Transkript anzeigen (falls vorhanden)
0:00:09–0:00:11
Kassi Kinoshis Seed mit «Ei» war das.
0:00:12–0:00:16
Hallo zusammen, hier ist Lesley Maguid. Ihr hört gerade meine neue Single «Talking
0:00:16–0:00:18
Head» auf dem Stabfilter. Das machen wir jetzt nicht.
0:00:19–0:00:22
Stattdessen werde ich mit Kevin sprechen. Hallo Kevin, bist du da?
0:00:23–0:00:29
Ich bin da. Und genau, wir könnten mal zusammen eine Musiksendung machen.
0:00:29–0:00:30
Ich glaube, das müssten wir mal.
0:00:31–0:00:34
Ich habe letztlich gedacht, ich habe ja mal im Leben vorher,
0:00:34–0:00:39
Vorher hatte ich ja ein Rekordlabel. Was?
0:00:40–0:00:44
Wieso hast du mir von dem noch nie erzählt? Das ist im Leben vorher.
0:00:44–0:00:50
Das ist pre Spotify, pre all diesen Streamingdiensten.
0:00:50–0:00:55
Wir haben von CD-Verkäufen gelebt. Wir haben von Konzerten machen gelebt.
0:00:55–0:00:58
Aber jetzt musst du mir wirklich sagen, wie viel Leben du eigentlich hattest.
0:00:59–0:01:05
Weil... Ich weiss nicht. Das war die Konzertfotografie-Zeit,
0:01:06–0:01:08
also das ist über 10 Jahre her.
0:01:08–0:01:12
Ja, aber vor 10 Jahren haben wir schon Sendungen zusammen gemacht.
0:01:13–0:01:17
Ich erinnere mich noch, als du Konzertfotograf warst. Und hier hast du auch
0:01:17–0:01:19
ein Lied, was für Musik dann?
0:01:20–0:01:26
Indie. Also so ein bisschen rockmässig Indie. Wir hatten auch gute Pop-Bands dabei.
0:01:27–0:01:31
Eigentlich gaben wir nicht so viel raus. Wir haben etwa 8 oder 9 CDs gemacht.
0:01:32–0:01:35
Und wie kamst du auf diese Idee, wenn ich fragen darf?
0:01:36–0:01:45
Du hattest einen Kumpel, der sagte, ich habe hier ein Demotape und habe keinen Vertrieb gefunden.
0:01:45–0:01:49
Würdest du das nicht lieber unter die Leute bringen? So war es, oder?
0:01:51–0:01:56
Nein, das war nicht so. Ich kannte Bands. Die haben gesagt, wir finden kein
0:01:56–0:01:59
Label und die Aufgabe von einem Label ist mega schwierig, weil du musst da die
0:01:59–0:02:01
Ökos haben und dann musst du das machen.
0:02:02–0:02:06
Wie immer habe ich dann gefunden, das können wir selber. Das ist nicht so schwierig.
0:02:07–0:02:12
Wie immer, genau. Ja, das ist keine Sache, das können wir aus dem Stand, machen wir das.
0:02:12–0:02:17
Sag mal, aber ich will dem ein bisschen auf den Grund gehen,
0:02:17–0:02:20
dieser Sache, dass du dir das zuträumst.
0:02:20–0:02:24
Hast du dann in so einem Fall keine Selbstzweifel und denkst,
0:02:24–0:02:27
ich hätte jetzt Selbstzweifel und würde sagen, ich habe keine Ahnung von diesem
0:02:27–0:02:29
Business, da lasse ich lieber mal die Finger davon.
0:02:30–0:02:34
Und du sagst dann, ich habe zwar keine Ahnung, aber darum erst recht.
0:02:34–0:02:36
Wie muss ich mir das vorstellen?
0:02:37–0:02:42
Ich weiss einfach nicht. Also ich glaube, was gut ist bei mir, ich bin...
0:02:43–0:02:50
Ich bin sehr, sehr dumm. Okay. Ich habe keine Angst vor dem Feld 1.
0:02:50–0:02:54
Ich habe keine Angst, zu sagen, ich habe keine Ahnung, erklär mir das.
0:02:55–0:02:58
Und ich habe auch keine Angst davor, dass jemand findet, ey,
0:02:58–0:03:01
du bist mega dumm. Das ist mir wie gleich.
0:03:01–0:03:05
Ich kann anstehen und sagen, ich habe keine Ahnung, du musst mir das jetzt erklären,
0:03:05–0:03:07
wie Amnerdrick Klaßler, dass ich es verstehe.
0:03:07–0:03:12
Aha. Davon habe ich keine Angst. Und dann ist es wie, ich mache irgendetwas
0:03:12–0:03:15
und dann mache ich Fehler und dann sagen alle Leute, du bist so dumm.
0:03:15–0:03:19
Und dann denke ich, okay, jetzt weiss ich es, jetzt kann ich es anders machen.
