Trotzdem: Aufarbeitung ist angesagt! Einerseits kommen wir nicht darum herum, unser eigenes Skype-technisches Versagen von letzter Woche zu beleuchten. Andererseits müssten wir auch über die Wahl sprechen – und vor allem die sozialmedialen Verwerfungen, die bis in unser eigenes Land reichen und uns zum Beispiel einen wie verrückt twitternden Roger Köppel beschert haben. Lässt sich das irgendwie noch stoppen?
Wir haben aber auch vor, mit einem Auge nach Cupertino zu schielen, wo Apple parallel zu unserer Sendung die neuen Macs vorstellen wird. Und ein weiteres, unerfreuliches Thema ist die EU: Sie will die Verschlüsselung bei Messengern wie Whatsapp, Signal und Threema aushebeln – was gar keine schlaue Idee ist.
Die Leitungen nach Washington stehen. Unser Reporter hat sich vor dem Weissen Haus in Stellung gebracht. Die Experten im Studio sind geschminkt und der Baldriantee zur Beruhigung der Nerven köchelt in der Studioküche. Mit anderen Worten: Wir sind bereit für die erste grosse Nerdfunk-Sondersendung, wie sie die Welt noch nie gehört hat! Wir werden die US-Präsidentschaftswahl durch die ganze Nacht begleiten und das Mikrofon nicht niederlegen, bevor Sleepy Joe… pardon: bevor der neue Präsident gewählt ist.
Nein, das war eine Lüge von trump’schem Ausmass. Wir bestreiten heute unsere übliche halbe Stunde, um im Anschluss ins Bett zu gehen, dort von einer besseren Zukunft zu träumen und uns morgen beim Frühstück überraschen zu lassen, was unsere Freundinnen jenseits des grossen Teichs denn nun entschieden haben – so, wie es jeder vernünftige Mensch tun sollte.
Doch wir wollen die (hoffentlich) letzte Gelegenheit wahrnehmen, aus Nerd-Sicht zu beleuchten, wie sich das Klima in den sozialen Medien verändert hat, der Druck sogar mit Trump auf die grossen Tech-Konzerne gestiegen ist – und wie es weitergehen könnte. Hat Trumps gigantischer Ausstoss an Tweets Twitter nun geholfen oder eher geschadet? Wird sein Vermächtnis in der digitalen Welt vor allem in jenem denkwürdigen Moment bestehen, als er den Chef des iPhone-Konzerns Tim Apple genannt hat?
Zugegeben – das ist eine polemische Frage für eine friedfertige und entspannte neue Nerdfunk-Folge. Aber es ist nun einmal so, dass Helen die Frage nach dem Tracking in Apps aufgeworfen hat. Und das ist leider eine Büchse der Pandora, bei der im Vergleich die Cookie-Warnungen im Web schon fast niedlich erscheinen. Denn bei Apps sammelt Google (offenbar) Daten, was das Zeug hält.
Das besprechen wir in dieser Ausgabe von Kummerbox live. Ausserdem geht um die Frage, wie man die Suchmaschine von diesem besagten, abgrundtief bösen Konzern besser ausreizt.
Ausserdem gilt es, ein Problem in OpenOffice zu lösen und einen Ersatz für Picasa zu finden. Picasa ist noch so ein Produkt von Google – allerdings eines, inzwischen das Zeitliche gesegnet hat. Und schliesslich möchte Urs mit seinen Schülern bloggen und fragt uns, wie das am einfachsten geht. „Wie abgrundtief böse ist Google wirklich?“ weiterlesen
Wir sind nicht ganz so überrascht wie der Bundesrat, dass wir nun wieder im Homeoffice sitzen. Doch es ist nun einmal so – und trotzdem haben wir nicht vor, in Depression zu versinken.
Stattdessen veranstalten wir eine spontane Folge aus unserer lockeren Patch-Tuesday-Reihe: In der plaudern wir über die Neuigkeiten aus der digitalen Welt und analysieren wichtige Trends und Ereignisse.
