Transkript anzeigen (falls vorhanden)

0:00:01–0:00:08
Düster, düster, da auf Radio Stadtfilter Every corner mit Blackwater Holy Light
0:00:08–0:00:13
For Blackwater Holy Light Jetzt wird's...
0:00:22–0:00:26
Jetzt wird es ganz anders. Weniger heilig und weniger dunkel.
0:00:26–0:00:28
Hallo miteinander, die Herren sind da.
0:00:29–0:00:32
Guten Abend. Die Herren sind da. Sehr gut.
0:00:33–0:00:37
Wir haben noch so etwa 5 Minuten Pre-Show und darf ich euch hier,
0:00:37–0:00:44
wie wäre es, wenn ich euch hier wieder einmal eins von diesen Online-Shits der Woche präsentieren.
0:00:46–0:00:49
Liebt ihr eigentlich die Rubrik oder hasst ihr sie ein bisschen?
0:00:49–0:00:52
Das ist lustig, ja. Okay,
0:00:54–0:01:02
das ist mir passiert. Da die Begegnung, wo ich letztens einfach so auf Insta umgeturnet bin.
0:01:02–0:01:07
Und ihr müsst euch das vorstellen. Da ist ein dicker Mann im Flugzeug hinein
0:01:07–0:01:10
und er macht oben Gepäckablage auf.
0:01:10–0:01:14
Und dort sitzt aber schon einer drin. und dann geht der Dialog ab hier. Boom!
0:01:16–0:01:20
Unfortunately, sir, there is not any more room in here. Yes.
0:01:20–0:01:24
I will take your loose clothing if you have any, though. It'll comfort me on my voyage.
0:01:25–0:01:29
During the turbulence, my head can smack and whack against the walls of this compartment.
0:01:30–0:01:31
Stewardess, I think we have an issue.
0:01:33–0:01:38
Do not attempt to remove me. I'm a sovereign citizen. Also, das ist die Geschichte.
0:01:38–0:01:41
Ist auch schon so etwas passiert beim Fliegen?
0:01:43–0:01:49
Nein, leider nicht. Ich frage mich ein wenig, ist das eigentlich echt oder ist das alles inszeniert?
0:01:49–0:01:51
Das ist alles Fake.
0:01:52–0:01:58
Ja, wahrscheinlich. Digi Chris, du bist unser Social Media Experte. Echt oder Fake?
0:01:58–0:02:01
Ja, sicher Fake. Ich bin auch kürzlich geflogen.
0:02:02–0:02:07
Ich glaube, Kevin reist noch ein wenig mehr als ich. und ich weiss,
0:02:07–0:02:11
du hast ja Handgepäck und.
0:02:13–0:02:20
Hier und zurück nach Prag, ja, ja, sie können ihr Handgepäck kostenlos aufgeben.
0:02:20–0:02:21
Ja, ja, genau.
0:02:23–0:02:29
So Sachen, also ja, du, ist ja klar, dass sowas, also jetzt nicht AI generated
0:02:29–0:02:35
ist, aber ja, es ist sicherlich irgendwie fake, es ist lustig, ja.
0:02:35–0:02:41
Und was halt Airlines teilweise machen, dass ihr einfach noch den letzten Rappen
0:02:41–0:02:43
aus dem Bordkopf zoomen.
0:02:43–0:02:45
Ja, das stimmt. Ja, das wissen wir ja, wenn wir halt mal fliegen,
0:02:46–0:02:49
man sollte ja nicht fliegen, aber wir fliegen ja trotzdem.
0:02:49–0:02:53
Das ist Kapitalismus, genau. Ich habe mich dann gefragt, in diesem Fall von
0:02:53–0:02:56
diesem Beispiel, ob der nicht einfach...
0:02:56–0:02:58
Also ich meine, es könnte ja wirklich sein, dass man findet,
0:02:58–0:03:02
Auch bei dieser Gepäckablage ist es einfach viel bequemer, als wenn du dich
0:03:02–0:03:05
unten drängeln musst auf so einem engen Sitz.
0:03:05–0:03:08
Also so gesehen bin ich dann doch wieder zum Schluss gekommen.
0:03:08–0:03:10
Vielleicht ist es doch echt.
0:03:11–0:03:17
Aber es ist noch eine Leistung, dort hineinzukommen. Ja, genau. Habe ich mir überlegt.
0:03:18–0:03:21
Also es wäre für mich, es wäre für mich ein rechtes Gewürg, weil diese Dinger
0:03:21–0:03:24
sind ja gleich nicht so hoch.
0:03:24–0:03:28
Und dann musst du ja über die Stühle dort hineinbüscheln.
0:03:29–0:03:33
Also das ist, es geht wahrscheinlich, aber es ist gerade mühsam.
0:03:33–0:03:36
Genau. Und nachher rauszukommen, ist ja dann richtig dumm.
0:03:37–0:03:40
Ja, es hat geheiss, er sei dann verhaftet worden, der Mann.
0:03:40–0:03:43
Nach der Eskapade. Eben, man kommt schon raus.
0:03:43–0:03:47
Vielleicht hilft dir dann ein nettes Security oder ein Polizist.
0:03:48–0:03:52
Es wird ja leider ein bisschen teuer, wenn du es um einen Flug schabernack treibst.
0:03:53–0:03:56
Ich habe noch gedacht, vielleicht gäbe es einen schönen Jingle aus dem.
0:03:56–0:04:02
Ich muss mal schauen, ich probiere live aus zwei Versatzstücken einen Jingle
0:04:02–0:04:08
für unseren schönen Radiostadtfilter zu basteln. Ich schaue mal, ob es geht. Augenblick.
0:04:09–0:04:10
Stewardess, I think we have an issue.
0:04:13–0:04:18
Ja, es war noch zu wenig prägnant. Aber es ist okay.
0:04:18–0:04:23
Findest du es okay? Ich probiere es noch mal ein wenig prägnanter.
0:04:24–0:04:25
Stewardess, I think we have an issue.
0:04:27–0:04:28
Stattfilter. Jetzt war es gut.
0:04:30–0:04:34
Das können wir brauchen. Das stellen wir der Allgemeinheit zur Verfügung.
0:04:35–0:04:44
Als grosszügige Spende vom Nerdfunk. Heute haben wir ein anderes Thema, sag ich mal.
