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Hingehaut mit Blind Butcher, also der blinden Metzger.
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Und haben wir noch Zeit für eine Pre-Show? Ich weiss es gar nicht,
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machen wir eine ganze kurze.
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Willst du das Radio zur Schnurren, Mann? Hey, yes, Radio zur Schnurren.
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Kevin hat sein MacBook in den Griff bekommen. Hallo, Kevin.
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Mehr oder weniger. Irgendwie habe ich ein Verzögerungsding drin.
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Aber ich glaube, jetzt beruhigt es sich.
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Jetzt klingt es eigentlich recht okay. Und sonst, ich habe schon angefangen,
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mein Notprogramm zu starten.
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Weisst du, was mein Notprogramm wäre? Willst du es wissen?
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Was ist dein Notprogramm?
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Oder soll ich es erst dann verraten, wenn ich es zum allerersten Mal brauchen muss?
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Dann gehören wir es ja. Vielleicht wäre es... Vielleicht brauchen wir das mal.
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Genau. Darum verrate ich es jetzt nicht. Ich habe jetzt gerade was zu sagen.
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Das ist eine Überraschung.
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Genau. Lassen wir es bei der Überraschung. Ihr müsst darauf hoffen,
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dass irgendwann mal einer nicht im Studio schafft, um herauszufinden,
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was das Notprogramm ist.
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Und jetzt fangen wir mit 30 Sekunden Verspätung mit unserer Sendung an.
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Und Matthias Schüssler.
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Was ist das für ein Jingle?
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Das ist der Jingle, den wir gebraucht hätten, wenn du ganz alleine eine Sendung machst.
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Haben wir den schon mal abgespielt?
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Ich habe eigentlich, ich brauche ihn jetzt mal.
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Ah, okay.
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Das ist schön. Es ist heute deine Show. Sag uns, um was es geht.
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Es geht heute um vielleicht die guten alten Zeiten.
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Nein, das ist ein Thema, das ich schon lange herumträge. Und das ist vielleicht
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ein philosophisches Thema, aber ich glaube, es wird noch ein spannendes Thema.
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Und zwar, ich habe gerne alte Autos.
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Ich kann es nicht genau beschreiben, was ich bin. Ich bin sehr technikaffin.
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Ich finde das ullass. Ich finde aber halt auch alte Seiche mega cool.
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Und was mir jetzt aber aufgefallen ist, so in den letzten Jahren,
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vielleicht einen Monat, das ist eben gar nicht so lange her,
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ist, dass mega viele Produkte auf den Markt kommen,
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entweder im Retro-Look oder halt alte Produkte wieder gar nicht im Retro-Look
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sind, sondern einfach es sind alte Produkte und man bringt die wieder auf den Markt.
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Also natürlich schon mit neuem Material gemacht, aber es sind eigentlich die alten Produkte.
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Und ich wollte ein bisschen mit dir über,
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das Reden und herausfinden, ob ich jetzt einfach ein alter Mann bin?
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Hat das ehrlich gesagt, wäre das meine erste Vermutung gewesen?
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Ist das nicht dann, wenn man so langsam ein bisschen alt wird und nostalgisch
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zurückgeschaut, wie es früher gewesen ist?
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Ich habe ja in meinem Blog auch eine Retro-Rubrik, die ist nicht besonders umfangreich,
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aber es hat doch schon ein paar Sachen drin, die man kann.
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Und eben zum Beispiel der Beitrag, wo ich an dem Mittelalter-Festival war,
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im letzten Herbst, im Oktober, hier in Winterthur, wo all diese Leute aber von
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einer Zeit geträumt haben, wo sie gar nie kennengelernt haben.
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Also niemand von uns hat im Mittelalter gelebt. Aber bei dir geht es mehr um
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die Zeit, die du mal erlebt hast, früher, wo alles besser war.
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Nein, nicht einmal unbedingt. Also es hat auch viele. Ich habe ja ein bisschen
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rausgesucht, was gerade alles so im Retro-Stil kommt. und habe einfach mal so
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ein paar Produkte zusammengetragen und ich sage jetzt mal,
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Ja, über die Hälfte von dem spricht mich gar nicht an. Ja.
