnt; Pulp Fiction statt seriöse Analyse.
Medien & Journalismus
- Wo journalistische Kardinalstugenden täglich zur Schau getragen werden – «The Daily» demonstriert, dass ruhiger, faktenbasierter Journalismus weiterhin lebendig ist.
- Wer ist heute noch so dumm und fällt auf ‹Teile und Herrsche› herein? – Marina Weisband analysiert tribalistische Scheindebatten. Das Fazit: Der Podcast zwingt uns, eigene Fehleinschätzungen zu erkennen und Prioritäten besser zu setzen.
- Wenn die Moral den Fleischberg besteigt – Anja Rützel analysiert Trash‑TV‑Formate. Die Autorin abonnierte den Podcast, will aber nur ausgewählte Episoden hören.
- Wie sich Foxnews radikalisierte – «Slow Burn» erzählt die Geschichte von Fox News und dessen Wandel zum rechten Kulturkämpfer. Empfehlenswert, die Werbeeinblendungen nerven aber.
- Die Polemik des Podcast‑Philosophen – Analyse der Talkreihe, die zu einseitig und belehrend daherkommt; die Moderatoren wirken wie Musterschüler, die anderen die Welt erklären.
- Familie Lobo hat jetzt einen Podcast – Sascha und Juliane Lobo verknüpfen tagesaktuelle Themen mit persönlichem Blick.
- Eine deutsche Lösung für ein Schweizer Problem – Holger Klein telefoniert für «Holger ruft an» mit Medienschaffenden.
Beitragsbild: Nüsschen mampfen während der Aufnahme? Gehört beim Laberpodcast zum guten Ton (www.kaboompics.com, Pexels-Lizenz).
Leider funktionieren die meisten Links zu Podcasts auf dieser Seite nicht sondern gehen auf eine nicht existierende clickomania-Seite.
z.B.
https://blog.clickomania.ch/wie-sich-foxnews-radikalisierte/
En Gruess Hans
Danke für den Hinweis! Das korrigiere ich!