0:04:45–0:04:48
Jetzt sind wir sehr schockiert von dem Dokument, den ich euch geschickt habe.
0:04:49–0:04:53
Ich meine, der Kevin hat ja noch ein Verben erfunden. Ich glaube,
0:04:53–0:04:57
Kevin, ja. Erklär uns mal, was das Schüsseln bedeutet.
0:05:00–0:05:03
Schüsseln bedeutet, dass man mehr Energie in etwas hineinsteckt,
0:05:03–0:05:04
das eigentlich nötig wäre.
0:05:19–0:05:24
Die heutige Sendung hat eine Vorgeschichte. Und zwar bin ich letzten Freitag
0:05:24–0:05:29
in einem internen Videomeeting gehockt mit vielen meiner Kollegen.
0:05:29–0:05:33
Und am anderen Ende ist ein Mann gesessen, den ich jetzt wahrscheinlich namentlich
0:05:33–0:05:38
nicht nennen darf, weil er, ja, weil das intern war, genau darum.
0:05:38–0:05:42
Aber er ist ein Chefredaktor eines grossen deutschen Verlags.
0:05:46–0:05:50
Der fünftgrösste Zeitungsgruppe in Deutschland.
0:05:50–0:05:55
Und der hatte ein paar interessante Thesen. Er hat zum Beispiel erstens gesagt,
0:05:56–0:06:00
also das Web mit den Links, wo die Alten von uns und unter uns,
0:06:00–0:06:05
und hat wirklich die Alten, die älteren Herren und Damen angeschaut und angesprochen,
0:06:05–0:06:09
die sie noch kennen, das Web mit den Links und so, das sei tot,
0:06:09–0:06:14
Es gäbe nur noch die Silos mit Facebook, Instagram, TikTok und YouTube.
0:06:14–0:06:19
Und die jüngeren Nutzerinnen und Nutzer, die sind sowieso nur noch in diesen Silos zu Hause.
0:06:19–0:06:23
Und die kennen eigentlich das freie Netz gar nicht mehr so.
0:06:23–0:06:28
Und sein Schluss daraus war, dass man als Medienmarker dann in Zukunft gar keine
0:06:28–0:06:31
andere Wahl mehr hat, als auch so zu einem Silo zu werden.
0:06:32–0:06:38
Also das Prinzip Facebook hat gewonnen und das Prinzip das freie Web hat verloren.
0:06:38–0:06:41
Und über das möchte ich heute mit euch reden.
0:06:41–0:06:45
Und ich steige mal einfach ganz die Ecke in Digi-Chris. Findest du diese These stimmt?
0:06:46–0:06:49
Beobachtest du das? Hast du versucht, das abzuklären, ob das so ist oder nicht?
0:06:51–0:06:54
Schwierig zu sehen. Also ich sehe halt einfach auch, dass...
0:06:55–0:07:00
Wenn ich jetzt bei Leuten schaue, wie sie ihr Internet benutzen,
0:07:01–0:07:07
sie gehen auf Facebook.com, sie gehen auf Google und suchen Facebook.
0:07:07–0:07:10
Also schon mal sowas ist irgendwie was.
0:07:11–0:07:16
Und ja, du hast natürlich auf Facebook Nachrichten, die du geteilt hast.
0:07:17–0:07:21
Ich würde sagen, bei mir im familiären Umfeld, da gehen schon Leute nach,
0:07:21–0:07:27
ich sage jetzt auf 20min.ch, Blick, Tagi, whatever, also das gehen schon noch
0:07:27–0:07:29
ein, eben auch wenn es halt in die Suchmaschine,
0:07:30–0:07:37
aber ja, dass du natürlich Newsartikel auf, ja, wahrscheinlich ist Facebook
0:07:37–0:07:42
jetzt für den Mainstream die relevanteste Plattform, für die Alten zumindest, ja.
0:07:44–0:07:52
Dass die Leute dort Artikel überkommen, ja, würde ich sagen, ist halt schon ein Fakt.
0:07:52–0:07:57
Ja, aber dort ist ja auch eine Tatsache, dass all die Plattformen externe Inhalte
0:07:57–0:07:59
und Linkposts abstrafen.
0:07:59–0:08:03
Das ist beweisen algorithmisch. Du musst einen Link daran hängen,
0:08:03–0:08:06
der aus dieser Plattform wegzeigt.
0:08:06–0:08:13
Und da kannst du darauf gehen, dass der dann algorithmisch bremst wird auf vielleicht
0:08:13–0:08:14
ein Drittel oder vielleicht noch mehr.
0:08:15–0:08:17
Kevin, was haltest du von dieser These?
0:08:21–0:08:25
Also, dass es immer mehr Silos gibt? Ja, und dass die Leute immer mehr einfach
0:08:25–0:08:30
nur noch in diesen Silos sind und sich nicht mehr auf den Webseiten von deinen Kunden aufhalten.
0:08:32–0:08:39
Das ist ja... Das hat sich ja abgezeichnet mit Google schon eigentlich vor der
0:08:39–0:08:42
ganzen Koi-Geschichte und wird jetzt glaube ich einfach verstärkt.
0:08:43–0:08:47
Und ich glaube, das, was Digi-Chris gesagt hat, das ist halt ein grosser Punkt,
0:08:47–0:08:51
dass die Leute gar nicht wissen. die wissen gar nicht so genau, wo sie sind.
0:08:52–0:08:57
Also ich glaube viele Leute haben das Internet nicht so wirklich verstanden
0:08:57–0:09:04
und stehen an, wenn ich ihnen sage, gehen auf Google, dann meinen viele Leute,
0:09:04–0:09:06
sie müssen einfach den Chrome aufmachen.
0:09:06–0:09:11
Also es fehlt an der Basis und ich glaube mit dem kann man Leuten halt schon
0:09:11–0:09:13
auf den Plattformen fangen.
0:09:14–0:09:20
Und ich glaube der erste Indikator war ja schon, dass wir bei dem Browser die
0:09:20–0:09:22
Standardsuchmaschinen eingerichtet haben.