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Das ist nicht meins. Es ist aber etwas, was mir auffällt, dass Hersteller halt
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auf eine Retro-Schiene gehen,
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und oft auch ein Publikum abholen, das das gar nicht erlebt haben.
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Das war bis jetzt immer meine Überlegung, dass du die Retro-Geschichte vor allem
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machst für Leute, die das erlebt haben und dann nostalgische Gefühle bekommst.
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Aber ich glaube nicht nur, dass es das ist.
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Nein, aber ist es nicht einfach... Erstens ist es ein kapitalistischer Auswuchs.
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Du kannst halt, jetzt ein bisschen böse gesagt, da musst du nichts Neues erfinden.
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Du schaust einfach, was es früher gegeben hat.
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Du hast es mehr oder weniger gut abkupfert und hast mit minimalem Aufwand eine
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neue Einnahmequelle oder Produktlinien oder so erschaffen, die einerseits Nostalgiker
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anspricht und andererseits die,
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die einfach jeder Furz mitmachen.
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Oder ist das etwas böse?
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Ich weiss nicht, ob das so funktioniert. Ich bringe jetzt gleich noch mal ein
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Beispiel eines Produkts.
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Das ist jetzt nicht etwas sehr Aktuelles, das gibt es schon länger.
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Aber die Firma Casio mit ihren Uhren.
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Das ist für mich so ein Beispiel. Wer, sorry, aber wer kauft so eine Uhr?
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Also so eine Digital-Uhr wie in den 80er Jahren.
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So eine Digital-Uhr wie in den 80er Jahren. Und das ist ein Ding.
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Dass Leute das cool finden.
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Und ich weiss nicht warum. Also ich habe null Erklärung für das.
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Ich habe ehrlich gesagt die Uhren auch schon gesehen. Sie waren ja wirklich wüscht.
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Das muss man schon sagen. Sie haben so einen Technoiden, also sie mögen dozumal ja...
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Dozumal sind es wahrscheinlich super futuristisch gewesen.
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Ich habe auch eine Digital-Uhr gehabt, allerdings nicht eine von Casio,
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sondern eine von... Ah, jetzt müsste ich überlegen. Vielleicht fällt es mir noch ein nachher.
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Aber das ist schon irgendwie... Man hat das Gefühl, die Zeiger sind ja gut,
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schön und recht, aber jetzt hast du die Ziffern, es ist ein bisschen einfacher zum Ablesen und so.
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Als Techfreak hast du es natürlich schon cool gefunden. Du hast eine Stopp-Uhr,
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hast zwar nie etwas stoppen müssen, aber ich weiss gar nicht,
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was sie noch alles konnte.
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Aus heutiger Sicht fast nichts, aber als Techfreak hast du dich trotzdem leicht gekützelt gefühlt.
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Die Casio benennen das auch wirklich so. Die sagen dem Casio Vintage Collection.
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Und so eine Uhr kostet irgendwie zwischen 40 und 200 in diesem Rahmen sind die.
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Für die heutige Zeit, die können ja nichts. Ich dachte, vielleicht könnte man
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es über das Argument holen, dass es eine hochwertige Uhr ist. Das ist es nicht. Es ist,
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Schön zur Diskussion, aber eigentlich ist es auch nicht.
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Es ist irgendeine Kultgeschichte und spricht aber gleich junge Leute an.
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Ich habe schnell im Internet geschaut und die Casio-Uhren werden auch von Leuten
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zwischen 20 und 30 gekauft und die sind raus bei den 80er Jahren.
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Die haben das nicht erlebt.
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Dann gibt es aber auch so komische Vermengungen von aktuellem politischem Zustand und der Retrosache.
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Ich habe jetzt zum Beispiel so eine Digital-Uhr gesehen, wo dann noch so die
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Pride-Fahnen drin haben und einen Snoopy, der auf so einem farbigen LGBTQ-Plus-Regenbogen liegt.
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Und das ist mir jetzt ehrlich gesagt ein wenig zu viel in einen Topf geworfen.
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Das finde ich dann auch komisch, das möchte ich jetzt auch nicht.
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Aber wie grenzen wir das scharf vom Kapitalismus ab, der einfach alles macht?