0:03:19–0:03:21
Aber ich habe wirklich keine Angst vor dem.
0:03:21–0:03:24
Das ist ein Bonuspunkt. Darf ich da reingreifen?
0:03:25–0:03:29
Dumm ist da völlig der falsche Begriff. Mit Dummheit hat es nichts zu tun.
0:03:29–0:03:34
Du bist vielleicht naiv, könnte man vielleicht sagen, oder einfach unvoreingenommen.
0:03:34–0:03:41
Wäre ja viel positiver und risikofreudig sicher auch, aber findest du nicht,
0:03:41–0:03:45
dass wir eigentlich, sind wir vielleicht seit 15 Jahren mit dieser Sendung völlig
0:03:45–0:03:48
am eigentlichen Thema vorbei und wir müssten,
0:03:49–0:03:50
Lebensberatung machen, da
0:03:50–0:03:56
Coaching für die Leute, live auf dem Sender und du erklärst ihnen, wie man.
0:03:57–0:04:02
Risiken nimmt und wie man sich nicht einschüchtern lässt von etwas,
0:04:02–0:04:05
was man noch nie gemacht hat und wo man nicht sicher ist, ob man das kann.
0:04:06–0:04:11
Ich glaube, es ist, oft haben Leute Angst, weil sie den ersten Schritt nicht machen. Ja.
0:04:12–0:04:16
Also wenn dir wahrscheinlich irgendjemand, wo du 20 gewesen bist,
0:04:16–0:04:20
gesagt hat, du wirst mal ein Buch rausgeben und das Buch wird Erfolg haben,
0:04:20–0:04:24
dann wirst du als Matthias sagen, ich glaube im Fall nicht.
0:04:25–0:04:31
Und das ist aber passiert und du bist irgendwie, du gehst auf den Weg und machst
0:04:31–0:04:35
mal irgendetwas und dann funktioniert es und es ist dann irgendwie gar nicht
0:04:35–0:04:39
so schlimm, wenn du mal angefangen hast und ich glaube, das wäre bei mir ganz viele Sachen so,
0:04:40–0:04:45
wenn dir jemand sagt, hey, ich glaube, du wirst mal Kinder und die Verantwortung,
0:04:45–0:04:48
die du dann hast, dann denkst du, oh mein Gott, das schaffst du ja nie.
0:04:48–0:04:50
Ja, das finde ich heute manchmal noch.
0:04:50–0:04:54
Ja genau, aber irgendwann bist du auf dem Weg und es gibt dann Momente,
0:04:54–0:04:57
wo du denkst, darf ich das überhaupt, kann ich das überhaupt,
0:04:57–0:05:01
das gibt es, aber schlussendlich machst du einfach weiter und es funktioniert irgendwie.
0:05:01–0:05:06
Und ich glaube, es geht mehr um das und ich glaube, mit zunehmendem Alter haben
0:05:06–0:05:12
die Leute nicht mehr den Mut, zu sagen, ich verstehe etwas von Grund auf nicht, mir fehlt.
0:05:13–0:05:17
Bildungsblock. Und das ist bei mir halt mega oft. Also ich habe mich vor zwei
0:05:17–0:05:20
Jahren selbstständig gemacht und ich musste sagen, ich habe keine Ahnung von
0:05:20–0:05:21
Buchhaltung, ich habe keine Ahnung
0:05:21–0:05:25
von Treuhand, ich habe keine Ahnung von Versicherung, ich weiss das nicht.
0:05:26–0:05:33
Aber ich bin dann wie zu geizig, um Fachleute zu kaufen, die ich zahle für ihre
0:05:33–0:05:37
Zeit und sage, okay, ich setze jetzt an und lerne es. Aber ich frage ganz viele
0:05:37–0:05:38
Leute, wie es funktioniert.
0:05:38–0:05:42
Ja, du bist einfach der klassische Autodidakt natürlich auch,
0:05:42–0:05:46
zum grossen Teil. Das passt ja zu mir. Einfach kücheln.
0:05:47–0:05:52
Das bin ich ja eigentlich auch und sehr gerne. Ich glaube, ich lehre am besten so.
0:05:52–0:05:56
Und jetzt haben wir nur noch 45 Sekunden in unserer Pre-Show.
0:05:58–0:06:03
Das reicht nur für einen Trailer. Nein, ein Trailer geht zwei Minuten.
0:06:03–0:06:06
Ja, genau. Das machen wir dann nachher. Aber ich würde sagen,
0:06:07–0:06:11
nur noch ganz kurz, dann ist es dir aber auch egal, wenn das nicht vom Fleck
0:06:11–0:06:13
weg perfektionistisch herkommt.
0:06:14–0:06:17
Oder wenn vielleicht sogar die Leute... Ich bin null perfektionistisch.
0:06:18–0:06:21
Manchmal habe ich auch das Gefühl, das ist ein bisschen mein Problem,
0:06:21–0:06:24
dass ich Sachen finde... Das ist definitiv ein grosses Problem.
