Das ist das grosse Finale des digitalen Realitätsabgleichs. Trotz gröberer Verluste, die wir während der letzten zwei Folgen erlitten haben, setzen wir tollkühn zum letzten Teil unseres grossen Jahresrückblicks an. In dem geht es um die Tops und Flops bei den digitalen Inhalten. Wir tragem auch Matthias’ Flops aus dem Webbereich nach.
Und dann, trotz verstopfter Nase, belegter Stimme und ersten Anflügen von Unzurechenbarkeit, schaffen wir es, uns auch um die Absteiger und Aufsteiger des Jahres zu kümmern. Bei diesen Nominationen werden euch manche Dinge bekannt vorkommen – und andere vielleicht doch überraschen. Jedenfalls binden wir einen bunten Strauss von Nennungen, die uns 2019 gefreut, geärgert und frappiert haben.
Wie immer nehmen wir die letzte Ausgabe unserer Sendung im Jahr zum Anlass, unseren Hörerinnen und Hörern für die Treue zu danken: Schön, euch an Bord zu haben. Wir hoffen, dass ihr euch 2020 wieder mit dabei seid – und jetzt wünschen wir euch erst einmal angenehme Feiertage, einen guten Rutsch und, falls ihr ähnlich angeschlagen sein solltet wie wir, die allerbeste Erholung.
Der zweite Teil unseres digitale Realitätsabgleichs fängt mit einer kleinen Tirade von Digichris an. Kein Wunder, es geht um eines seiner Lieblings-Hass-Themen – wir sind nämlich bei den Software-Flops angelangt. Auch Matthias regt sich ein bisschen auf, weil in der Softwarewelt offenbar niemand gewillt ist, auch vergangenen Fehlern zu lernen. Es werden die gleichen Fehler wieder gemacht, die schon vor 15 Jahren nervig waren.
Aber keine Angst: Es gibt nicht nur Bitternis und digitalen Weltschmerz zu hören. Wir haben auch Erfreuliches auf Lager: Denn das Internet hatte auch 2019 ab und zu schöne Dinge bieten. Wir erzählen, was uns gefällt – und enden die Sendung auf einer angenehmen Note. Und wir bringen uns hervorragend in Position, um nächste Woche im grossen Finale die erfreulichen Dinge bei den digitalen Inhalten und die Aufsteiger abzuhandeln.
Zuvor ist es aber doch so, dass auch noch die Webflops anstehen und Kevin richtig vom Leder zieht: Das Internet sei zu einem Slum verkommen und die Leute sollten die Schnauze halten – sagt er, hier leicht zugespitzt zusammengefasst. Aber nachher geht es dann wirklich aufwärts mit unserer Laune – und der Stimmung in unserer grossen Jahrestrückblick-Show.
Wir sagen es gleich, wie es ist: Der diesjährige Realitätsabgleich – unser grosser Jahresrückblick im Nerdfunk – findet unter erschwerten Bedingungen statt: Müdigkeit, Erkältungsviren, Kindergeburtstage – und nicht zuletzt auch Ferienreisen setzen unserem Team gewaltig zu.
Doch wer wären wir, wenn wir unserem Sendungsbewusstsein nicht auch bei reichlich Gegenwind zum Durchbruch verhelfen würden? Eben. Und darum setzen wir alles daran, dass das Publikum auch dieses Jahr voll auf die Kosten kommt. Wir haben wieder eine geballte Ladung an Tops und Flops zu bieten und sagen, was uns bei den Gadgets, im Softwarebereich, im Internet, bei den digitalen Inhalten gefallen und abgestossen hat. Und auch heuer gibt es die Aufsteiger des Jahres zu feiern und die Absteiger zu verdammen.
Wie immer findet unsere letzte Sendung im Jahr als dreiteiliges Event statt. Im heutigen Teil kommen wir sehr viel weiter als in den meisten Jahren: Wir bringen nämllich nicht nur die besten und die schlechstesten Gadgets hinter uns. Ihr erfahrt auch schon in der ersten Sendung, welches die tollsten Programme und Apps von 2019 sind.
Es nominieren und kommentieren dieses Jahr: Kevin, Digichris und Matthias.
Dana Rulf macht das gleiche wie wir – nur komplett anders. Sie versucht, komplexe Sachverhalte fassbar zu machen. Doch während wir aufs Wort setzen, verwendet sie Visualisierungen. Sie nimmt an Sitzungen, Workshops, Schulungen, Diskussionen, Konferenzen und Firmenanlässen aller Art teil und dokumentiert, was dort passiert wird – aber nicht in einem Protokoll, sondern zeichnerisch. Das nennt sich Graphic Recording und soll das, was besprochen wurde, als Visualisierung festhalten.