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Wir grenzen das nicht vom Kapitalismus ab. Wir nehmen das am reinen Kapitalismus
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zuordnen, aber dass es funktioniert, das stummt mich.
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Dass Leute spricht das ja in irgendeiner Form an, wo du sagst, das muss ja,
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also anderes Beispiel, Ikea hat jetzt eine ganze Linie ausgebracht im Stil von den 80er Jahren.
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Heisst, alles mit dem orange, braun, abfuhrteufel, rund, genau,
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wirklich hässlich. Also nicht schön.
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Also ich finde es nicht schön.
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Also das ist dann, aber so 70er Jahre, oder? Dann auch die Muster und so.
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Ja, ja, genau. Ja, ja, so 70er, 80er Jahre. Wirklich das eben hässlich. So.
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Die sind wirklich wüsst.
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Aber die müssen sich jetzt überlegen. Ikea hat ja eigentlich ein Zeug,
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das funktioniert. Wieso würde man dann so etwas rausgeben?
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Es muss ja dann schon irgendetwas haben, wo die Leute sagen,
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cool, das erinnert mich an eine frühere Zeit.
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Oder Leute, die das gar nicht erlebt haben, sagen, Ich glaube nicht,
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dass die sagen, das ist schön.
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Ja.
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Nein, schön ist es wirklich nicht. Wenn du es erlebt hast, dann verstehe ich es einig.
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Das können wir empirisch sagen, dass das Wüst ist. Wenn wir jetzt gerade das Zweite so bestimmen.
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Ich meine, der Fortschritt hat ja schon auch die angenehme Nebenwirkung,
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dass Sachen besser werden.
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Und darum Ich weiss jetzt nicht, warum möchtest du dann noch mit einer Uhr herumdrucken,
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wo jedes Handy einfach mehr kann? Was ist der Nutzen? Das verstehe ich nicht.
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Das verstehe ich eben auch nicht. Und das ist sehr oft bei den Vintage-Sachen ist das eben so.
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Es ist eigentlich ein bisschen ein Rückschritt, aber es gibt dir und das ist
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vielleicht eine Erklärung, es gibt dir so eine haptische Erfahrung.
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Ja.
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Und das könnte sein, dass man das dann im Hirn wie mit mit Qualität gleichstellt.
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Ja.
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Ja, ich weiss es nicht.
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Anderes Beispiel sind Fotokameras. Dort ist es ein Ding geworden,
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dass eigentlich jeder Hersteller Kameras rausgibt im Vintage-Stil oder so,
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wie Kameras früher ausgesehen haben.
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Jetzt gibt es den Trend von den Schlüsselanhängerkameras, was auch noch lustig
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ist. Also man nimmt eigentlich eine Kamera wie so die iVAD-Kameras und macht
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die eine Schlüsselanhängergrösse.
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Und ich glaube, wer ist das? Rolay oder so.
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Hat glaube auch eine rausgegeben, die so eine Rolay-Minikamera gab.
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Ja genau, die sieht aus wie irgendeine alte Analogkamera und die kann man sich
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dann so um den Hals hängen und hat irgendwie zwei Megapixel und unbrauchbar.
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Ja.
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Also...
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Aber das Kamera-Ding ist ein gutes Beispiel. Ich habe nämlich,
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das war vor fünf Jahren, die Nikon ZF-C zum Testen.
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Die ist genau, was du sagst, das ist so ein Retromodell. ZF-C.
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Die ist angelehnt an die FM2.
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Also das ist eine richtige Kamera, wo die eine sich noch daran erinnert.
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Und hat natürlich, also eben, mit allen Kompromissen und Unterscheiden,
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also es hat den Hebel nicht,
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den du den Film transportiert hast, das könnte auf eine Art,
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ist es ein bisschen schade, hätte man nicht sich etwas einfallen lassen können,
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was der Hebel würde machen im digitalen Zeitalter oder so,
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aber dafür hat sie natürlich ein Display, wohl oder übel, aber ich habe ihr
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trotzdem so ein bisschen etwas abgewöhnen können, weil sie einen dazu bringt,
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wieder fotografischer zu arbeiten, manuelle Einstellungen zu nehmen.
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Es hat so ein Rädchen oben durch, wo du drüllen kannst und dann kannst du schön
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die Beliechtungszeit einstellen.