Derzeit zu reden geben die neuen iPhones, die Ende Woche in den Handel kommen. In vier Varianten gibt es Apples Telefon inzwischen – und damit ist es vorbei mit der Einfachheit, die Apples Produktsortiment ursprünglich ausgezeichnet hat. Ist das schlimm? Oder ist es ein Zeichen, dass die Smartphones keine grandiosen Neuerungen mehr zu bieten haben und die Hersteller die Kundschaft durch mehr Auswahl in die Läden locken müssen.
Weitere (mögliche) Themen für die Sendung: Nokia baut ein Handynetz auf dem Mond; Neue Wettbewerbsklage gegen Google; MTV ist zurück – in gewisser Weise.
Ja, mit den Ferien ist es 2020 nicht so grandios gelaufen. Die meisten von uns haben ihre Pläne für dieses Jahr stillschweigend begraben oder zumindest massiv redimensioniert. Und ja – das Berner Oberland oder der Walensee sind auch schön.
Es bleiben ein paar Fragen: Soll man seine Ferien komplett offline begehen, weil das Handy einen im dümmsten Moment zurück in die Arbeitsrealität holt – oder wäre es verkehrt, auf all die schönen Reise-Apps zu verzichten? (Wie zum Beispiel in Nerdfunk 435 besprochen?)
Ganz offline sind wir nicht – weil sonst diese Sendung ihren Weg nicht ins Internet gefunden hätte –, doch wir geben uns Mühe, das Smartphone als Ferienhelfer und nicht als Entspannungskiller zu benutzen. Und wir haben ein paar Tipps, was man tun könnte, wenn es einmal Hunde und Katzen regnet und die üblichen Betätigungen keine Option sind…
Matthias muss demnächst ein kleines Referat halten, das nichts weniger als die grosse Cloud zum Thema hat. Da könnte man doch, so hat er sich gedacht, das Brainstorming öffentlich und in Form einer Radiosendung abhalten.
In dieser Sendungen kommen wir natürlich um die Grundlagen nicht herum: Es geht um die Theorie zum Thema und um ein paar Fachbegriffe.
Die vertiefen wir in der Diskussion, bei der uns eine Frage beschäftigen soll: Ist die Cloud überhaupt noch ein Ding – oder ist sie so allgegenwärtig, dass niemand mehr über sie nachdenkt? Gibt es überhaupt noch ein Entkommen – oder muss man sich aufführen wie der sprichwörtliche Gallier, der Widerstand leistet, wenn alles schon verloren ist?
Und wichtig: Ist die Cloud gekommen, um zu bleiben? Oder ist am Horizont bereits ein Technologiewandel zu erkennen, der Google, Facebook, Amazon und die anderen Cloud-Riesen hinwegfegen wird? „Von der Wolke in den Nebel?“ weiterlesen
Ein dreimaliges Hoch auf die Privatsphäre – Eine oft gehörte Klage besagt, dass sich die breite Masse nicht für die Privatsphäre und deren Schutz interessiert. Man konnte sie eben wieder beim Streit um das chinesische Videoportal Tiktok hören. Den Jungen sei egal, dass man ihre Daten sammle, schrieb hier «The Guardian».
Wenn es danach geht, sind unsere Hörerinnen entweder nicht mehr jung – oder sie gehören zu jenen Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Denn unser Publikum sorgt sich um die Privatsphäre und den Schutz der eigenen Daten. Ein grosser Teil der Fragen aus der heutigen Kummerbox-Live-Sendung beschäftigt sich genau damit – wie man sicher und effektiv kommuniziert, ohne unerwünschte Mitleser zu haben und unnötig viel preiszugeben.
Barbara muss grössere Mengen an sensiblen Daten – Aufzeichnungen von Psychotherapiesitzungen – sicher übermitteln und möchte von uns wissen, wie sie das am besten tut. Christian ist beruflich gezwungen, Facebook zu nutzen, und möchte wissen, wie er das tun kann, ohne dass Facebook allzu viel über ihn erfährt. Und Simon will wissen, warum er mit seiner rigiden Browser-Konfiguration von vielen Websites ständig geplagt wird und die gleichen Einstellungen immer wieder von neuem treffen muss.