0:09:22–0:09:25
Das haben ja die Leute, ich glaube bis heute checken die Leute nicht,
0:09:26–0:09:31
Wenn die Suchmaschine plötzlich eine andere ist, denken sie zwar,
0:09:31–0:09:34
oh, das sieht anders aus, aber sie checken dann gar nicht, ich bin jetzt in
0:09:34–0:09:40
Yahoo oder auf Bing oder auf irgendeiner komischen Gate-Suchmaschine.
0:09:41–0:09:43
Ja, schwierig.
0:09:44–0:09:48
Ich habe das Gefühl, diese These stimmt. Ich habe bei dieser auch schon selber nachgegangen.
0:09:49–0:09:52
Ich habe schon einige Blogposts zu diesem Thema geschrieben,
0:09:52–0:09:56
die findet ihr dann alle auf nerdfunk.ch. falls ihr das freie,
0:09:56–0:10:01
offene Netz noch benutzt, findet ihr das dort. Auf Facebook findet ihr es nicht.
0:10:01–0:10:05
Und ich habe tatsächlich probiert, das herauszufinden.
0:10:06–0:10:11
Und das Erste ist, es gibt halt einfach keine wirklich gute Statistiken dazu.
0:10:11–0:10:16
Aber ich habe eine Statistik gefunden, die mir dann gesagt hat,
0:10:16–0:10:22
dass eigentlich der Höhepunkt des Netzs der Anzahl Webseiten im Jahr 2020 war.
0:10:22–0:10:29
1,296 Milliarden Sites hat es gegeben und seitdem geht es eher bergab.
0:10:29–0:10:34
Also die Leute finden weniger es wichtig, eine eigene Webseite zu betreiben.
0:10:35–0:10:39
Aber eben das Angebot ist das eine. Und wenn du aber die Verweildauer anschaust
0:10:39–0:10:44
oder probierst herauszufinden, wie lange die Leute wo sind, ist extrem schwierig
0:10:44–0:10:48
natürlich, weil das wird nicht systematisch erhoben.
0:10:48–0:10:52
Es gibt keine Einschaltquote wie beim Fernsehen oder so. Aber ich habe dann
0:10:52–0:10:56
als Indiz gefunden, es gibt Statistiken, zumindest zu WordPress,
0:10:56–0:10:59
wo ja ein Grossteil von diesen freien Webseiten damit läuft.
0:11:00–0:11:05
Und dort gibt es, da kannst du einfach sehen, dort haben sie herausgefunden,
0:11:05–0:11:11
dass jeden Monat 409 Millionen Menschen, etwa 20 Milliarden WordPress-Seiten anschauen.
0:11:11–0:11:18
Aber im Vergleich dazu hat eben YouTube allein 2,7 Milliarden Zuschauer.
0:11:18–0:11:24
Also man kann sagen, wenn du noch die Zeit anschaust, dann ist es einfach.
0:11:25–0:11:31
Die Leute sind viel länger auf dem YouTube, weder nur auf einzelnen oder allen
0:11:31–0:11:32
anderen Webseiten zusammen.
0:11:32–0:11:36
Und das ist recht deprimierend, finde ich, Digi Chris.
0:11:37–0:11:44
Einleuchtend. Ja, aber wenn ich auf YouTube gehe, dann habe ich meinen Mix.
0:11:44–0:11:51
Da hat es Kreuzfahrt, da hat es MeLiS, da hat es SAP und so Sachen.
0:11:53–0:11:59
Also der Algorithmus trifft es ziemlich gut und wenn ich jetzt halt ja also
0:11:59–0:12:06
irgendwie insert your random Newsmedia hier wenn ich jetzt auf ein.
0:12:08–0:12:14
Wie sagen wir Newsmedia, ach man mein Englisch oder mein Deutsch also einfach auf,
0:12:15–0:12:21
Tageszeitung gegangen finde ich Artikel, die mir auch nicht so zusagen und irgendwie
0:12:21–0:12:27
YouTube bringt mir einfach Videos, wo wir...
0:12:27–0:12:29
Das ist noch gut, das ist noch gut.
0:12:29–0:12:34
Du hast verschiedene Interessen, wir haben alle verschiedene Interessen und
0:12:34–0:12:37
das ist wahrscheinlich das ein bisschen, dass du dann halt.
0:12:38–0:12:44
Auf YouTube bleibst du nicht, ich sage jetzt auf Dagi.ch, auf Now oder Watson oder whatever gehst.
0:12:44–0:12:48
Genau, man kann sagen, klar, sonst im freien Web musst du suchen,
0:12:48–0:12:53
wenn du auf so einer Plattform bist, wirst du bedient von dieser Plattform.
0:12:53–0:12:55
Das hast du eigentlich, glaube ich, ganz gut auf den Punkt gebracht.
0:12:56–0:12:59
Und ich würde jetzt mal sagen, es verändert sich ein bisschen,
0:13:00–0:13:01
aber man könnte ja sagen, YouTube,
0:13:01–0:13:07
Facebook, überall gibt es ja eigentlich immer noch Inhalte von uns allen,
0:13:07–0:13:08
von uns Menschen gemacht,
0:13:08–0:13:16
ausser wenn man jetzt natürlich den Kaislop, also all die AI generierte Anteile
0:13:16–0:13:17
abzieht, die immer grösser werden.
0:13:17–0:13:21
Aber man kann sagen, dort sind Menschen unterwegs, es ist halt einfach eine Plattform.
0:13:22–0:13:27
Aber dann kommt der Mann, der Martin André, der ist Medienwissenschaftler und
0:13:27–0:13:33
hat zwei Bücher zum Thema geschrieben. Big Tech muss weg, 2023 und Krieg der Medien.
0:13:34–0:13:39
Und der sagt eben, der erste Titel verratet es ja schon, die Big Tech sind eigentlich,
0:13:40–0:13:41
die Plattformen sind das Problem.
0:13:42–0:13:46
Und da ist eine Zusammenfassung von seinen Thesen. Dies ist ein Überblick zum Thema.
0:13:47–0:13:52
Verschwindet das freie Netz? Die Quellen, ja hauptsächlich aus Martin-Andreas-Büchern,
0:13:53–0:13:54
die schlagen echt Alarm.
0:13:54–0:13:59
Wenige Tech-Giganten, er nennt sie Dark Tech, die monopolisieren das Netz.