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Also die musst du dann nicht in irgendeinem Menü machen und so. Das hat schon etwas.
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Ich möchte mich jetzt beim Fotografieren wieder mehr auf den Kern konzentrieren,
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dann kann das tatsächlich mit so einer Kamera dir gelingen, sage ich jetzt mal.
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Aber muss sie dann auch noch so retro ausgesehen oder so? Ich weiss es nicht.
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Ich glaube, die Nikon-Kamera hat oben die Regler gehabt, zum Beispiel Beliechtungsschritte
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und so, hast du oben über Regler einstellen, was zuspielen,
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die digitale Kamera sich irgendwo im Menü machst, beziehungsweise über irgendwelche
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Shortcuts oder so, und dann siehst du es nur auf dem Display, beziehungsweise, ja.
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Und die hat das halt mit Regler gelöst. Ich weiss nicht, wie gut sich die Kamera verkauft hat.
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Es ist halt also, eben, watch das.
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Aber der nächste Schritt wäre ja dann eigentlich, dass du gerade findest,
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okay, ich tue jetzt wieder analog fotografieren und nehme Filme hinzuführen
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und du sie entwickelst selber. Das wäre dann...
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Das ist dann aber wie eine Entwicklung, die parallel läuft zum Retro-Ding. Ja.
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Also auch die Platte, die wiederkommt, ist ja auch ein Bereich.
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Und auch die Analogfotografie, die man schon 17 Mal gesagt hat,
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die ist jetzt tot. Die ist nicht tot.
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Da gibt es noch 11 Leute, die das machen.
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Und das werden wieder ein bisschen mehr. also das ist die kurzsten aber nicht,
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Geht es da um Retro?
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Ja, ich glaube, wir müssen das schon klar abgrenzen.
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Das Retro als Konsumphänomen, also zum Produkt labeln und Leute abholen,
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das macht ja auch keinen Aufwand.
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Da kaufst du etwas und ob du etwas damit verbindest oder etwas schön findest,
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das ist ja dann eigentlich egal.
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Wenn du gerade bei der Analogfotografie sagst, dass du eine alte Kunst- oder
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Kulturtechnik, eine Kunstform am Leben behalten möchtest,
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findest du sie immer noch wichtig oder machst sie auch explizit als Gegentrend zum Digitalen.
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Wenn jeder Double mit jedem Handy 50 Bilder am Tag macht, dann entwertet das.
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Und heute eben sowieso mit der Caina, wo noch ein paar Double extra kommen,
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wo dann noch ganz viele Bilder mehr machen, wo sie überall hinstellen,
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dann entwertet das die Kunstform vom Bild.
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Und wenn man da wieder ein bisschen die Hürde nachsetzt, um so ein Bild herzustellen,
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dann tut das auf eine Art den Wert wieder
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Zurückbringen. Kann man sich fragen, ob das so ist?
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Ich weiss es nicht, weil die Massen an Bilder und die bringst du dann trotzdem nicht weg aus der Welt.
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Aber das mit der Kulturtechnik und das auch mit den fotografischen Eigenschaften
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von Filmen und Licht beschäftigen, das ist auf jeden Fall nicht verkehrt, glaube ich.
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Und das kannst du analog besser als digital.
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Ja, und ich glaube, ich habe mit der Sendung auch mehr wirklich in diesen Bereichen
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in den Kommerzfaktoren.
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Also man möchte gerade bei diesen Kameras oder so, man möchte den Vintage-Look
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haben, aber gleichzeitig möchte ich eine Kamera haben, die eigentlich den heutigen
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technologischen Möglichkeiten entspricht.
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Und trotzdem irgendwie das Gefühl von alt auslöst.
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Und ich glaube, ich habe wirklich nicht ganz verstanden, warum macht man das?
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Oder eben, warum funktioniert das kommerziell? Weil ich glaube,
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dass es kommerziell funktioniert.
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Und vielleicht ist aber die spannende Zielgruppe einfach,
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ich sage jetzt wirklich, Männer ab 40 oder so, die das vielleicht irgendwie
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erlebt haben und sagten, hey cool, ich möchte das wieder haben.
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Das kann ich wirklich nicht sagen.
