Der zweite Teil unserer Sendung zur Überwachung im Internet. Im ersten Teil letzte Woche haben wir uns darüber unterhalten, warum wir uns nicht tracken lassen möchten, selbst wenn wir keine unmittelbaren Schäden zu gewärtigen haben. Im zweiten Teil geht es nun um die technischen Möglichkeiten, sich zur Wehr zu setzen:
Wir erklären, wie man den Browser sicherer macht, verschlüsselt kommuniziert und telefoniert, Benutzerkonten abdichtet, seine geografische Herkunft im Netz verschleiert und unerkannt im World Wide Web surft.
Und immer bleibt die Frage: Wie behält man das Mass und wird nicht gleich zum Paranoiker? Die Sicherheitsmassnahmen bergen nämlich die Gefahr, dass man, wenn man sie konsequent beachtet, bei jedem Schritt und Tritt im Internet den möglichen Missbrauch im Hinterkopf hat. Das möchten wir auch verhindern – indem wir zeigen, dass auch kleine, unaufwändige Massnahmen etwas bewirken, und man den Spass an der Sache nicht zu verlieren braucht.
War da mal was mit einem Typ namens Snowden? Haben wir die Fichenaffäre schon erfolgreich verdrängt? Glauben wir tatsächlich, nichts zu verbergen zu haben? In der heutigen Sendung artikulieren wir unser Bauchgefühl: Diese ungute Ahnung, dass im Moment einiges gewaltig schief läuft. Da greift die Überwachung um sich – und niemand scheint das gross zu stören. Und auch wenn der neue Präsident drüben im grossen Amerika schon einmal übt, wie man eine Demokratie in einen Führerstaat umbaut, stecken wir lieber den Kopf in den Sand. Zugegeben, es ist unangenehm uns auszumalen, in welche Bredouillen wir hineinrasseln könnten, wenn ein Typ wie dieser Trump jedes unserer kleinen Geheimnisse in einer NSA-Datenbank abfragen kann. Oder wenn ein einheimischer Potentat sich einmal unseren Facebook-Feed genauer anschaut.
Ja, wir regen uns über die Passivität vieler Betroffenen auf – und wollen Bewusstsein schaffen. Doch wir schaffen es, den grössten Teil der Sendung neutral zu bleiben und die Situation nüchtern zu analysieren:
Wer interessiert sich für unsere Daten – und warum? Mit welchen Mitteln und wie werden wir überwacht? Was könnten die unmittelbaren Folgen sein und wie gehen wir persönlich mit diesem Gefühl um, dass uns ständig einer über die Schultern schaut?
In einem zweiten Teil gehen wir dann nächste Woche auf die technischen Möglichkeiten ein, mit denen man seine Daten und die persönliche Kommunikation schützt – und sich die Neugierde erhält, im Internet auch mal eine Sexdating-Site anzuklicken, ohne gleich Angst zu haben, sich dafür irgendwann mal rechtfertigen zu müssen.
Jörn Loviscach ist Professor an der Fachhochschule Bielefeld. Et hat auf YouTube Millionen von Zuschauer. Und das, obwohl man bei ihm nicht lernt, wie man sich stylt oder eine Quiche Lorraine bäckt. Nein, bei ihm lernt man Mathe, und zwar auf die trockenste denkbare Art: Man sieht die Wandtafel und hört seine Ausführungen – die ihrerseits aber umso plastischer sind.
Wir fragen den Mathe- und Physiknerd Loviscach: Wie ist diese Unterrichtsform entstanden? Warum ist sie bloss so erfolgreich? Warum mag er den Begriff des Bummelstundenten nicht, den «Der Spiegel» einmal für sein Kernpublikum geprägt hat? Und sehen wir hier bereits die Anfänge des Lernens in der Zukunft – womöglich ohne Uni und Hörsaal, sondern komplett virtuell, mit Tausenden von Studenten am Bildschirm, die auf einen Prof kommen?
Die Idee zu dieser Sendung hatte Digichris. Er erklärt uns, wie er seinen Mathe-Knoten aufbekommen hat und nun diesem Fach, das auf viele furchteinflössend wirkt, durchaus schätzen gelernt hat.
Kevin war in Kap Verde und ist gerade noch rechtzeitig für die heutige Kummerbox-Live-Sendung zurückgekommen. Kap Verde? Darüber müssen wir natürlich reden: Was hat ihn dorthin verschlagen? Mit welchen Eindrücken ist er zurückgekommen? Und weil Kevin auch auf dieser Reise sein Videotagebuch geführt hat, stellt sich nerdtechnisch die Frage: Wie lädt man ein Full-HD-Video nach Youtube hoch, wenn die Internetverbindung im Hotel auf der langsamen Seite angesiedelt ist?
Für Matthias, der gerade im Hamsterrad des Alltags rödelt, drängen sich noch zwei weitere Fragen auf: Wie schafft es Kevin, diese Projekte in seinen Alltag zu integrieren, wo er auch sein Unternehmen am Laufen und die Kunden zufriedenzustellen hat? Und wie halten wir Nerds es eigentlich mit der Routine – ist sie uns manchmal lästig? Oder sind wir doch ganz froh, wenn schon am Morgen absehbar ist, was der Tag so bringen wird?
Nach diesem Moment der Selbstfindung tun wir natürlich auch, wozu wir gekommen sind: Wir gehen auf die Anliegen der Zuhörer ein:
Adrian sieht an seinem iPad immer wieder eine Fehlermeldung in Safari: «Die Webseite wurde neu geladen, da es ein Problem damit gab». Hans Jakob fragt, was der beste Weg ist, Inhalte aus den Mediatheken von SRF und Co auf seinen smarten Fernseher zu bringen – der gar nicht so smart ist, weil er das nicht von Haus aus kann. Und Paul fragt: Wann ist es eigentlich Zeit für einen neuen Computer?
