Nerdfunk 501: Eine App für die Rock-’n’-Roll-Revolution

Thomas Töngi ist Gitarrenlehrer am Winterthurer Institut für aktuelle Musik (WIAM). Er hatte die Idee, die Effektgeräte für die Gitarren auch per App zu steuern. Das hätte mehrere Vorteile: Die Einstellungen lassen sich speichern und abrufen und einfach auf unterschiedliche Weise steuern: Über Fusspedale, Midi-Steuerungsgeräte oder per App.

Seit 2015 ist Thomas dabei, diese Idee in die Tat umzusetzen. Nach diversen Prototypen und Rückschlägen ist sein Geckotool jetzt reif für die Bühnen, Übungskeller und Aufnahmestudios dieser Welt. Und sie sind ein spannender Brückenschlag zwischen digitaler und analoger Welt: Es wird nichts digitalisiert oder synthetisch nachgebildet – die analogen Effektgeräte bleiben, wie sie sind. Doch durch kleine motorisierte Aufsätze, die auf die Regler der aufgesteckt werden, lassen sie sich fernsteuern.

Nächste Woche startet die Crowdfunding-Kampagne. Und wir fragen Thomas, ob danach die Welt für Gitarristen noch die gleiche sein wird. Thomas wird in unserer Sendung das Prinzip auch für Nichtmusiker verständlich erklären  – und wenn es die Technik zulässt, natürlich auch gleich vorführen.

Die Links zur Episode: https://nerdfunk.ch/nerdfunk-501/

Nerdfunk 485: Mit der Achtspur-Kassette kommen wir auf Touren

Heute gibt es eine potenziell nostalgische Sendung. Es geht um eine Geräteklasse, die während einer kurzen Zeit enorm beliebt waren: Das ist der MP3-Player. Bekanntlich war es der Rio PMP300 von Diamond Multimedia, der 1998 das Zeitalter der komprimierten mobilen Musik einläutete und dem iPod von Apple (2001) den Weg bereitete. Doch kaum ein Jahrzehnt später kam das Smartphone, und machte den iPod auch fast schon wieder überflüssig.

Wenn man anfängt, in diesen Erinnerungen zu schwelgen, dann kommt eine ganze Parade von (mehr oder weniger oder überhaupt nicht mobilen) Musikabspielgeräten zum Vorschein. Was ist da nicht alles gekommen und gegangen: Der Walkman natürlich, und später der Diskman. Aber auch der Radiorekorder, der zum Ghettoblaster hochgezüchtet wurde. Der Minidisc-Player. Die klassische Stereoanlage natürlich. Und wer erinnert sich noch an die Achtspur-Kassette oder den Plattenspieler fürs Auto? Und selbst im digitalen Zeitalter sind viele Geräte und Konzepte gekommen und gegangen – zum Beispiel Neil Youngs fabulöser Pono-Player.

Wir erzählen, wie wir sozialisiert worden sind, schauen zurück und nach vorn. Und es stellt sich auch die Frage, wie es sich auf die Musik auswirkt, wenn man sie überall und jederzeit zur Verfügung hat und nicht mehr ins stille Kämmerchen zurückziehen muss, um sie in vollen Zügen zu geniessen….

Die Links zur Episode: https://nerdfunk.ch/nerdfunk-485/

Nerdfunk 443: Spotify kills the radio star

Keine Geiss schleckt es weg: Das Streaming verändert alles: Wie wir Musik konsumieren, auf welche Weise die Künstler ihr Geld verdienen, und ob die Plattenbosse noch auf ihre Kosten kommen. Und auch das Radio bleibt nicht unberührt – denn es stellt sich die Frage, wieso es den Dudelfunk noch brauchen sollte, wenn alle via Spotify, Apple Music oder Tidal jederzeit genau das hören können, was sie hören wollen.

Das diskutieren wir, und zwar in vier Bereichen: Wie hat das Streaming unsere persönlichen Gewohnheiten verändert? Hat es das Musikgeschäft nach Napster gerettet oder vollends zerstört? Welche Auswirkungen hat es auf die Art und Weise, wie Musik produziert wird? Und: Was sind die weiteren Auswirkungen zum Beispiel auf Medien, Hitparade und Gesellschaft.

Die Links zur Episode: https://nerdfunk.ch/nerdfunk-443/

Nerdfunk 406: Fotoklau und Musikdiebstahl

Die einfachste Methode, zum Schwerverbrecher zu werden, ist, ein paar CDs irgendwo hochzuladen und sich dabei erwischen zu lassen. Das Urheberrecht wird rigide durchgesetzt, und es ist ein offenes Geheimnis, dass zum Beispiel die Musikindustrie durch drakonische Geldforderungen gegen Tauschbörsenbenutzer Exempel statuieren wollte – weil sich in den Chefetagen der grossen Labels schon zu Zeiten des Doppelkassettendecks leichte Paranoia-Gefühle breitgemacht haben. Und im Bereich der Fotografie wird abgemahnt, was das Zeug hält.

Andererseits es im Internet auch passieren, dass man sich nicht auf der «Täter-», sondern auf der «Opfer»-Seite wiederfindet – wenn eigene Fotos plötzlich ungefragt und ohne Honorar von der eigenen Homepage auf eine grosse News-Website wandern.

Was ist in diesen Zeiten richtig? Das Urheberrecht gänzlich abzuschaffen und uns daran zu gewöhnen, dass Informationen nicht unter Verschluss gehalten werden können, weil Information im Netz frei sein will. Oder ist der richtige Weg, das Urheberrecht mit allen Mitteln durchzusetzen, also nicht nur mit der juristischen Keule, sondern auch mit Filter-Algorithmen, so wie das Youtube seit Jahren tut und die EU sogar gesetzlich vorschreiben will?

Wir versuchen eine praktische Annäherung an diese komplexe Materie – nicht juristisch und unideologisch, mit bewährten Tipps aus dem Internet-Alltag – und aus der Sicht von denjenigen, die beide Seiten kennen: Die des Tauschbörsenbenutzers und die der Beklauten.

Die Links zur Episode: https://nerdfunk.ch/nerdfunk-406/