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Es geht ja weiter. Ich habe ein Beispiel gefunden, Turnschuhe,
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ein riesiges Thema. Ist das überhaupt nicht meine Weib?
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Ich habe keine Ahnung, ich habe Schuhe, die habe ich auch, aber das ist gerade
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das Einzige, was ich über Schuhe weiss.
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Sie kommen ab Füße, genau.
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Sie kommen ab Füße, etwa das. Über Turnschuhe könnte man eine Sendung machen.
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Nicht mit mir, aber ich weiss schon, dass das ein Thema ist.
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Das ist ein riesiges Ding, aber wir haben alle keine Ahnung.
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Auf jeden Fall, Turnschuhe ist ein Ding.
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Adidas zum Beispiel leitet irgendwelche Turnschuhe aus den 80er Jahren wieder
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auf, die nach einem Modell aus den 80er Jahren gemacht sind.
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Sind Nike und mit irgendwelchen Schuhen, die auch aus den 80er Jahren sind oder
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noch früher, teilweise 70er Jahre und legen die Schuhe wieder auf und man sagt,
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man nimmt jetzt das gleiche Design wieder und scheinbar ist das ein Ding.
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Und bei Turnschuhen habe ich wirklich das Gefühl, das geht dann so ein bisschen
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vor allem Jugendliche auch an, die dann das Zeug auch sammeln oder so. Keine Ahnung.
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Also Turnschuhe ist ein Bereich, wo ich nicht ganz verstehe, wie es funktioniert.
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Aber dort gibt es vielleicht einfach die, Das ist ein Merkmal,
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um sich von anderen zu unterscheiden.
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Und dann kannst du sagen, das ist doch typisch der Trend am Schluss,
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wenn du ganz extrem betrachtest, ist modebewusst sein eigentlich einfach der
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Ausdruck davon, dass du einen gewissen Trend schneller checkst als andere und
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radikaler verinnerlichst.
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Also damit zeigst du eigentlich, dass du eine Antenne dafür hast,
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dass du schneller bist, dass du es dir vielleicht auch leisten kannst,
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wenn du die Leute, die halt ihre Klamotten anhaben, bis es auseinanderfallen.
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Also von ganz Fast Fashion geht ja auch in diese Richtung, dass man wirklich
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einfach den Durchsatz erhöht.
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Am Schluss, ich glaube, ein Teil von diesen sogenannten modebewussten Leuten,
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die machen einfach alles mit, um es mitzumachen, schreibt bitte böse E-Mails,
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wenn ihr nicht einverstanden seid.
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Ich würde mich freuen, wenn ihr sagen würdet, der alte Mann erzählt von Sachen,
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die da nicht draus kommt.
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Das passiert viel zu wenig in dieser Sendung. Darum spitz ich es jetzt noch
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ein bisschen weiter zuspitze.
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Also ich glaube, ein Teil davon ist einfach nur reine performative Darstellung
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nach aussen, dass man sozusagen auf der Höhe der Zeit ist und sich von den anderen unterscheidet,
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die dann das erst drei, vier Wochen später oder gar nie checken.
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Aber das ist doch ein völliger Unterschied. Also wenn zu dieser Retrobestrebung
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von diesen Leuten vielleicht,
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die sagen, sie haben einfach ein Bewusstsein für früher, Oder dann gibt es die,
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die schon auch Nostalgie und sentimental werden und das Gefühl haben,
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früher sei das Leben einfacher gewesen und früher hätte man weniger kämpfen
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mit allem, was wir da zu tun haben.
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Und früher ist vielleicht, also, dass man vielleicht finden kann,
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hey, der Fortschritt geht, der fängt so schnell, ich hätte gerne wieder den Moment,
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wo, was weiss ich was, wo einfach das Radio hast du einschalten müssen und dann
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ist der Sender gekommen und hast nicht noch irgendwie...
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Radio ist jetzt vielleicht ein blödes Beispiel, weil genau dort ja die uralte
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Technik, danke mir, ist schon wie es immer noch funktioniert.
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Aber sagen wir eben, beim Telefon, wo du nicht hast wieder schauen musst,
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was mit dieser SIM-Karte los ist und wie dein PIN ist und so,
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oder? Weisst du, wie ich meine?
