Digital 348: Werbung im Netz – ein blockierbares Übel

Werbeblocker im Netz gibt es schon lange, doch in letzter Zeit ist der Konflikt eskaliert: Die Banner zunehmend übergriffig und behelligen die Surfer nicht nur multimedial und seitenfüllend, gelegentlich auch mit Viren und Trojanern, die zusammen mit der Werbebotschaft ausgeliefert werden.

Die Inhaltsanbieter ihrerseits stellen den Surfern inzwischen oft vor die ultimative Wahl, den Werbeblocker abzuschalten oder auf den angesteuerten Artikel zu verzichten. Verschärft wurde das ganze Dilemma durch Apple. Mit dem letzten Update des iPhone-Betriebssystems können auch mobil Werbeblocker verwendet werden.

Ist das Modell der Internetwerbung gescheitert und wollen die Werbetreibenden das bloss nicht wahrhaben? Oder wäre es mit einer Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten noch zu retten?

Wir diskutieren mit Laura Dornheim von Adblock Plus – einem Werbeblocker, der seinerseits nicht unumstritten ist. Er hat das Konzept der «akzeptablen Werbung» etabliert, die auch vom Sperrprogramm durchgelassen wird, weil sie den Nutzer nicht belästigt. Der Haken: Grosse Werbetreiber bezahlen für die Beurteilung ihrer Werbung als akzeptabel.

Vor Kurzem wurde bekannt, dass Adblock Plus mit Flattr kooperiert. In diesem neuen Modell sollen die Surfer, die auf Werbung verzichten, einen kleinen Obolus entrichten, der dann den Webseitenbetreibern zu gute kommt, bei denen sie die Werbung ausgefiltert haben. Kann diese Idee, so gut sie klingt, tatsächlich funktionieren?

Siehe auch: Online-Werbung als Zankapfel

Digital 347: Es bottet im Netz

Bots sind Dialogroboter, die uns am Telefon oder im Internet in Dialoge verwickeln – und zwar gelegentlich ohne sich als digitale Entität zu erkennen zu geben. Simon Hegelich sagt, dass wir ihnen schon heute begegnen, ohne dass uns das immer bewusst ist. Hegelich ist Professor für Political Data Sciences an der Technischen Universität München und hat erforscht, wie sich Bot-Armeen auf sozialen Medien in den Dienst der ukrainischen Nationalisten stellen – und mit welchen Tricks man sie enttarnt.

Im Gespräch geht es auch um die Fragen, woher Bots ihre Informationen beziehen, wie man sie manipulieren kann und ob sie als künstliche Intelligenzen gelten, zumal sie ja den Turing-Test zu bestehen scheinen.

Simon Hegelich führt auch ein Blog und kam mit seinen Aussagen neulich auch im Tagesanzeiger zu Wort.

Digital 346: Glaubenskriege und iTunes-Pannen

Kevin ist auf Kinomission und wird würdig vertreten durch den Mann, der in «Star Trek: The next Generation» Lieutenant Commander Data würdig hätte vertreten können: Nämlich Dominik Dusek, der auch die österreichische Politik analysieren kann wie kein zweiter (nur nicht in dieser Sendung hier) und eine der weltweit interessantesten E-Mail-Signatur besitzt.

In dieser Sendung, die eigentlich Kummerbox Live betreiben sollte, geht es denn auch über analoge und digitale Spiele, um zwei Podcast-Empfehlungen und ums vulkanische Pon Farr. Abgesehen davon werden tatsächlich ein, zwei Hörerinnenfragen beantwortet. Nämlich: Warum kommt in iTunes die Musiksammlung total durcheinander? Wie kann man Papierfotos am besten digitalisieren? Und: Wie nutzt man Netflix unterwegs, ohne gleich sein ganzes Datenguthaben aufzubrauchen?

Die Links zur Sendung:

Digital 345: Richard Stallman

Richard Stallman kämpft seit dreissig Jahren für die freie Software (Radio Stadtfilter berichtete).

Nun hatte Matthias die Gelegenheit, mit Richard Stallman in Zürich ein Gespräch zu führen. Daraus ist einerseits ein Zeitungsartikel und andererseits ein Youtube-Video entstanden.

Im Digitalmagazin gibt es nun zwei Ausschnitte aus diesem Gespräch, exklusiv mit einer deutschen Übersetzung:

Richard Stallman erzählt, wie er es als junger Student am MIT mit freier Software zu tun hatte und dann erleben musste, dass unfreundliche Administratoren, verwaltungsfreudige Professoren und kontrollsüchtige Softwarekonzerne die Möglichkeiten dieser Software immer weiter eingeschränkt haben.

Stallman, der seit 30 Jahren gegen die, in seinen Worten, faschistoiden Softwarekonzerne und für die Freiheit der Anwender kämpft, nimmt auch Stellung zu der Frage, wie erfolgreich seine Free Software Foundation überhaupt war – zumal Apple mit seinen «goldenen Käfigen– die Benutzer mehr anzuziehen scheint als die freie Software.