… und wie lässt sich das Handy-System flicken? Bei dieser Frage hat sich in unserer Jahresrückblick-Folge eine grössere Meinungsverschiedenheit zwischen maege und Matthias aufgetan.
Maege findet, die Medien würden oft undifferenziert berichten und Fehler dem Betriebssystem anlasten, die eigentlich die Gerätehersteller zu verantworten hätten. Matthias seinerseits findet, Google – und die für Android verantwortliche Open Handset Alliance – hätte von Windows lernen müssen. Bei Microsofts Betriebssystem wurden alle die Fehler schon einmal durchexerziert, die jetzt bei Android nochmals wiederholt werden.
Bemüht um ein versöhnliches Ende – und einen friedlichen Jahresbeginn – geben wir abschliessend praktische Tipps, wie man auch als Android-user sicher bleibt.
Immer schneller von einem Hoch zum nächsten – und dazwischen die Angst vor dem Loch. Das klingt wie das Leben eines Junkies, und ist es in gewisser Weise auch. In den sozialen Medien und auf den traditionellen, aber klickgetriebenen Nachrichtenkanälen wird der Hunger nach dem grossen Nachrichtenkick immer grösser: Den nennen wir Hype, weil er so schön prickelt, sich ständig weiterdrehen lässt, uns allen die Möglichkeit gibt, uns auf Twitter und Facebook darüber auszulassen und uns in eine kleine Massenpsychose hineinzusteigern.
Wir gehen dem Phänomen des Hypes nach. Dazu beginnen wir bei der Mutter des neuzeitlichen Hypes – der Vorstellung des ersten iPhones durch den grössten aller Master of Ceremonies, Steve Jobs. Wir beschäftigen uns mit diversen kleineren und grösseren Hypes, vor allem rund um Pokémon Go und Super Mario Run – und jüngst mit der Eröffnung der neuen Google-Büros an der Sihlpost (Hashtag #Gruezigoogle) Wir fragen uns, wie aus einem Hype eine Blamage wird, wie er sich von den Memes abgrenzt und wie er mit der destruktiven Variante, dem Shitstorm verwandt ist. Auch hier mit dem Verweis auf ein aktuelles Beispiel, dem seltsamen Shitstorm rund um Xing und um Roland Tichy.
Ende letzten Jahres haben die SBB eine Open-Data-Plattform gestartet und stellen nun viele Betriebsdaten der Öffentlichkeit zur Verfügung. Was ist die Absicht hinter diesem Projekt? Wie lassen sich die Daten nutzen und wie schwer ist es, sie in ein eigenes Projekt einzubinden. Und überhaupt: Wie wichtig ist Big Data heute für den Bahnverkehr?
Diese Fragen rund um opentransportdata.swiss beantworten uns Rahel Ryf, Leiterin der Fachstelle für die Open Data Plattform, Christian Trachsel, Open Data Verantwortlicher bei den Bundesbahnen und Richard Lutz als Vertreter des Projekts.
Mit Max Klaus wagen wir eine Auslegeordnung in Sachen Sicherheit: Welche Betrugsmaschen hatten im letzten Jahr Hochkonjunktur? Welche «Klassiker» der Cyberkriminalität sind nicht totzukriegen und mit welchen neuen Maschen haben wir es zu tun? Und gibt es vielleicht auch Betrugsmethoden, die verschwunden sind?
Zur Sprache kommt die ganze Bandbreite vom Phishing über die Attacken auf Websites und -shops bis hin zu den Erpressungsversuchen mit Nacktbildern und Datenraub.
Max Klaus ist stellvertretender Leiter bei der Analysestelle Informationssicherung des Bundes (Melani) und sagt, wie er es verhindern konnte, angesichts der ständigen Beschäftigung mit der dunklen Seite des Netzes nicht ganz paranoid zu werden – obwohl seine Frau sagt, er sei es schon längst.
Der letzte Teil unserer grossen Jahresendtrilogie: Wir brausen durch Tops und Flops bei den digitalen Inhalten, um uns ausführlich den Ab- und Aufsteigern zu widmen. Es gibt einige alte Bekannte, zum Beispiel – Spoileralarm! – Apple und Jony Ives teures Fotobuch.
Andererseits gibt es überraschende Neuzugänge. Zum Beispiel das Internet, das – traurig genug – zu den Absteigern zählt. Doch es gibt Hoffnung: Für Fotofans, Feinde der Petromobilität und die Techno-Fotografen.
Der zweite Teil unseres grossen Realitätsabgleichs: Er fängt harmlos an mit maeges Methode, seine Arbeitszeit zu erfassen und geht – abgesehen von ein paar Flüchen – harmlos mit «Pokémon Go» weiter. Doch dann kommt Matthias auf die Idee, Android als Softwareflop zu bezeichnen – wegen der Sicherheitslücken und dem, in Matthias’ Augen Verrat an der Idee der freien Software. Das kann nun maege nicht so stehen lassen, weswegen sich ein unvorweihnachtlicher Streit entspinnt.
Aber keine Angst, es gibt keine Schlägerei, sondern das Bekenntnis, dieses Android-Sicherheitsthema im neuen Jahr auszudiskutieren. Wir schaffen es auch, noch einige Webtops zu besprechen, beispielsweise picdrop.de und Amazon Cloud Drive. Der Abschluss ist dann wieder etwas emotinaler, weil sich Matthias über die Überwachung im Netz und das neue Nachrichtendienstgesetz aufregt.