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Das ist vielleicht auch so. Dass man an eine einfachere Welt erinnert.
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Spannend finde ich aber das ganze Audio-Thema, weil dort spielt es ja auch mega drin.
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Also im Audio-Bereich, also,
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Hast du noch eine Stereoanlage zu Hause?
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Ich habe keine Stereoanlage zu Hause, aber ich stehe natürlich in einem Studio,
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wo hinter mir Plattenspieler sind und ich habe schon mit viel Vergnügen mit
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diesen Plattenspielern auch Sendungen gemacht.
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Okay. Ich habe eben auch keine Stereoanlage mehr. Ich verfolge halt die Welt immer noch.
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Das finde ich eigentlich noch spannend, obwohl ich eigentlich seit 20 Jahren,
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nein, mehr, ja nicht mehr im Audio- und Videobereich unterwegs bin.
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Finde ich immer noch spannend, was für Geräte rauskommen und auch,
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wieso die ganzen Hi-Fi-Komponentenwelt immer noch funktionieren.
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Also Leute, die sich einfach sagen, ich möchte wieder eine Stereo-Lage haben und es gibt.
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Die Stereo-Lage gibt es in verschiedenen Grössen, also es gibt 43 cm und 27
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cm sind so Normgrössen und 43, das sind die Grossen,
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und in dieser Welt passiert immer noch viel, man kann halt immer noch CD-Player
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kaufen und auch DAB-Radios, die auf diese Komponenten passen.
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Und da gibt es jetzt einerseits natürlich die Entwicklung, dass gewisse Hersteller
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sagen, also B&O ist zum Beispiel sehr bekannt bei dem, dass sie einfach sagen,
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wir haben unsere Stil, wir haben unsere Linien und unsere Geräte passen einfach
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vom Look her immer zusammen.
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Also das B&O Gerät sieht immer aus wie ein B&O Gerät. Natürlich ein bisschen
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moderner und weniger modern, aber grundsätzlich, sie haben ihre Linien.
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Und jetzt gibt es aber andere Hersteller, die dann irgendwo mal gesagt haben,
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ja gut, jetzt haben wir irgendwelche Display und Digital und LED und so Scheissdreck
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alles dran und die gehen jetzt wieder zurück und sagen,
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ja jetzt hast du nur noch Knöpf und du hast jetzt so alte LCD Display wieder
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oder es sieht einfach wirklich wieder aus wie vor.
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30 Jahre und so als bewusste Entscheidung, okay, wir hören jetzt wieder auf
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mit es muss noch farbig rundum mit LED beleuchtet sein, sondern es hat jetzt
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keine Beleuchtung mehr, es hat ein LCD-Display wo nicht mehr leuchtet.
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Finde ich auch eine mega spannende Entwicklung.
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Ja, das verstehe ich gut und um auch bei dieser Musik noch anzusetzen,
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ich habe gemerkt, da mit Platten Sendung machen und ich hätte eigentlich mich vorbereiten sollen.
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Ich schaue, ich renne nachher ganz noch und schaue, ob ich diese Sendung mit
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einem analogen Stück ab Vinyl aufzuhören kann.
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Das hätte ich jetzt wahrscheinlich vorbereiten müssen, aber egal.
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Du machst eine ganz andere Sendung. Hier hast du die Playlist auf dem Computer
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und spielst eins nach dem anderen.
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Und mit der Platte hast du die Platte in den Händen. Und häufig steht,
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nach hinten drauf, hast du gerade ausführlich, also kannst du das Cover anschauen,
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natürlich, wenn dir langweilig ist.
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Und das Cover ist gross.
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Das Cover ist gross.
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Wenn du es ausbreitest, ist es 60 cm breit, das ist riesig.
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Dort hat es dann in diesen Platten häufig auch noch wirklich Informationen,
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wenn du nicht weisst, was ich sage, kannst du ein bisschen von dieser Plattenhülle vorlesen.
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Es ist einfach wirklich schon ein anderes Ding,
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dass du noch den physischen Kontakt zu diesen Medien und nicht einfach irgendetwas
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aus dem Internet oder ab Streaming oder ab einer Festplatte spielst. Das verstehe ich schon.
