Nerdfunk 503: Ist die Medizin der Digitalisierung gewachsen?

Im Nerdfunk 499 haben wir mehr Datenschutz fürs Spital gefordert, nachdem uns eine Hörerin die Situation an ihrem Arbeitsplatz geschildert hat: Dort kleben Post-it-Zettel mit dem Passwort am Monitor jenes Computers, auf dem sensible Patientendaten gespeichert sind.

Heute ist Peter Studer im Studio. Er hat eine Praxis für Adoleszentenpsychiatrie und -psychotherapie in Winterthur, und er erklärt uns, wie die Daten in den Spitälern und Praxen heute erfasst, verarbeitet und geschützt werden. Der Zeitpunkt ist günstig: Der Bund ist nämlich dabei, das elektronische Patientendossier einzuführen – und da wollen wir wissen, was das genau heisst, wer Zugriff auf die Daten hat und wie die vor Zugriffen geschützt sind, die nicht im Interesse von uns Patienten sind.

Peter Studer ist in unserer Sendung kein Unbekannter. Er war am 9. Februar 2016 in unserer 331. Sendung zu Gast, als wir Nerds uns bei ihm auf die Couch gelegt haben. Weiterlesen →


Nerdfunk 502: Der Kropf ist prall gefüllt

Es wird Zeit, wieder einmal eine alte Tradition (und eine unserer innovativsten Rubriken) wiederzubeleben. Das ist der Rant Tuesday, bei dem wir so richtig vom Leder ziehen: Über alles, was uns an der digitalen Welt in letzter Zeit genervt hat.

Und das ist so viel, dass unser digitaler Kropf wieder einmal prall gefüllt ist. Da sind die Updates, die Probleme lösen sollten, aber die Nutzung unserer Geräte teils massiv beeinträchtigen. Dieses Problem ist nicht nur bei Apple virulent; es plagt auch die Nutzer bei Microsoft.

Da ist das fragwürdige Geschäftsmodell, das Apple mit den In-App-Käufen angerichtet hat – und nun mit Apple Arcade über ein Flatrate-Prinzip für Spiele wieder beheben will. Das sind die neuesten Datenschutzpannen. Und auch die Frage, ob Android ohne Google überhaupt brauchbar ist.

Über all das regen wir uns auf – sofern wir alles in eine halbe Stunde hineinbekommen. Und wie üblich gilt (bzw. galt während der Live-Sendung): Ihr könnt über unseren Twitter-Account @nerdfunker auch eigenen Ärger beisteuern oder

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Nerdfunk 501: Eine App für die Rock-’n’-Roll-Revolution

Thomas Töngi ist Gitarrenlehrer am Winterthurer Institut für aktuelle Musik (WIAM). Er hatte die Idee, die Effektgeräte für die Gitarren auch per App zu steuern. Das hätte mehrere Vorteile: Die Einstellungen lassen sich speichern und abrufen und einfach auf unterschiedliche Weise steuern: Über Fusspedale, Midi-Steuerungsgeräte oder per App.

Seit 2015 ist Thomas dabei, diese Idee in die Tat umzusetzen. Nach diversen Prototypen und Rückschlägen ist sein Geckotool jetzt reif für die Bühnen, Übungskeller und Aufnahmestudios dieser Welt. Und sie sind ein spannender Brückenschlag zwischen digitaler und analoger Welt: Es wird nichts digitalisiert oder synthetisch nachgebildet – die analogen Effektgeräte bleiben, wie sie sind. Doch durch kleine motorisierte Aufsätze, die auf die Regler der aufgesteckt werden, lassen sie sich fernsteuern.

Nächste Woche startet die Crowdfunding-Kampagne. Und wir fragen Thomas, ob danach die Welt für Gitarristen noch die gleiche sein wird. Thomas wird in unserer Sendung das Prinzip auch für Nichtmusiker verständlich erklären  – und wenn es die Technik zulässt, natürlich auch gleich vorführen.

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Nerdfunk 500: Die Menschen hinter den Nerds

Bekanntlich wollen die Feste gefeiert werden, wie sie fallen. Darum haben wir in unserer Episode 472 das zehnjährige Bestehen dieser Sendung und unseres Heimsenders Stadtfilter würdig begangen. Sieben Monate später knallen nun schon wieder die Korken. Wir freuen uns über unsere 500. Sendung – ein hoffentlich nicht nur für uns, sondern auch für unsere Hörerinnen und Hörer ein erfreulicher Meilenstein.

Zu diesem Jubiläum dürfen wir nicht nur länger senden, sondern in ganz unbescheidener Manier uns selbst ins Zentrum stellen. Wir plaudern einmal über uns selbst – und all die Dinge, die uns abseits der Technik beschäftigen, interessieren und in Atem halten. Wir tun das auf spielerische Weise – und so, dass ihr uns sicherlich etwas besser kennenlernt. Und vielleicht sogar Lust auf die nächsten 500. Sendungen bekommt…

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Nerdfunk 499: Mehr Datenschutz fürs Spital

… und alle anderen Arbeitsplätze auch.