0:13:59–0:14:03
Und das, muss man sagen, bedroht nicht nur den Wettbewerb und die Demokratie,
0:14:03–0:14:06
sondern eben auch unsere Informationsfreiheit.
0:14:06–0:14:09
Das so die Grundlage für weitere Diskussionen.
0:14:09–0:14:14
Hier sind mal die drei Kernpunkte daraus. Die Vielfalt im Netz ist oft nur eine Illusion.
0:14:15–0:14:19
André zeigt, fast der gesamte Traffic, man muss sich das mal vorstellen,
0:14:19–0:14:26
unglaubliche 98,8 Prozent, läuft auf den Plattformen von ganz wenigen Konzernen wie Google oder Meta.
0:14:27–0:14:30
Tja, und der riesige Rest des Internets, der gleicht eher einem gigantischen
0:14:30–0:14:32
Friedhof ungenutzter Inhalte.
0:14:33–0:14:37
Diese Monopole, die kontrollieren den Zugang und schöpfen eben den ganzen Wert ab.
0:14:38–0:14:42
Zweitens geht es darum, diese Plattformen sind alles andere als neutral.
0:14:42–0:14:45
Sie steuern ganz klar, was wir sehen und wie diskutiert wird.
0:14:45–0:14:47
Das nennt man ja Agenda-Setting.
0:14:48–0:14:52
Ihre Algorithmen, die belohnen oft Sensationalismus, Polarisierung,
0:14:52–0:14:53
ja sogar Desinformation.
0:14:54–0:14:57
Einfach, weil das Aufmerksamkeit bindet, weil es Klicks bringt.
0:14:57–0:15:02
Das ist natürlich Gift für seriösen Journalismus und kann sogar Wahlen beeinflussen,
0:15:02–0:15:07
in dem zum Beispiel radikale Stimmen wie die der AfD unverhältnismäßig viel Reichweite bekommen.
0:15:08–0:15:13
Unsere digitale Öffentlichkeit wird so immer mehr privatisiert und, ja, manipuliert.
0:15:13–0:15:18
Und drittens, auch wichtig, die ursprüngliche Idee von einem offenen,
0:15:18–0:15:20
dezentralen Netz, die wird aktiv zerstört.
0:15:20–0:15:24
Stattdessen sperren uns die Plattformen in ihre geschlossenen Silos ein.
0:15:24–0:15:28
Kennst du vielleicht dieser Lock-in-Effekt? Man kommt kaum noch raus.
0:15:29–0:15:34
Dahinter steckt oft eine ziemlich libertäre Ideologie, die den demokratischen Staat ablehnt.
0:15:34–0:15:39
Und das Ganze wird noch befeuert durch aktuelle Regeln wie diese Haftungsprivilegien für Plattformen.
0:15:39–0:15:43
Also, kurz gesagt, die Analyse warnt ganz eindringlich.
0:15:43–0:15:48
Wenn wir nicht aktiv gegensteuern, könnte eine von wenigen Konzernen gelenkte
0:15:48–0:15:51
Digitalokratie das offene Netz ersetzen.
0:15:51–0:15:54
Und das gefährdet die Grundlagen unserer freien Gesellschaft.
0:15:55–0:16:00
Und ich fand, es ist ja noch lustig und auch ironisch, wenn ich diese Bücher
0:16:00–0:16:03
von der Frau Google zusammenfassen lasse.
0:16:04–0:16:09
Das war eine Kai, die das für mich völlig eigenständig erledigt hat.
0:16:11–0:16:16
Kevin, Sie hat es gut zusammengefasst. Die drei Punkte sind genau die drei,
0:16:16–0:16:19
die uns ein bisschen Sorgen machen müssten. Das ist es so.
0:16:20–0:16:24
Was hast du ihr gegeben? Einfach das ganze Buch? Die beiden Bücher hat sie bekommen.
0:16:25–0:16:29
Ich kann erklären, wie das geht. Ein Notebook LM kann man nehmen und dann kann
0:16:29–0:16:33
man sagen, machen wir aus diesen beiden Büchern ein schönes Podcast.
0:16:34–0:16:37
Und dann habe ich gesagt, für die Radiosendung sollte ich sich noch relativ
0:16:37–0:16:39
kurz fassen, sonst wäre es ein bisschen länger rausgekommen.
0:16:39–0:16:42
Aber probiert das mal aus, ist ein anderes Thema.
0:16:42–0:16:48
Aber Gafam, Google, Apple, Facebook, Meta, Amazon, Microsoft sind eigentlich
0:16:48–0:16:51
böse. Kevin, teilst du die Analyse?
0:16:51–0:16:56
Ich habe immer das gleiche Problem. Ja, aber nein. Es ist eben so.
0:16:58–0:17:07
Es wären alles mega gute Dienste, wenn nicht immer nur Profite hinter wären. Das ist das Problem.
0:17:07–0:17:13
Es reicht nie. Man muss immer mehr und dann wird es gruselig und das ist eigentlich das Problem.
0:17:13–0:17:19
Und ich bin wirklich so ein bisschen gegen zerspaltig, ich finde es eigentlich nicht gut.
0:17:20–0:17:24
Aber wenn man halt sieht, wie unreguliert das Ganze funktioniert,
0:17:24–0:17:29
dass das einfach immer mehr macht und immer mehr verdrängig und gruselig,
0:17:29–0:17:33
also die Sachen werden einfach kaputt gemacht, gekauft, eingestampft, das ist dann egal,
0:17:34–0:17:36
dann ist eben das ein Problem.
0:17:37–0:17:40
Und dann sehe ich, okay, man müsste es wahrscheinlich regulieren.
0:17:41–0:17:45
Ja, ich sehe das auch ein bisschen ähnlich auf seine Vorschläge.
0:17:45–0:17:48
Der Herr André hat dann auch noch Vorschläge gemacht, was man machen könnte.
0:17:48–0:17:54
Ich zitiere noch etwas Details, was die Traffic-Konzentration angeht.
0:17:54–0:17:59
Also eigentlich der meiste Teil des Web ist ein riesiger digitaler Friedhof.