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Und das glaube ich, das sind wir glaube ich mental und emotional dieser Entwicklung,
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dieser Digitalisierung und Virtualisierung hinken wir noch hintendrin.
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Was heisst hinken wir hintendrin? Ich hoffe auch nie, dass wir das Bedürfnis,
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so Sachen physisch zu erfahren, nicht unbedingt zu verlieren.
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Ich finde das schon auch ein Wert für sich.
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Finde ich auch. Also es ist eigentlich etwas Schönes.
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Also, eben auch da, du musst wie mal irgendwie die Erfahrung gemacht haben und
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sagen, okay, es ist anders, wenn du eine Platte hörst. Es ist ein anderes Bewusstsein.
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Und ich mache den Vergleich halt immer mit dem Kino, das hat jetzt nichts mit
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Retro zu tun oder so, aber das sagen mir halt viele Leute, dass wenn du ins
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Kino gehst, nimmst du den Film ganz anders wahr, als wenn du den zu Hause schaust.
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Und es hat nicht nur mit der Grösse der Linwand zu tun, sondern es hat wirklich
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auch mit dem Bewusstsein zu tun.
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Und vielleicht ist das ja auch genau der Faktor, was ausmacht bei der Retro-Geschichte.
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Also jetzt vielleicht auch bei der Digitalkamera, wo du dann anstatt über irgendwelche
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Funktionstasten Beliechtungszeit einstellen musst.
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Dass du einfach so einen Drehregler hast und durch das nimmst du das schon anders wahr.
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Ja.
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So ist es. Entschuldigung, ich bin da hinten gewesen und habe...
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Du hast eine Platte gesucht.
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Das Mischpult habe ich jetzt aufgestartet. Ich muss mal schauen,
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ob ich da noch schnell... Ich müsste das ganze Hure Mischpult umstellen.
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Ich schaue mal noch schnell.
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Falls du noch etwas zu erzählen hättest, könntest du das jetzt machen.
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Nein? Ja, ich habe noch etwas zu erzählen. Ah, sehr gut. Das finde ich auch
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eine spannende Geschichte.
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Also wenn ihr euch mal so ein bisschen mit Produktdesign oder so beschäftigt,
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googelt mal schon den Dieter Rams das ist ein ich glaube holländischer,
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belgischer oh jetzt ist schon wieder halbwissen woher das der kommt,
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er ist in Deutschland gross geworden, aber er ist glaube ich ursprünglich Holländer,
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was immer der Dieter Rams hat viel für die Firma Braun gestaltet und von ihm
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kommen sehr ikonische Designs, weil er hat sehr reduziert geschafft,
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sehr einfach geschafft man sagt auch, dass Apple sehr viel von seinem Design
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eigentlich übernommen hat und so von seinem Stil, wie er es geschafft hat.
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Und es gibt eine Firma, die heisst Teenage Engineering.
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Die machen Synthesizers und Audiogeräte und Lautsprecher.
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Also ein Synthesizer ist eigentlich etwas, was ich kann...
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Ein Musiksignal reingeben und dann kann ich mit verschiedenen Reglern Höhen,
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Tiefen und Pitch also halt den Ton verändern, einfach gesagt.
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Und die machen so Produkte und lustig ist vielleicht können wir das in die Show
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Notes tun, die Produkte sehen nicht aus wie klassische Musikprodukte,
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wie es halt aussehen sondern sie haben also den,
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retro 80er Jahr Look also es
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sind graue Gehäuse mit orangen und grünen Knöpfen und es sieht einfach so,
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es sieht alles so ein wenig nach alt aus und es ist sehr durchgedenkt eigentlich vom Design her.
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Es entspricht einfach nicht, also es sieht komplett anders aus als andere Musikgeräte.
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Und finde ich auch sehr spannende Entscheidung, dass die gesagt haben,
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okay wir machen jetzt einfach mal irgendwelche Synthesizer, wo es viel mehr auf dem Markt gibt.
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Und von anderen Herstellern und die haben gesagt, wir machen die einfach komplett anders.
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Die sehen bei uns jetzt einfach anders aus und die haben irgendwie Erfolg mit dem. Finde ich witzig.