Das gipfelt in der Debatte, ob echte Freiheit für die Anwender überhaupt möglich ist, wenn die allermeisten Softwarehersteller von kapitalistischen Gewinnmaximierungsinteressen angetrieben werden.

Im Podcast zu der Sendung> gibt es eine weitere Exklusivität: Als die Videokamera bereits ausgeschaltet war, kam das Gespräch auf die Werbung im Netz und verwandte Themen, zu denen Stallman gerne Stellung nehmen wollte. Diese gibt es, allerdings ohne Übersetzung, am Ende des Gesprächs, nur für die Hörer unseres Podcasts.

Final ein Wort des Dankes an Andrew, der die deutsche Synchronstimme von Richard Stallman eingesprochen hat.

Digital 344: Jedes Dröhnchen macht ein Freudentönchen

Drohnen, WLAN-gelenkte Raser-Kugeln und andere WLAN- und Bluetooth-gelenkte Spielzeuge. Kevin und Matthias entdecken ihr inneres Kind und lassen dem freien Lauf beim Ausleben des digitalen Spieltriebs.

Oder: Nach den Sexspielzeugen in Sendung 330 vergnügen wir uns jetzt jugendfrei!

Die besprochenen Gadgets:

Digital 343: Chef, die nächsten 3 Wochen arbeite ich zu Hause

Der fixe Arbeitsplatz ist zunehmend in Frage gestellt – durch neue Arbeitsformen wie Desksharing und Homeoffice. Was versprechen sich die Unternehmen von diesen neuen Arbeitsformen und was bedeuten sie für die Arbeitnehmer:

Weniger Pendeln und mehr Flexibilität, eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie und ein Gewinn an Lebensqualität – oder doch einfach mehr Druck, Arbeit auf Abruf rund um die Uhr und die Gefahr von Burnouts?

Diesen Fragen gehen wir zusammen mit Barbara Josef nach. Sie war acht Jahre lang Mediensprecherin von Microsoft Schweiz und hat sich dort für die Nutzung der neuen Möglichkeiten eingesetzt. Heute berät sie mit ihrem eigenen Unternehmen zu diesen neuen Arbeitsformen.

Digital 342: Der dumme Mensch im iPod Shuffle

Was mit Glaubenskriegen und Religionskritik anfängt und somit das Potential zur Eskalation hat, artet dann zum Glück doch nicht aus – sondern entwickelt sich zu einer fast normalen Kummerbox-Live-Sendung:

Wir beschäftigen uns mit den Mysterien eines pinkfarbenen iPod Shuffle, mit dem Marceline in Brasilien das Digitalmagazin hören möchte. Wir versuchen, ein störrisches Mail von Pascales Festplatte zu verbannen. Und wir vertreiben Schadsoftware von Danis Festplatte.

Die Links zur Sendung:

Digital 341: Wenn Videogames Bücher wären

Vor zwei Wochen ging es um den Nerd als Filmhelden – jetzt widmen wir uns den Büchern: Welche Romane, Thriller und Sciencefiction-Storys vermögen es, unsereins zu entzücken?

Hauptthema sind Geschichten, in denen die Grenzen zwischen der Realität und Videospielwelten verschwimmen. Ausserdem: Ein echtes Zeitreise-Paradoxon. 

Die besprochenen Bücher:

Digital 340: Meine Daten gehören mir!

Immer mehr Geräte, immer grössere Datenberge – da ist die Cloud ein patenter Vermittler, der dafür sorgt, dass jede Datei überall und jederzeit abrufbereit ist. Der Nachteil dieses bequemen Lebens: Man gibt seine Daten aus der Hand und geht ein schwer quantifizierbares Privatsphären-Risiko ein.

Darum diskutieren maege und Matthias die Alternativen: Angefangen von der vergleichsweise einfachen Sync-Software Bittorrent Sync, die Daten auf Desktop-Rechner und Mobiltelefone bringt, über Brücken-Lösungen wie die Nutzung von Dropbox, Onedrive und iCloud mit eigener Verschlüsselung bis hin zum Betrieb einer eigenen Wolke reicht das Spektrum der möglichen Lösungen.

Am Rand bemerkt: Das ist die, bis auf die etwas dumpfen Jingles gelungene Premiere von Matthias’ Heimstudio.

Digital 339: Bewegtbilder für unsereins

Der Nerd im Film – als Haupt- und Nebenfigur, als Klischee und als Vorbild. Kevin und Matthias sprechen über ihre Lieblingsfilme und Serien aus Kinder-, Jugend- und Erwachsenentagen, bei denen wir uns mit den Charakteren identifizieren konnten – und wo die Technik eine (mehr oder weniger) überzeugende Nebenrolle spielte.