0:17:59–0:18:05
Sie haben dann herausgefunden, an dieser Uni Köln mit einem relativ gross angeleiteten Versuch,
0:18:05–0:18:13
dass 45% der gesamten Nutzungszeit in Deutschland auf diese grossen Plattformen,
0:18:13–0:18:15
also Alphabet, Meta, Apple und Amazon.
0:18:15–0:18:20
Und die Top-100-Angebote, also die 100 wichtigsten Seiten, ich nehme an,
0:18:20–0:18:25
es werden auch ein paar Pornoseiten mit dabei sein, die kommen dann auf 71,8%.
0:18:25–0:18:29
Und das ist schon krass, wenn wir vorher gesagt haben, es gibt,
0:18:29–0:18:32
wie viel habe ich gesagt, 1, irgendwas.
0:18:32–0:18:36
Billionen, irgend so, was ich zahle, sind im Radio sowieso schwierig,
0:18:36–0:18:43
aber es gibt Milliarden und Milliarden von Webseiten, aber Top-100 sind eigentlich
0:18:43–0:18:45
drei Viertel von allem, die angeschaut werden.
0:18:46–0:18:52
DigiChris, eben, ein Grossteil der 16 Millionen Websites in Deutschland werden
0:18:52–0:18:54
eigentlich nie gebraucht, oder praktisch nicht.
0:18:54–0:18:57
Und das ist schon ein bisschen ein Missverhältnis, oder?
0:18:58–0:19:03
Ja, in der Tat, es ist halt einfach einfach, weil du hast halt auf Facebook,
0:19:04–0:19:10
ja, kann man sagen, hast du halt dein Feed, da hast du News und alles und ja,
0:19:10–0:19:12
es gibt halt leider Leute,
0:19:13–0:19:20
die auf Facebook ihre Nachrichten beziehen und wenn es jetzt vielleicht die NZZ ist, ja,
0:19:20–0:19:23
Dagi, wo, ja, weniger, ja, würde ich sagen.
0:19:24–0:19:30
Seriöse journalistische Quellen sind schön, Aber wenn du dann Weltwoche reingespielt
0:19:30–0:19:32
bekommst, wird es dann schon langsam kritisch?
0:19:32–0:19:36
Ja, das hat ja die Frau vorher auch gesagt.
0:19:37–0:19:43
Also die Algorithmen bevorzugen häufig dann halt wirklich die ganz extremen Angebote.
0:19:44–0:19:49
Also AfD ist einfach viel erfolgreicher in Deutschland als fast alle anderen
0:19:49–0:19:53
Parteien, weil halt die Algorithmen den Zank, den sie auslösen,
0:19:54–0:19:56
einfach gerne haben und befördert.
0:19:56–0:20:00
Was den Journalismus angeht, habe ich auch noch interessant aus diesen Büchern.
0:20:00–0:20:04
Die sagen, die ganze digitale Nutzung von Nachrichtenangeboten.
0:20:05–0:20:08
Also wenn dann auch da sogar noch, in Deutschland jetzt natürlich nicht,
0:20:08–0:20:10
aber ich nehme an, in der Schweiz wird es etwa ähnlich sein,
0:20:10–0:20:13
wenn die Weltwoche da auch noch dazu zählst, das sind 14 Minuten.
0:20:14–0:20:18
Also wenn wir bedenken, wie viel das mir am Handy hängt, und dann tun wir aber
0:20:18–0:20:24
eigentlich 14 Minuten von dieser Zeit wirklich in Journalismus investieren,
0:20:24–0:20:29
in Blogs in so Webseiten von also eben,
0:20:29–0:20:33
das ist eine besonders deprimierende Zahl die ich als Blogger finde,
0:20:33–0:20:40
die aggregierte Nutzungsdauer aller deutschen Blogs beträgt nur etwa 0,006%
0:20:40–0:20:47
der gesamten Mediennutzung und 86% lesen nie ein Blog in Deutschland.
0:20:47–0:20:50
Also da kannst du schreiben, Kevin, du hast auch viel geblokt du kannst schreiben,
0:20:50–0:20:52
wenn du willst, wirst du einfach fast nie gelesen.
0:20:53–0:20:57
Ja, das ist leider so. Ja, und ich finde, also,
0:20:57–0:21:04
das ist jetzt vielleicht ein bisschen gemein, aber die ganzen Algorithmen und
0:21:04–0:21:08
das ganze Süchtigmachen nach Plattformen, da hat es ja ganz viele intelligente
0:21:08–0:21:10
Leute dahinter, die das entwickeln.
0:21:10–0:21:17
Ja, genau. Es ist ja nicht nur die Unwissenheit der Leute, sondern es ist ja der Suchtfaktor.
0:21:17–0:21:25
Und das ist ja eigentlich das Verrückte an einem Algorithmus, der passt sich dir an.
0:21:26–0:21:34
Also, ich glaube, wenn du sehr intelligent bist und du liest irgendwelche Studien
0:21:34–0:21:38
und wissenschaftliche Arbeiten und Sachen, die ich nicht verstehe,
0:21:39–0:21:42
dann würde dir der Algorithmus ja das präsentieren.
0:21:42–0:21:47
Und wenn du jetzt aber vielleicht ein bisschen dumm bist, dann kommst du halt
0:21:47–0:21:50
andere Sachen über, die genau deinem Intellekt entsprechen.
0:21:51–0:21:56
Ja, genau. Dann findest du halt das mega gut, weil es ist so genau auf dich angepasst.
0:21:56–0:22:00
Egal, wo du jetzt stehst, du denkst, das ist mega gut.
0:22:01–0:22:06
Und darum hast du ja das Ding, dass du dich dort auch wohlfühlst,
0:22:06–0:22:09
weil du verstehst ja alles, was es dir rausgibt.
0:22:10–0:22:14
Du begreifst das mega gut. Ja, es ist einfach so.
0:22:14–0:22:19
Recherchieren mittels Google im freien Netz und dann die Informationen selber
0:22:19–0:22:26
zusammensuchen, das ist anstrengender im Vergleich zu sich einfach bedienen lassen.
0:22:26–0:22:32
Ja, und es ist dann halt wirklich so, nachdem die Konzerne jetzt halt auch mal
0:22:32–0:22:37
die Grösse erreicht haben, dass sie wirklich die Silos bauen können,
0:22:37–0:22:41
wo die Leute eigentlich nicht mehr daraus raus können oder auch nicht mehr müssen,
0:22:41–0:22:42
weil sie so viele Angebote haben,
0:22:43–0:22:47
dann werden sie automatisch noch grösser.