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Wunderbar. Also das haben wir ein Schlusswort. Wir müssen heute einigermassen pünktlich aufhören.
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Ich glaube, ich schaffe es nicht mehr. Ich kann tatsächlich...
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Sie gönnt jetzt nicht mehr.
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Sie gönnt. Ich habe den Plattenspieler aufgestartet.
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Allerdings ist mir jetzt wirklich nicht klar, wenn der Kai das Mischbull konfiguriert
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hat, dass ich den jetzt direkt da überbringen würde. Also eben.
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Egal.
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Retro funktioniert halt gleich nicht immer. Manchmal ist digital und neu gleich
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besser. Nein, funktioniert ja auch nicht immer. Wir wissen es nicht.
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In dem Fall.
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Schreibt uns eure besten Retro-Produkte, die ihr im Einsatz habt.
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Die neu sind, aber alt ausgesehen. Das nennt mich Wunder.
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Das ist eine sehr gute Idee. Das würde mich auch interessieren.
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Und ja, ich glaube, da haben wir wirklich viel auch aus der Community noch Inputern,
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die wir weiter liefern können, was sich an dieser Retrofront tut.
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Ich habe zum Beispiel eine wunderbare App auf dem iPhone, die mir das allererste
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iPhone-Betriebssystem simuliert. Wirklich?
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Wie heisst das?
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Das heisst, ich muss nachschauen.
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Aber eben, es ist auch wieder so ein Retro-Ding. Ich weiss nicht, wer das braucht.
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Ich springe darauf an und denke, oh, mega cool, ich würde es ausprobieren,
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aber eigentlich ist es unbrauchbar.
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Also im Softwarebereich gibt es natürlich, den haben wir jetzt völlig ausklammert.
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Den haben wir völlig weglassen.
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Da gibt es einen riesen Bereich, dass du inzwischen alte Betriebssysteme im
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Browser laufen lassen kannst.
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Ich habe ja Ende letztes Jahr das Gefühl gehabt, ich müsse jetzt ein Bild im
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allerersten Photoshop 1.0 von 91 oder 92 bearbeiten.
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Und ich habe es auch nicht gebracht, es geht im Browser-Effekt.
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Aber es ist recht aufwendig und man kann sich ein bisschen fragen, für was es gut ist.
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Aber so gesehen bin ich im Fall echt auch ein bisschen anfällig für das Retro-Zeug. Aber genau.
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Das ist glaube ich ein gutes Schlusswort. Es ist aufwendig und man weiss eigentlich
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nicht genau, warum man es macht, aber irgendwie macht man es eben gleich.

Kevin mag alte Autos. Und damit ist er nicht ganz alleine. Immer wieder kommen moderne Produkte im Retro-Look auf den Markt. Retro-Spiele erleben ein Revival. Aber warum haben Retro-Produkte auch einen Charme für Leute, welche diese Zeit gar nie erlebt haben?

Matthias und Kevin tauchen tief in die Welt der Retro-Produkte ein. Warum kommen so viele Produkte im Design der 70er und 80er Jahre zurück auf den Markt? Ist es die Sehnsucht nach einer einfacheren Zeit, der Wunsch nach haptischen Erlebnissen oder schlichtweg cleverer Kapitalismus?

Wir diskutieren über Casio-Uhren und warum junge Leute heute wieder digitale Klassiker aus den Achtzigern tragen. Was hat es mit IKEA «Nytillverkad» auf sich? Warum kommen die wirklich hässlichen orange-braunen Muster der Siebziger zurück? In der Fotografie verstehen wir, worin der haptische Reiz einer Kamera wie der Nikon Zfc besteht, die sich auf die manuelle Bedienung konzentriert – und warum Leute mit Film und Entwicklungsbädern gegen die Flut der digitalen Bilder aus Smartphones und KI ankämpfen.

Im Bereich des Audio-Designs untersucht Kevin den Einfluss von Design-Ikonen wie Dieter Rams und modernen Synthesizern von Teenage Engineering.

Die Links zur Episode

Beitragsbild: Den einen wird warm ums Herz – andere vermissen hohe Auflösung und 3D (Alexander Grigoryev, Unsplash-Lizenz).

Veröffentlicht von Matthias

Nerd since 1971.

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