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Man kann ja, eigentlich könnte man ja aus der Beobachtung raus, die wir gemacht haben,
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dass eben Dass die Welt immer mehr in einzelne Bubbles zerfällt und die Segmentierung viel grösser wird.
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Dass man nicht mehr ein Wett'n'dass hat, das sicher nicht alle toll finden.
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Früher haben die eine, Mireille Mathieu, wenn sie im Wett'n'dass kam,
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dann waren nicht alle glücklich.
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Man hat viel mehr die Fragmentierung und die Einzelinteressen,
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da muss man doch eigentlich sagen,
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da muss sich das SRF noch breiter aufstellen und es muss auch im Streaming oder
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auf TikTok oder so Inhalte anbieten, die du jetzt im Fernsehen nicht machen könntest.
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Aber dass trotzdem auch die Medienanstalt noch stattfindet im Leben von den Leuten,
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die mit linearem Fernsehen und einmal einschalten und mit diesen Themen gar
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nichts mehr anfangen können, weil sonst landen die dann bei irgendwelchen Inhalten
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und so und werden überhaupt nicht mehr abgeholt von dieser Idee,
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dass man jetzt da doch noch journalistisch sorgfältig mit unter Rahmenbedingungen
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ein Programm produziert, das auch gewisse Qualitätsansprüche erfüllt.
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Also Digikrismen müsste eigentlich verlangen, dass es noch viel vielfältiger
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werden müsste, als es heute ist.
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Eigentlich schon. Wenn man jetzt ein Zeug nimmt, was gerade im Iran passiert,
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oder halt einfach dort im Orient.
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Da könntest du einen Tagesschaubeitrag von drei Minuten machen.
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Wir haben es gehört, Aufmerksamkeit, ich sage jetzt von einem Teenager.
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Ist etwas kleiner. Die SRF hat einen Social-Media-Kanal und dann haben sie halt
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jemanden, der das in 30 Sekunden erklärt.
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Es ist natürlich klar, nicht so komplex, aber er weiss, was es ist.
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Und eben auch, wer macht das ausser die SRF? Weil bei SRF glaubst du,
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es sind Leute, die haben Journalismus studiert, die wüssten, was es ist.
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Ja, da kannst du auch sagen, wenn du jetzt jemand anderes hast,
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der das macht, in gleicher Qualität und damit gewinnen kann, Be my guest.
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Sonst gibt es einen Ombudsman, den dich beklagen kannst, wenn du es nicht gut
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findest. Oder es gibt einen Programmbeschwerden, den du machen kannst.
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Probiere mal, bei einem TikToker einen Ombudsman zu finden. Oder einen Programmbeschwerden
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zu machen. Es gibt auch einen Twitterer.
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Der ein absoluter Tesla-Fan ist. Und wenn es irgendwo den Eilen nicht gerade
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vergötet, macht er immer Beschwerden.
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Und sie werden aber immer abgelehnt. Logisch. Also ich würde jetzt wirklich
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sagen, ich habe es auch hier geschrieben,
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ich würde jetzt sagen, SRF ist vielleicht ganz, ganz, ganz, ganz,
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ganz leicht links, aber sicher nicht so rechts wie die Weltwoche. Also by far.
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Ja, das ist eine schwierige Diskussion. Ich weiss nicht, ob wir jetzt,
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wir haben eigentlich nur noch eine Minute, ob wir die aufmachen wollen.
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Also tendenziell zeigt sich einfach, dass als Journalist wirkst du vielleicht
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oft links, weil du auch natürlich dich um Veränderung kümmerst.
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Und konservative Leute wollen, dass alles so bleibt, wie es ist.
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Aber für den Journalismus ist nicht sehr interessant, wenn du schreibst,
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es ist heute alles so geblieben, wie es schon immer gewesen ist.
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Dann hast du nämlich deine Zeitung oder auch dein Fernsehprogramm nicht gefallen.
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Dort ist es interessanter, wenn,
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offen bist für Veränderung und über diese Berichte, musst du sie ja nicht immer gut finden.
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Aber die Offenheit grundsätzlich, dass sich Sachen nicht gleich bleiben,
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das ist inhärent bei diesem Journalismus, würde ich jetzt mal so sagen.
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Aber zum Schluss noch ein kleiner Programm-Tipp oder ein Blogpost.
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Ich habe einen interessanten Podcast zu diesem Thema gehört.
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Ich habe ihn dann auch besprochen. Er ist eigentlich für den deutschen und den
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österreichischen Raum gedacht, oder ist der Podcast gewesen.
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Der sich dort Gedanken darüber gemacht hat, mit welchen Mitteln,
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dass der öffentlich-rechtliche Raumfunk zukunftstauglich werden könnte.
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Und eben eine Idee ist zum Beispiel, und das ist heute schon so,
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dass die Mediatheken auf einer Open-Source-Lösung basieren und auch interoperabel sind.
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Das heisst, dass man zum Beispiel in der Mediathek vom ZDF dann auch Inhalte
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von der ARD und von ART und von der USAT einblenden und das ein bisschen mischen.
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Und dadurch, dass man die Inhalte dann auf mehreren Plattformen ausspielen kann,
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dass man dann eben auch einsteigt.
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Ein grösseres Angebot hat. Und dass in so einer Mediathek, wenn man alle öffentlich-rechtlichen
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Inhalte, man kann ja das gut ausdehnen,
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man könnte auch Sachen aus der Schweiz und aus Frankreich und aus Italien und
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wo es überall öffentlich-rechtliche Sender gibt, mit Untertitelung und wie auch immer drin,
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dann hast du ein grösseres Angebot und dann wirkst gegenüber einem Netflix oder
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einem YouTube oder einem TikTok eben nicht mehr so schmächtig als Inhaltsanbieter,
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sondern du hast eben mehr zu bieten.
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Und ich glaube tatsächlich, wir haben es heute mit so fetten Plattformen zu tun.
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Und wenn man es schaffen würde, dass das, auch wenn sie natürlich nicht im Sinne
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von so geschlossenen Plattformen sind, wie wir immer kritisieren bei den Tech-Konzernen und so,
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aber wenn sie den Eindruck haben von einer geballten Inhaltsladung von so einer grossen Plattform,
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dass sie dann auch die öffentlich-rechtlichen oder Service-Bubliquus,
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wie es bei uns heisst, auch ein bisschen zukunftsträchtiger könnten wahrgenommen
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werden, weil sie eben mit Netflix und so mithalten können.
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Kevin, einen möglichen Weg oder hast du, was wäre so dein famous last word für das Thema?
Twin Peaks war übrigens vor ein paar Wochen in der ARTE Mediathek. Staffel 1 und Staffel 2. Falls nicht mehr vorhanden, soll sich Matthias bei Bedarf bei mir melden. 😁