0:22:47–0:22:53
Sie können eigentlich durch ihre Standards bestimmen im Gegensatz zum offenen
0:22:53–0:22:56
Netz, wie das Netz eigentlich aussieht.
0:22:57–0:23:01
Man könnte ja auch interoperabler sein. Man könnte einfach versuchen.
0:23:04–0:23:08
Wenn du mit Instagram nicht zufrieden bist, kannst du deine Fotos noch anders hinzuziehen.
0:23:09–0:23:13
Aber das ist alles quasi unmöglich. Man sieht ja auch einfach,
0:23:14–0:23:18
Monopole oder Quasimonopole werden ausgenutzt.
0:23:18–0:23:20
Knallhart Google hat das geschafft.
0:23:22–0:23:29
Den wichtigsten Browser Chromies Netz einzudrucken, dank seiner Suchmaschine mit Android.
0:23:30–0:23:37
Und den Werbemerkaufzug, die EU kommt ab und zu wieder mal mit einer Milliardenstrafe,
0:23:37–0:23:38
aber das kratzt eigentlich niemand gross.
0:23:41–0:23:46
In diesem Buch wird gesagt, es gibt einen Point of No Return.
0:23:46–0:23:49
Und der ist nicht ganz klar, wo der eigentlich ist. Man hat zuerst gedacht,
0:23:50–0:23:51
wir hätten noch ein wenig Zeit.
0:23:51–0:23:57
Aber wie Elon Musk und die Entwicklungen in den USA beschleunigt haben,
0:23:58–0:24:03
ist er nicht ganz sicher, wie weit wir weg sind, dass das Internet am Schluss
0:24:03–0:24:07
das ist, was sie jetzt geschaffen haben. Siehst du das auch so schwarz, Chris?
0:24:08–0:24:14
Wir sind an einem Punkt, wo ich auch sehe, dass Leute auf Google gehen und irgendwie,
0:24:16–0:24:23
NZZ Punkt oder ja, whatever, in der Suchmaschine vom Browser eingehen.
0:24:23–0:24:28
Das ist schon momentan Google und ich glaube jetzt mal, dass Google dann auch
0:24:28–0:24:33
so schlau ist, dass sie nicht irgendeines Keyword NZZ irgendeine andere Phishing-Seite
0:24:33–0:24:38
geben, schon gar nicht irgendeine Zykontonalbank, aber nein, wir sind,
0:24:39–0:24:44
also jetzt von normalen aus dem Zimmer ist der Zug abgefahren. Forget it.
0:24:45–0:24:50
Ja, ich finde, was mich wirklich auch tagtäglich irritiert, ist,
0:24:51–0:24:56
dass die Gefahren irgendwie ab und zu werden thematisiert, aber.
0:24:57–0:25:00
Man spricht nicht systematisch darüber.
0:25:00–0:25:05
Es ist immer so, die einen sagen natürlich einfach Meinungsfreiheit denen,
0:25:05–0:25:06
denen das in die Hand spielt.
0:25:07–0:25:12
Also den Populisten zum Beispiel in den USA, Donald Trump mit seinem Umfeld,
0:25:12–0:25:14
aber man könnte ja auch da sogar,
0:25:14–0:25:19
hat man ja immer gesagt, die Russen haben schon in früheren Wahlen massgeblich
0:25:19–0:25:24
Einfluss genommen durch Bot-Armeen, das mit diesen Bot-Armeen ist nichts Neues,
0:25:24–0:25:29
man weiss, dass die Rechtspopulisten wirklich erfolgreich sind.
0:25:31–0:25:34
Aber das kratzt in der Breite, habe ich das Gefühl, niemand.
0:25:35–0:25:37
Man will nicht ernsthaft etwas dagegen machen.
0:25:38–0:25:43
Und dann kommt ja noch dazu, also es gibt ja hinter diesen Plattformen stecken
0:25:43–0:25:46
reiche Menschen, wie zum Beispiel Herr Thiel, den kennt ihr vielleicht,
0:25:47–0:25:52
das ist so ein Libertärer, der findet eigentlich Staat ist überflüssig.
0:25:52–0:25:59
Und die brauchen auch die Tech-Plattformen, um die ganze Gesellschaft und Politik
0:25:59–0:26:01
nach ihrem Stil zu formen.
0:26:01–0:26:04
Also möglichst, dass sie machen können, was sie wollen.
0:26:04–0:26:06
Und Demokratie ihnen da nicht in die Quere kommt.
0:26:08–0:26:12
Unterschätzen wir diese Gefahr? Oder ist es einfach zu kompliziert?
0:26:12–0:26:16
Oder ist es so gegangen wie ein Frosch im heissen Wasser, dass die Konzerne
0:26:16–0:26:19
immer die Temperatur ganz sanft unterdrüllen haben?
0:26:19–0:26:22
Und jetzt, wo wir es merken, ist es eigentlich schon so spät,
0:26:22–0:26:25
dass niemand mehr weiss, was wir machen können. Kevin?
0:26:27–0:26:31
Ich weiss nicht, ob das also, Moldwitz ist es eine bewusste Entscheidung gewesen,
0:26:32–0:26:35
aber ich glaube nicht, dass es eine bewusste Entscheidung gewesen ist,
0:26:35–0:26:38
im Sinne von jetzt oren wir etwas, dass wir.
0:26:40–0:26:44
Mehr Macht haben, sondern es ist eigentlich nur darum gegangen,
0:26:44–0:26:45
wie können wir noch mehr Geld verdienen.
0:26:45–0:26:50
Wie können wir die Leute noch mehr an uns binden und das Konstrukt,
0:26:51–0:26:54
das jetzt entstanden ist mit diesen Silos, das ist wahrscheinlich gar nicht so.
0:26:55–0:26:59
Ich glaube, das war nicht eine direkte Überlegung, dass die Konzerne sich überlegt
0:26:59–0:27:03
haben, ui, nachher gibt es einfach nur noch so Silos, sondern sie haben sich
0:27:03–0:27:06
überlegt, wir wollen alle Leute bei uns behalten, unbedingt.