«Ist man sich in der IT-Branche überhaupt bewusst, dass viele Firmen mit diesen Passwort-Dschungeln überfordert sind und dadurch jede Putzfrau jederzeit zu allen Passwörtern offenen Zugang hat?» Das fragt Magdalena in einem Mail an uns. Sie beschreibt, wie an vielen Arbeitsplätzen die Passwörter auf Post-it-Zettelchen notiert und an Bildschirme geklebt werden.

Magdalena arbeitet nicht in einem Coifeursalon oder in einem Radiostudio. Sondern an einem Ort, wo es sensible Daten zuhauf gibt. Sie ist Pflegefachfrau, und kommentiert lakonisch: «Sollten Sie je als Patient im Spital liegen, dann können Sie sich selber ausmalen, wie wenig Ihre Patienten-Daten geschützt sind.»

Damit hat sie natürlich recht. Denn das Passwort auf dem Post-it ist nicht die einzige Passwortsünde, die man begehen kann – aber eine der ziemlich schlimmen Sorte.

Wir sprechen in dieser Folge von Kummerbox Live darüber, wie man es besser machen könnte und welche Tricks uns helfen, unsere Daten abzusichern, ohne auf Notizzettel am Bildschirm oder auf ein Elefantenhirn angewiesen zu sein. Weitere Themen in der Sendung sind die Tücken des neuen Mac-Betriebssystems Catalina und das Ende von iTunes, das Surfen mit grösstmöglicher Sicherheit für die Privatsphäre und Probleme mit Firefox beim Zeitunglesen im Netz.

Diese Folge von Kummerbox Live kommt eine Woche zu früh. Das liegt daran, dass am 29. Oktober unsere fünfhundertste Sendung ansteht. Und für die haben wir uns etwas Spezielles ausgedacht…

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Nerdfunk 498: Don’t copy that floppy

Seit es Medien gibt, haben die Hersteller dieser Medien eine panische Angst davor, um ihre Einkünfte geprellt zu werden. Denn die Kunden sind allesamt geizige Kleinkriminelle, die Musik, Bücher, Filme und Fernsehserien und natürlich auch Software und Computerspiele nicht käuflich erwerben, sondern von Freunden und bekannten schwarzkopieren

Was tut die Industrie dagegen? Sie denkt sich immer neue Methoden aus, um die Kunden zur Ehrlichkeit zu erziehen: Von rührenden Appellen («Home Taping Is Killing Music») ist sie bald bei den technischen Massnahmen angelangt: Dem so genannten Kopierschutz – er ist eigentlich ein Abspielschutz, der nur berechtigten Nutzern den Zugang erlauben soll. Die Industrie nennt es auch gerne euphemistisch DRM oder digitale Rechteverwaltung.

Wir schauen uns die seltsamen Blüten an, die diese Bemühungen der Industrie in den letzten Jahren und Jahrzehnten getrieben haben: Von defekten Audio-CDs über Hardware-Dongles bis hin zu Verschlüsselung und Guerilla-Taktiken (meistens von Sony), die man nur aus dem Bereich der Schadsoftware kennt.

Und wir diskutieren: Ist es nicht legitim, dass der Anbieter dafür sorgt, dass er zu seinem Geld kommt? Nur so kann er die Künstler entschädigen – und fairerweise ist zu anerkennen, dass die Piraterie auch eine riesige Industrie ist. Aber trotzdem: Gäbe es nicht andere Wege, als den Kunden zu gängeln?

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Nerdfunk 497: Feldforschung mit dem Raspberry Pi

Eine Warnung vorneweg: Heute ist eine familiäre Sendung zu erwarten. Kevin bringt nämlich seine Frau mit ins Studio: Aud Halbritter hat in Zürich Umweltwissenschaften studiert. Sie arbeitet heute an der Universität Bergen und erforscht das Wachstumsverhalten von Pflanzen.

Während biologische Fragen nicht unbedingt in den Einzugsbereich des Nerdfunks gehören, ist ihr Arbeitsinstrument umso interessanter für uns: Aud setzt nämlich einen Raspberry Pi ein, um die Pflanzen zu messen und zu scannen. Und wo wir in Nerdfunk 492 jede Menge Anwendungsmöglichkeiten für den kleinen Computer ausgelotet haben, sind wir auf solche Ideen nicht gekommen: Der Raspi im Dienst der Forschung. Warum eignet sich der Minicomputer dafür? Und wäre ein Smartphone oder eventuell ein Tablet nicht handlicher?