So sieht die Visualisierung zur Einladung in die Sendung aus (Instagram).
Da stellen sich ganz viele interessante Fragen: Einerseits natürlich technische – wie, mit welchen Mitteln und Instrumenten arbeitet sie? Bringt die Digitaltechnik Vorteile oder funktioniert das auch genausogut analog?
Mindestens ebenso spannend sind die inhaltlichen Fragen: Wie übersetzt man komplexe und abstrakte Dinge in greifbare, einleuchtende Bilder? Welche Tricks gibt es? Und wie viel muss sie selbst über ein Thema wissen, um es verständlich abbilden zu können?
Schliesslich ist die Visualisierung auch ein grosser Trend in den Medien: Infografiken, Diagramme und interaktive Daten-Anwendungen wecken einerseits die Neugierde des Publikums und helfen andererseits auch den Medien, als glaubwürdig zu erscheinen: Sind Zahlen und Zeichnungen tatsächlich verlässlicher und objektiver als Worte?
Und natürlich: Wieder einmal droht die Gefahr, dass das Radio bzw. ein Podcast das falsche Medium für dieses Thema ist. Aber wir geben uns alle Mühe, eine bildliche Sendung abzuliefern…
Im Nerdfunk 499 haben wir mehr Datenschutz fürs Spital gefordert, nachdem uns eine Hörerin die Situation an ihrem Arbeitsplatz geschildert hat: Dort kleben Post-it-Zettel mit dem Passwort am Monitor jenes Computers, auf dem sensible Patientendaten gespeichert sind.
Heute ist Peter Studer im Studio. Er hat eine Praxis für Adoleszentenpsychiatrie und -psychotherapie in Winterthur, und er erklärt uns, wie die Daten in den Spitälern und Praxen heute erfasst, verarbeitet und geschützt werden. Der Zeitpunkt ist günstig: Der Bund ist nämlich dabei, das elektronische Patientendossier einzuführen – und da wollen wir wissen, was das genau heisst, wer Zugriff auf die Daten hat und wie die vor Zugriffen geschützt sind, die nicht im Interesse von uns Patienten sind.
Es wird Zeit, wieder einmal eine alte Tradition (und eine unserer innovativsten Rubriken) wiederzubeleben. Das ist der Rant Tuesday, bei dem wir so richtig vom Leder ziehen: Über alles, was uns an der digitalen Welt in letzter Zeit genervt hat.
Und das ist so viel, dass unser digitaler Kropf wieder einmal prall gefüllt ist. Da sind die Updates, die Probleme lösen sollten, aber die Nutzung unserer Geräte teils massiv beeinträchtigen. Dieses Problem ist nicht nur bei Apple virulent; es plagt auch die Nutzer bei Microsoft.
Da ist das fragwürdige Geschäftsmodell, das Apple mit den In-App-Käufen angerichtet hat – und nun mit Apple Arcade über ein Flatrate-Prinzip für Spiele wieder beheben will. Das sind die neuesten Datenschutzpannen. Und auch die Frage, ob Android ohne Google überhaupt brauchbar ist.
Über all das regen wir uns auf – sofern wir alles in eine halbe Stunde hineinbekommen. Und wie üblich gilt (bzw. galt während der Live-Sendung): Ihr könnt über unseren Twitter-Account @nerdfunker auch eigenen Ärger beisteuern oder
Thomas Töngi ist Gitarrenlehrer am Winterthurer Institut für aktuelle Musik (WIAM). Er hatte die Idee, die Effektgeräte für die Gitarren auch per App zu steuern. Das hätte mehrere Vorteile: Die Einstellungen lassen sich speichern und abrufen und einfach auf unterschiedliche Weise steuern: Über Fusspedale, Midi-Steuerungsgeräte oder per App.
Seit 2015 ist Thomas dabei, diese Idee in die Tat umzusetzen. Nach diversen Prototypen und Rückschlägen ist sein Geckotool jetzt reif für die Bühnen, Übungskeller und Aufnahmestudios dieser Welt. Und sie sind ein spannender Brückenschlag zwischen digitaler und analoger Welt: Es wird nichts digitalisiert oder synthetisch nachgebildet – die analogen Effektgeräte bleiben, wie sie sind. Doch durch kleine motorisierte Aufsätze, die auf die Regler der aufgesteckt werden, lassen sie sich fernsteuern.