0:27:08–0:27:13
Finde ich, ja. Jetzt haben wir einfach die 5, 6, 7 Behältnisse,
0:27:13–0:27:14
die es jetzt halt einfach gibt.
0:27:17–0:27:22
Ich glaube, du hast recht. Ich denke nicht, dass das von Anfang an ein Plan war,
0:27:22–0:27:28
also so quasi, das ist so ein Evil-Masterplan, den Mark Zuckerberg schon 2006
0:27:28–0:27:33
oder 2007 oder wann, dass er Facebook gegründet hat, sich überlegt hat.
0:27:35–0:27:40
Das war auch ein Blogpost, den ich mal gemacht habe und mir überlegt habe,
0:27:40–0:27:48
hey, irgendwann vor 10 oder 15 Jahren ist mal die Falschmeldung rumgegangen.
0:27:48–0:27:52
Facebook kostet jetzt ab sofort etwas, kostet 5 Franken im Monat.
0:27:52–0:27:55
Dann habe ich angefangen durchrechnen. Aber dann hätte man doch so ein Bild
0:27:55–0:27:58
posten, wo man sagt, ich widerspreche. Genau.
0:27:59–0:28:02
Darum ist es nicht gekommen. Darum ist es nicht gekommen, das hat es viele Leute gemacht.
0:28:02–0:28:09
Aber wenn du dann anfängst, durchzurechnen, wie wäre es eigentlich besser geworden,
0:28:10–0:28:16
dann merkst du einfach so, rein nach diesen marktwirtschaftlichen Gesetzen geht es nicht auf.
0:28:16–0:28:22
Also die Gratis-Plattform und die werbefinanzierte Plattform und Finanzierung
0:28:22–0:28:28
über Nutzerdaten, die ist in jedem Fall lukrativer für diese Plattformen,
0:28:28–0:28:29
wenn sie versucht hätten,
0:28:30–0:28:34
ein anständiges Geschäft zu machen, wo die Leute dafür zahlen,
0:28:34–0:28:39
dass sie das nutzen können und darum auch nicht algorithmisch ständig bevormundet
0:28:39–0:28:40
und manipuliert werden.
0:28:40–0:28:42
Aber es wäre nicht aufgegangen. Darum kann
0:28:42–0:28:46
man sagen, Mark Zuckerberg hat marktwirtschaftlich das Richtige gemacht.
0:28:47–0:28:52
Aber irgendwann mal DigiChris haben die schon gemerkt, dass sie da ein wahnsinns
0:28:52–0:28:55
Machtinstrument haben und dann schon auch angefangen,
0:28:55–0:29:02
das politisch und zu ihren eigenen Gunsten und zu Gunsten von ihren Kollegen
0:29:02–0:29:05
und von ihren anderen reichen Kumpels auszunutzen, oder?
0:29:06–0:29:11
Ja, eben, der Herr Zuckerberg mit seinem schönen Armketteli und seiner Uhr für
0:29:11–0:29:14
irgendwie 300'000 oder whatever.
0:29:15–0:29:23
Es ist, ja, die haben... Den Mab-Schick, sagt man dem, ja. das Hans hat halt angeschnallt und.
0:29:24–0:29:30
Ja, vermutlich ist einfach die Werbung, oder so wie wir es halt haben,
0:29:31–0:29:37
ist halt einfach lukrativer als wenn du jetzt würdest zahlen.
0:29:37–0:29:41
Ich meine, du hast ja bei Netflix, Netflix hat ja auch ein Werbeabo und das
0:29:41–0:29:43
ist massiv anscheinend.
0:29:44–0:29:49
Ich bin nicht CV von Netflix, aber dass du bei Netflix.
0:29:51–0:29:56
Mit den Werbeabos, die halt irgendwie, ich sage jetzt, 5 Franken kosten,
0:29:57–0:30:03
mehr verdienst, als von dem, wo 15 Franken kostet, wo eben keine Werbung hat.
0:30:04–0:30:09
Jetzt ein Fakt und mit dem müssen wir halt leben und ja, wenn du jetzt halt
0:30:09–0:30:15
die Werbung bei Netflix hast, ja, für irgendwelche die,
0:30:15–0:30:21
Body-Dotions, schön, wenn du halt Werbung hast für irgendwelche politischen
0:30:21–0:30:23
Bordeien, wird es heikel.
0:30:23–0:30:27
Was habe ich letztens gelesen? Facebook macht 10, ich bin jetzt nicht sicher,
0:30:27–0:30:29
ob es 10% gewesen sind oder sogar noch mehr.
0:30:29–0:30:34
Also ein recht beachtlicher Teil vom Umsatz wird gemacht mit Werbung,
0:30:35–0:30:37
die eigentlich fragwürdig bis illegal ist.
0:30:38–0:30:41
Und auch das wird irgendwie zu wenig wahrgenommen.
0:30:42–0:30:50
Ja, ich finde, wir stecken da tief in der Kacke, um es so zu sagen. Ja, ich kann es so sagen.
0:30:51–0:30:55
Und du kannst ja mit Steffi Buchli, wo wir irgendwelche Fonds antreiben wollen.
0:30:56–0:30:59
Steffi Buchli, das ist die, die jetzt auf der Bildseite geht,
0:30:59–0:31:01
oder? Und das ist keine Fake-Nachricht.
0:31:02–0:31:09
Nein, also die gerade, die will mir irgendwie dann irgendwelche Fonds antreiben und so. Genau.
0:31:10–0:31:14
Ich habe die ganze Zeit damit Phase-Weiss der Berset, der auf meinem Blog Bitcoins
0:31:14–0:31:18
verkauft hat. Das ist auch so ein Teil. Cool.
0:31:18–0:31:24
Genau, also ich glaube, ich weiss nicht, mein Eindruck ist, es würde an dieser Stelle.
0:31:25–0:31:29
Radikale Massnahmen brauchen, aber wir sind jetzt an dem Punkt,
0:31:29–0:31:31
wo wir, ich glaube, nicht mehr anfangen mit diesen Vorschlägen,
0:31:32–0:31:36
die auch in diesen beiden Büchern stehen, was man vielleicht allenfalls machen
0:31:36–0:31:37
könnte, um das aufzubrechen.