Und natürlich kann man dieser Tage keine Sendung zu Pflanzen und solchen Studien machen, ohne die Frage nach dem Klimawandel aufzuwerfen. Gibt es Erkenntnisse, wie sich die Pflanzenwelt verändert – und was wir tun können, damit wir nicht demnächst Kokospalmen vor dem Fenster haben? Weiterlesen →


Nerdfunk 496: Von Cookies gepeinigt

Es ist nicht mehr wie früher. Früher waren Cookies (neudeutsch für Kekse) eine erfreuliche Angelegenheit. Man hat sie aus der «verbotenen Schublade» stibitzt oder vielleicht auch selbst gebacken. Und dann hat man sie sich zu Gemüte geführt – und es hing einzig vom Grad der Selbstdisziplin ab, wie schlecht es einem hinterher war.

Heute sind Cookies diese Dinger im Internet, die monsterhafte Züge angenommen haben. Sie werden einem auf jeder Website angedreht, dass man sich kaum dagegen wehren kann. Es droht akute Überfressung ohne jegliches Genussmoment. (In einem krassen Fall haben wir eine Website gefunden, die uns Surfern bei einem einzigen Besuch Hunderte davon anhängen wollte.)

Was tun, wenn man eine Cookie-Allergie entwickelt hat? Das besprechen wir in dieser Folge von Kummerbox Live. Ferner geht es darum, wie man die Daten von einem alten auf einen neuen Computer transferiert und wie sich bei dubiosen SMS-Nachrichten verhält. Und was ist zu tun, wenn Word eine Datei nicht mehr öffnet, weil die zu gross ist?

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Nerdfunk 495: Medienwandel im Äther

Digichris hat an vorderster Front gekämpft und – gewonnen. Er hat sein ganzes Renommee als Blogger in die Waagschale geworfen, um dem digitalen Fernsehen in der Schweiz zum Durchbruch zu verhelfen. Und mit etwas Unterstützung durch Dritte wie zum Beispiel den freundlichen Kabelnetzbetreiber UPC hat das geklappt: Hierzulande hat sich der digitale Übertragungsweg etabliert, die analoge Verbreitung ist (fast) Geschichte. Und das, obwohl die SVP seinerzeit geunkt hatte, der Wandel gehe viel zu schnell und die älteren Zuschauer kämen nicht mehr hinterher.

Da ist es Zeit für grosses Schulterklopfen – und für die Frage, ob sich durch die technischen Veränderungen auch inhaltlich etwas geändert hat. Beeinflusst das grössere Angebot an Sendern unsere Sehgewohnheiten? Hat das volldigitale Zappen die Medienlandschaft bereichert?

Doch der Blick zurück macht in unserer Sendung erst den Anfang. Wir wollen den Medienwandel bei Radio und Fernsehen umfassend ausloten. In der Schweiz steht ein grosses Fernsehprojekte in den Startlöchern. Ringier rührt bei «Blick TV» mit der grossen Kelle an. Und dieses Programm ist nicht auf die Übertragung per Kabel und Antenne ausgerichtet, sondern ganz auf das Internet. Ist das der Anfang vom Ende des linearen Fernsehens?

Auch beim Radio blicken wir bange in die Zukunft: Die analoge Verbreitung per UKW soll schon Mitte 2022 Geschichte sein – und das, obwohl Leute wie Medienpionier Roger Schawinski die digitale Alternative via DAB+ als grosse Pleite bezeichnen. Ist das Radio als Massenmedium bald überflüssig, weil das Publikum in Zukunft über 5G empfängt und dort keinen Einheitsbrei, sondern ein massgeschneidertes Individualprogramm erwartet?

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Nerdfunk 494: Missverständnisse zwischen Mensch und Maschine

Sind Computer seelenlose Maschinen, die nur ihr Programm abspulen? Sind sie ein blosses Werkzeug oder unsere Sklaven? Oder vielleicht sogar eine Art Familienmitglied?

Diese Fragen sind ganz unvermittelt aufgetaucht, als wir uns auf die heutige Sendung vorbereitet haben. Eigentlich sollte es um die grössten Computer-Irrtümer gehen: Um die vielen kleinen und grossen Missverständnisse, die in unserem digitalen Alltag weit verbreitet sind. Wie zum Beispiel: Apps schliessen spart Akku. Je mehr Sicherheitsprogramme auf dem Computer, desto grösser der Schutz für Daten und Privatsphäre. Und: Viren machen den PC schlapp.

Doch hinter diesen lustigen Beispielen lauert ein philosophischer Abgrund. Nämlich die Frage, ob wir diese Geräte so sehen, wie wir sie sehen müssten – oder ob wir eine verzerrte Wahrnehmung haben. Denn offensichtlich neigen wir dazu, die Computer zu vermenschlichen: Wir wollen sie vor Viren schützen. Wir schliessen Apps, um ihre Batterie und die Ressourcen zu schonen. Und schon die Bezeichnung Smartphone impliziert, dass wir es mit einem klugen Gegenüber zu tun haben.

Darüber gilt es zu diskutieren. Sollten wir damit aufhören – und uns eine nüchterne Betrachtungsweise aneignen? Oder können wir gar nicht anders, weil die Hersteller (zum Beispiel mit dem Sprach-Assistenten) uns mit Gewalt zum Anthropomorphismus drängen? Weiterlesen →