Nerdfunk 430: Das himmelblaue Chilbimonster

Das war ein Skandal mit Ansage: Im März 2018 enthüllten mehrere Medien, gestützt auf den Whistleblower Christopher Wylie, wie die dubiose Datenanalysefirma Cambridge Analytica persönliche Informationen von Millionen Facebook-Nutzern absaugen konnte. Diese Daten wurden im US-Wahlkampf 2015 für die Präsidentschaftskandidatur des republikanischen Sentators Ted Cruz verwendet, um Wähler mit massgeschneiderten politischen Botschaften einzudecken. Und sie haben offenbar 2016 auch bei der Brexit-Abstimmung eine Rolle gespielt.

Facebook geht unvorsichtig mit den Nutzerdaten um: «Wen wundert es?» fragen sich die einen. «Jetzt ist Facebook zu weit gegangen», wettern die anderen – und die Empörung ist bei allen gross. Wir gehen der Sache nüchtern auf den Grund, bewerten das Ausmass und diskutieren Forderungen: Was ist passiert und wie gross war und ist der Einfluss des sozialen Netzwerks bei Abstimmungen und Wahlen? Braucht es Massnahmen? Müssen wir – Stichwort #DeleteFacebook – alle Zuckerberg den Rücken kehren? Braucht es politische Massnahmen oder einen kompletten Neuanfang in Sachen Social Media?

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Nerdfunk 425: Service Public 2.0

Die Schlacht ist geschlagen und der Sendeschluss abgewendet. Doch nach dem Nobillag-Abstimmungskampf bleiben Fragen offen, die wir aus Sicht der Nerds und Streaming-Nutzer angehen: Wie müsste sich die SRG reformieren, um für Generation Z, Youtube-Fans und Netflix-Junkies noch attraktiv zu sein? Ist es jetzt an der Zeit, den Gebührenkuchen neu zu verteilen und die Idee des Service Public neu zu denken?

Darüber zerbrechen wir uns mit Digichris den Kopf. Und wir bewerten auch die Rolle der sozialen Medien, die einen ziemlich asozialen Eindruck hinterlassen haben: Da ist diese kleine, liberäre Minderheit, die so laut geschrien hat, dass jeder vernünftigen Diskurs übertönt wurde. Und wir haben uns mit Verschwörungstheoretikern herumgeschlagen, die faktenfrei jeden Facebook-Thread getrollt haben, der ihnen gerade in die Quere kam. Ist das nun die Art und Weise, wie politische Debatten in Zukunft immer ablaufen? Oder war es – wenn wir die richtigen Lehren ziehen – der Tiefpunkt, von dem es wieder aufwärts geht?

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Nerdfunk 423: Sozialmediale Auswüchse

Das Phänomen klingt wie die Krankheit, die im Winter für triefende Nasen, Schüttelfrost und Fieber sorgt. Doch seine Symptome sind komplett anders: Statt mit Gliederschmerzen, Husten und bleierner Müdigkeit bekommen wir es mit jungen, hübschen Menschen zu tun, die uns in sozialen Medien mit schönen Bildern an ihrem tollen Leben teilhaben lassen und uns nicht vorenthalten, welche tollen Produkte sie so glücklich, schön und liebenswert machen.

Diese schönen Menschen heissen Influencer, und diese neue Werbemethode scheint um sich zu greifen, wie die eine heimtückische Infektionskrankheit: Sie sei «authentisch, subtil und sympathisch», behaupten diejenigen, die die schönen Menschen mit den Unternehmen zusammenbringen, die bei jenen Gesellschaftsgruppen gut dastehen möchten, die für klassische Werbung nur wenig empfänglich sind: Das sind Teenager und junge Erwachsene, die generell ein sehr eigenes Medienverhalten an den Tag legen.

Und auch wenn die Einleitung nahelegt, wir würden über Bibis Beauty Palace oder Cielle Noire Spott ausgiessen wollen, liegt uns nichts ferner als das: Wir wollen uns in dieser Sendung ernsthaft mit der Sache auseinandersetzen, es mit seinen diversen Facetten beleuchten und uns fragen, ob das Influencermarketing nicht doch eine Verbesserung darstellt: Schliesslich sind es hier echte Menschen, die uns Produkte nahebringen und nicht austauschbare Werbemodels.

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