0:31:37–0:31:43
Ich würde sagen, Diese Diskussion verschieben wir in Teil 2 dieser Sendung.
0:31:43–0:31:49
Aber am Schluss habe ich noch eine gute Nachricht.
0:31:51–0:31:55
Der Medienmanager, den ich am Anfang zitiert habe, behauptet,
0:31:55–0:32:01
mit den Jungen von heute, Gen Z oder Millennials, wird alles noch viel schlimmer,
0:32:01–0:32:03
weil sie das freie Netz gar nie gesehen haben.
0:32:04–0:32:10
Und wenn dann die älter werden und quasi die Mehrheit, dann ist es sowieso verloren.
0:32:10–0:32:15
Dann kannst du den Rest vergessen und dann habe ich gefunden, stimmt das überhaupt?
0:32:15–0:32:18
Und habe dann ein bisschen recherchiert und habe verschiedene Studien gefunden,
0:32:19–0:32:21
wo das ein bisschen differenzierter zeigen.
0:32:21–0:32:24
Und vielleicht, um jetzt doch noch ein bisschen positiv aufzuhören,
0:32:24–0:32:28
nein, es ist nicht so, dass die Jungen nur noch auf TikTok rumhängen.
0:32:28–0:32:32
Es ist natürlich klar, dass die auf eine Art schon mehr von diesem beeinflusst
0:32:32–0:32:40
werden. aber sie sind jetzt nicht markant, mehr werden sie beschissen oder mehr sind sie dort drin.
0:32:40–0:32:45
Das hat zum einen die Vögelstudie von der Universität Zürich zu der Qualität
0:32:45–0:32:48
der Medien, die vor kurzem ja rausgekommen ist,
0:32:48–0:32:53
zeigt, dass im Vergleich die Alten auch nicht viel besser sind und die Jungen
0:32:53–0:32:58
umgekehrt auch nicht viel schlimmer, auch wenn es eben gewisse Diskrepanz schon gibt.
0:32:58–0:33:03
Aber du darfst ja auch, glaube ich, mit dem Älterwerden auch dann vielleicht
0:33:03–0:33:06
ein bisschen seriöser werden in deinem Medienkonsum, würde ich jetzt mal noch sagen.
0:33:07–0:33:12
Und das American Press Institute hat 2022 sogar eine Untersuchung gemacht,
0:33:12–0:33:17
dass eigentlich viele von dieser Gen Z und diesen Millennials sogar zahlen für Medien.
0:33:17–0:33:21
Also sie sind vielleicht nicht viel und vielleicht nicht für die ganz richtigen
0:33:21–0:33:25
Medien, aber sie zahlen immerhin ein bisschen etwas.
0:33:25–0:33:28
Und das hat mich fast schon beglückt am Schluss.
0:33:28–0:33:30
Dass es für mich doch nicht ganz so schlimm ist.
0:33:32–0:33:37
Meiner, zumindest die Jugend ist ja, die Alten behaupten ja immer,
0:33:37–0:33:39
die Jugend ist so schlimm und dann ist sie doch nicht so schlimm.
0:33:39–0:33:41
Können wir uns auf das einigen?
0:33:42–0:33:44
Ich glaube, die Jugend ist nicht so schlimm. Ich habe die Jugend gern.
0:33:45–0:33:48
Die Jugend auch gern und du, Digi Chris, sicher auch, oder?
0:33:48–0:33:51
Ich denke auch. Und ja, vielleicht merkt ihr auch mal, dass auch,
0:33:51–0:33:56
wenn es nur 1 Franken pro Tag ist für eine gute Zeitung, auch nicht,
0:33:56–0:33:59
wenn es die ist, die du schaffst. Das ist wert.

Es gibt einige Leute, die dem offenen, unabhängigen Internet das Totenglöcklein läuten: Medienwissenschaftler Martin Andree bezeichnete das Web in seinem Buch «Big Tech muss weg!» 2023 als riesigen Friedhof. Und dieser Tage geben Verlagsmanager die Parole aus, zum Überleben müssten die Medien die Mechanismen von Google, Meta und Tiktok kopieren und selbst zu «Silos» werden – also zu grossen Plattformen, die das Publikum möglichst lange binden.

Sind das Panikmacher – oder steht es so schlimm? Wir versuchen, anhand unserer eigenen bescheidenen Möglichkeiten einen Eindruck davon zu bekommen, ob es den Tech-Konzernen tatsächlich gelungen ist, unsere Aufmerksamkeit zu monopolisieren. Wir klären ab, ob die Gen Z mit ihrer Tiktok-Hörigkeit alles noch viel schlimmer macht, wie manche behaupten. Und wir diskutieren die Vorschläge Martin Andrees, wie sich das Netz vielleicht doch noch retten lässt.

Die Links zur Episode

Preshow

Hauptteil

Beitragsbild: Hier ruhen ganz viele Websites (Datingjungle, Unsplash-Lizenz).

Veröffentlicht von Matthias

Nerd since 1971.

Beteilige dich an der Unterhaltung

1 Kommentar

  1. Liebes Nerdfunk Team
    Danke vielmals für Euer Engagement, ich schätze euer unermüdlichen jahrelangen Einsatz für Nerdfunk. Die Sendung finde ich echt wertvoll. Wenn ich etwas wünschen dürfte wäre es das Thema: langfristige Lösung von Abhängigkeiten. Ich habe schon länger das Projekt des Demicrosoftialisierung und Degooglesierens. Es geht immer eine Stück vorwärts halt nicht schnell. Benutze kein Microsoft und Google Cloud mehr (Privat). Benutze bald kein Windows mehr. Versuche die wichtigsten Bezugspersonen dazu zu bewegen die Whatsapp Alternative Delta Chat zu benutzen. Könntet Ihr nicht mal eine Sendung (oder Sendungsserie) machen, wo ihr das Thema aufnimmt. Ich habe auch nichts dagegen, wenn Ihr das ganze Dual Use macht. Matthias darf ruhig auch Artikel im Tagi darüber schreiben und Kevin seinen Kunden die passenden Alternativen anbieten. Dann hat der Podcast und Ihr selber eine Win Win Siutation. Liebe Grüsse Gabriel

Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar zu Gabriel Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert