Die Zukunft ist heute: Das ist die neue Serie im Nerdfunk, in der wir der Frage nachgehen, wie sehr der technische Fortschritt unser Leben in den letzten 25 Jahren verändert hat. Heute bohren wir ein so dickes Brett, dass es gut sein kann, dass wir mehrere Anläufe nehmen müssen, um überhaupt ein Löchlein in die Oberfläche zu bekommen.
Es geht um die Kommunikation: Vor 25 Jahren war für die meisten von uns der Festnetzanschluss das Kommunikationsmittel der Wahl – auch wenn die Nerds unter uns schon Mais geschrieben und gechattet haben. Beliebt war auch das Fax, und wer handschriftliche Briefe verschickt hat, war kein völliger Exot.
Dann kamen SMS und Messenger und die ersten sozialen Netzwerke, für die wir ursprünglich nicht einmal eine allgemeingültige Bezeichnung hatten. Mit Youtube entstand vor genau zwanzig Jahren ein Massenmedium, mit dem jeder zum Star werden kann – oder sich durch eine ungeschickte Veröffentlichung bis auf die Knochen blamiert. Im Zug dieser Entwicklung mussten wir uns nicht nur an viele neue Apps wie Zoom, Snapchat, Slack, Discord, Tiktok und Threads gewöhnen, sondern auch an Phänomene wie Influencer, Memes, virale Posts und Shitstorms.
So viele Kommunikationsmittel – und so grosse Probleme, uns untereinander zu verstehen: Wir analysieren nüchtern, ohne Kulturpessimismus und nur mit einer kleinen hobbyphilosophischen Anwandlung, ob wir uns zu sehr auf das technisch Machbare und zu wenig auf das menschlich Sinnvolle konzentriert haben.
Es kommt uns vor, als sei es erst gestern gewesen: Als wir in der Nacht auf den ersten Januar 2000 an der rauschenden Party zum neuen Jahrhundert ausgelassen feierten (oder, wie Kevin, einen Abend im Kino verbrachten). Inzwischen ist von diesem Jahrhundert bereits das erste Viertel durch. Und beim technischen Fortschritt hat sich so viel getan, dass es gut und gern fürs ganze Jahrhundert gereicht hätte.
Für uns eine Gelegenheit, uns über die vielen Facetten des Fortschritts Gedanken zu machen: über die konkreten, aber auch über die fiktionalen. Das tun wir in der Serie «Die Zukunft ist heute». In der zweiten Folge geht es um das mobile Internet: Um die zaghaften Anfänge am Anfang des Jahrhunderts, die wir mit WAP auf den damals noch «dummen» Telefonen unternommen haben und wie auch WLAN anfänglich ein absoluter Luxus war. Daraus ist in wenigen Jahren eine absolute Selbstverständlichkeit geworden. Heute nutzt die Mehrheit der Menschheit das Internet über mobile Geräte und selbst im Ausland ist für viele von uns die Flatrate fast schon Normalität.
Wir würdigen diese Entwicklung und fragen uns, wie es uns wohl ginge, wenn wir von einem Tag auf den nächsten wieder ohne allgegenwärtige Datenversorgung dastehen würden …
Oder Arthur C. Clarke? Wir leben heute in einem Zukunftsroman von früher. Visionäre Köpfe wie Isaac Asimov, William Gibson und Gene Roddenberry dachten sich abenteuerliche Geschichten mit futuristischer Technologie aus. Sie sind inzwischen nicht in allen Details wahr geworden – aber in vielen Belangen. Die Lücken sind unser Glück, wenn wir an Dystopien wie die von George Orwell denken («1984»).
Aber vielleicht kommt das noch? Im Nerdfunk wollen wir mit einer Serie die Tatsache würdigen, dass es im ersten Viertel des neuen Jahrhunderts kein Jahr ohne einen grossen technologischen Durchbruch gab, der bemerkenswerte Veränderungen mit sich brachte. Wir schauen zurück, identifizieren die Meilensteine bei der Entwicklung von Internet, sozialen Medien, Gaming, Cloud, Streaming und Dating. Vielleicht wagen wir auch die eine oder andere unserer legendären Hashtag-Prognosen, welches Science-Fiction-Buch demnächst wahr werden könnte.
In der ersten Folge knüpfen wir an unsere letzte reguläre Sendung von 2024 an und wagen einen Überblick, was die prägendsten Ereignisse seit dem Jahr 2000 waren.