Nächste Woche startet die Crowdfunding-Kampagne. Und wir fragen Thomas, ob danach die Welt für Gitarristen noch die gleiche sein wird. Thomas wird in unserer Sendung das Prinzip auch für Nichtmusiker verständlich erklären – und wenn es die Technik zulässt, natürlich auch gleich vorführen.
Bekanntlich wollen die Feste gefeiert werden, wie sie fallen. Darum haben wir in unserer Episode 472 das zehnjährige Bestehen dieser Sendung und unseres Heimsenders Stadtfilter würdig begangen. Sieben Monate später knallen nun schon wieder die Korken. Wir freuen uns über unsere 500. Sendung – ein hoffentlich nicht nur für uns, sondern auch für unsere Hörerinnen und Hörer ein erfreulicher Meilenstein.
Zu diesem Jubiläum dürfen wir nicht nur länger senden, sondern in ganz unbescheidener Manier uns selbst ins Zentrum stellen. Wir plaudern einmal über uns selbst – und all die Dinge, die uns abseits der Technik beschäftigen, interessieren und in Atem halten. Wir tun das auf spielerische Weise – und so, dass ihr uns sicherlich etwas besser kennenlernt. Und vielleicht sogar Lust auf die nächsten 500. Sendungen bekommt…
«Ist man sich in der IT-Branche überhaupt bewusst, dass viele Firmen mit diesen Passwort-Dschungeln überfordert sind und dadurch jede Putzfrau jederzeit zu allen Passwörtern offenen Zugang hat?» Das fragt Magdalena in einem Mail an uns. Sie beschreibt, wie an vielen Arbeitsplätzen die Passwörter auf Post-it-Zettelchen notiert und an Bildschirme geklebt werden.
Magdalena arbeitet nicht in einem Coifeursalon oder in einem Radiostudio. Sondern an einem Ort, wo es sensible Daten zuhauf gibt. Sie ist Pflegefachfrau, und kommentiert lakonisch: «Sollten Sie je als Patient im Spital liegen, dann können Sie sich selber ausmalen, wie wenig Ihre Patienten-Daten geschützt sind.»
Damit hat sie natürlich recht. Denn das Passwort auf dem Post-it ist nicht die einzige Passwortsünde, die man begehen kann – aber eine der ziemlich schlimmen Sorte.
Wir sprechen in dieser Folge von Kummerbox Live darüber, wie man es besser machen könnte und welche Tricks uns helfen, unsere Daten abzusichern, ohne auf Notizzettel am Bildschirm oder auf ein Elefantenhirn angewiesen zu sein. Weitere Themen in der Sendung sind die Tücken des neuen Mac-Betriebssystems Catalina und das Ende von iTunes, das Surfen mit grösstmöglicher Sicherheit für die Privatsphäre und Probleme mit Firefox beim Zeitunglesen im Netz.
Diese Folge von Kummerbox Live kommt eine Woche zu früh. Das liegt daran, dass am 29. Oktober unsere fünfhundertste Sendung ansteht. Und für die haben wir uns etwas Spezielles ausgedacht…
Seit es Medien gibt, haben die Hersteller dieser Medien eine panische Angst davor, um ihre Einkünfte geprellt zu werden. Denn die Kunden sind allesamt geizige Kleinkriminelle, die Musik, Bücher, Filme und Fernsehserien und natürlich auch Software und Computerspiele nicht käuflich erwerben, sondern von Freunden und bekannten schwarzkopieren
Was tut die Industrie dagegen? Sie denkt sich immer neue Methoden aus, um die Kunden zur Ehrlichkeit zu erziehen: Von rührenden Appellen («Home Taping Is Killing Music») ist sie bald bei den technischen Massnahmen angelangt: Dem so genannten Kopierschutz – er ist eigentlich ein Abspielschutz, der nur berechtigten Nutzern den Zugang erlauben soll. Die Industrie nennt es auch gerne euphemistisch DRM oder digitale Rechteverwaltung.
Wir schauen uns die seltsamen Blüten an, die diese Bemühungen der Industrie in den letzten Jahren und Jahrzehnten getrieben haben: Von defekten Audio-CDs über Hardware-Dongles bis hin zu Verschlüsselung und Guerilla-Taktiken (meistens von Sony), die man nur aus dem Bereich der Schadsoftware kennt.
Und wir diskutieren: Ist es nicht legitim, dass der Anbieter dafür sorgt, dass er zu seinem Geld kommt? Nur so kann er die Künstler entschädigen – und fairerweise ist zu anerkennen, dass die Piraterie auch eine riesige Industrie ist. Aber trotzdem: Gäbe es nicht andere Wege, als den Kunden zu gängeln?