Es gibt allerdings auch noch ein paar Fragen, die sich nicht um die Privatsphäre drehen: Beispielsweise die, warum der Brother-Scanner nur schwer lesbare Scans produziert oder die Frage, was man tun kann, wenn der Fingerabdrucksensor am Smartphone den Dienst verweigert.
Ende August ist das Sparks-Netzwerk in einer international koordinierten Aktion zerschlagen worden. Dieses Netzwerk hat den Kopierschutz von Blu-rays ausgehebelt und Filme und Serien in Umlauf gebracht – oft noch bevor die in den Läden erhältlich waren.
Bei diesem Schlag wurden diverse sogenannte Top-Sites ausser Betrieb genommen. Sie sind in vielen Fällen der Ursprung von unlizenziertem Material, und zwar aus dem Film-, Musik- und Softwarebereich. Dieser Schlag hat die professionellen Kopierer schwer getroffen. Die mit der Materie vertrauten Insider sagen uns, der Nachschub sei schwer ins Stocken geraten. Ist damit das Ende der Schwarzkopien, von Tauschbörsen und Verteilungsnetzen wie Bittorrent gekommen – oder wird sich diese Szene wieder erholen?
Wir sprechen über die diversen Aspekte des sogenannten Schwarz- oder Raubkopierens: Wie es sich über die Jahre entwickelt hat, welche Gegenmassnahmen ergriffen wurden – die gesellschaftlichen und kulturellen Aspekte von rigideren und harscheren Auslegungen des Urheberrechts. Und schliesslich die Frage, ob mit dem Streaming und den Content-Flatraten das Thema nicht eigentlich vom Tisch ist oder doch wieder an Relevanz gewinnt.
Marlon Tanner ist Schweizermeister im Drohnenflug und führt vor, dass man die kleinen, wendigen Fluginstrumente nicht nur dazu benutzen kann, um eindrückliche Bilder und Filme aus der Vogelperspektive einzufangen, sondern auch für spektakuläre Flugshows. Bei ihm fliegt die Drohne nicht bloss geradeaus, sondern schlägt wilde Kapriolen – wie ein Artist der Lüfte.
Marlon steuert seine Fluggeräte mit einer virtuellen Brille: First Person View oder FPV nennt sich das und ermöglicht eine Perspektive, als ob man im Cockpit sässe. Das erklärt natürlich die Faszination. Doch wir Laien fragen uns: Ist es so nicht sehr viel schwieriger, die Orientierung zu behalten?
Wir erfahren in dieser Sendung, wie die Meisterschaften ablaufen, wie Marlon die Drohnen selbst konstruiert – und wie viele der Fluggeräte bei den Trainings und Wettkämpfen schon zu Bruch gegangen sind.
Was sind unsere Daten wert? Ein Architekt, der viele Stunden an einem Projekt gearbeitet hat und der diese durch einen Hardwaredefekt verliert, wird das genau beziffern können. Aber was ist mit privaten Daten? Sie haben keinen finanziellen, aber einen sentimentalen Wert. Gerade Fotos haben einen unbezahlbaren Erinnerungswert.
Darum sollten wir uns absichern – denn wenn die Daten erst weg sind, ist es zu spät. Darum halten wir es nicht mit dem Motto, dass Backups nur etwas für Feiglinge sind, sondern pflegen die Sicherungen mit fast schon neurotischer Akribie.
In der Sendung geben wir Tipps für Leute mit vielen oder weniger Daten, mit vielen oder wenigen Änderungen, mit einer Begeisterung für die Cloud oder einer Abneigung – und wir machen auch einen kleinen Abstecher in die Datenarchivierung: Denn was nützt es, wenn man die alten Daten zwar noch hat, aber in keinem modernen Programm mehr öffnen kann?