0:06:24–0:06:28
Also, wir reden mal in einer... Ich verspreche euch, wir machen eine Sendung,
0:06:28–0:06:30
wenn wir... Eine Musiksendung.
0:06:30–0:06:35
Eine Musiksendung oder... Und dann trainieren wir nach meinem Perfektionismus ab. trainieren.
0:06:35–0:06:39
Und jetzt haben wir aber ein völlig anderes Thema. Und zwar genau jetzt geht's los.
0:06:52–0:06:56
In dieser Sendung heute geht es um ein Thema, oder man müsste eigentlich sagen,
0:06:56–0:06:58
um eine Beobachtung von mir.
0:06:58–0:07:01
Und die ist vielleicht naiv, vielleicht ist sie völlig falsch,
0:07:01–0:07:03
oder vielleicht ist sie auch komplett richtig.
0:07:03–0:07:08
Und ich möchte jetzt aber an unseren Kinoexperten hier in unserem Team,
0:07:08–0:07:12
wir haben in der Pre-Show herausgefunden, dass er eigentlich nicht nur Kinoexperten
0:07:12–0:07:13
ist, sondern Experte für alles.
0:07:14–0:07:20
Er hat schon 35 Leben gehabt, der Kevin Rechsteiner, und in einem davon ist
0:07:20–0:07:24
er immer noch Kinomensch. und Kinoliebhaber und Kinobetreiber und überhaupt.
0:07:24–0:07:28
Und darum kann er mir Auskunft geben, ob meine Beobachtung richtig war.
0:07:29–0:07:35
Und ich hatte das Gefühl, dass Kino so lange in einer depressiven Phase war. Dem ging es nicht gut.
0:07:36–0:07:40
Da hatten alle das Gefühl, das zerbläht für sich an. Die Leute wollen eigentlich
0:07:40–0:07:43
nicht mehr irgendwo hin zum Film schauen.
0:07:44–0:07:48
Die wollen zu Hause. Und jetzt gibt es das Streaming und du hast so riesige
0:07:48–0:07:51
Fernseh-Dihei, die so gross sind fast wie eine Kinoleinwand.
0:07:51–0:07:55
Also wieso sollst du überhaupt noch so viel Geld zahlen, um irgendwo hinzugehen?
0:07:55–0:07:59
Also das Kino ist eigentlich ein Ding der Vergangenheit.
0:07:59–0:08:03
Und jetzt schaut man, plötzlich hat man das Gefühl, das ist gar nicht so,
0:08:03–0:08:04
dem geht es wieder viel besser.
0:08:04–0:08:08
Ich, und ich muss sagen, es ist eine etwas egozentrische Beobachtung.
0:08:08–0:08:10
Ich bin nämlich von mir ausgegangen.
0:08:11–0:08:15
Meine Tochter ist langsam so alt, dass man mit ihr ins Kino gehen kann.
0:08:15–0:08:20
Und dann hat sie gesagt, sie will in den Film schauen, an die wilden Mäuse,
0:08:20–0:08:25
der ist im Sommer gelaufen, eine von diesen Mäusen war die Patty,
0:08:25–0:08:28
und die hat dann gegen den Poseidon kämpfen müssen,
0:08:29–0:08:33
und hat das recht schick gemacht, das war so eine mit der griechischen Mythe,
0:08:33–0:08:37
griechische Sage, und dann war ich mit meiner Frau noch im Kino,
0:08:37–0:08:41
und dann haben wir den To the Moon geschaut, und den haben wir auch recht gut
0:08:41–0:08:44
gefunden, also es ist jetzt kein wahnsinnig tiefgründiger Film,
0:08:44–0:08:51
aber einer, der mit Ein Film, der mit dieser Mondverschwörung auf eine lustige Art und Weise umging.
0:08:51–0:08:56
Und dann fand ich, das Kino ist wieder da, zumindest in meinem Leben.
0:08:56–0:09:00
Und jetzt will ich mit Kevin herausfinden, ob das nur mir so geht oder ob das
0:09:00–0:09:02
eine allgemeine Tendenz ist.
0:09:04–0:09:09
Als du mir das Geschichte sagst, bist du «To the Moon» geschaut und ich dachte.
0:09:10–0:09:15
Was ist To The Moon? Noch nie gehört. Und dann habe ich den Link geklickt und
0:09:15–0:09:18
der Film heisst Fly Me To The Moon auf Englisch.
0:09:18–0:09:21
Und man hat dann für Deutsch einen To The Moon genannt.
0:09:22–0:09:24
Und ich werde nervös.
0:09:24–0:09:29
Fly Me To The Moon ist gleich schlimm wie To The Moon. Wenn du nicht Englisch
0:09:29–0:09:31
kannst, dann nützt der To The Moon nichts.
0:09:32–0:09:35
Und dann könntest du auch gleich Fly Me To The Moon lassen. Auf jeden Fall,
0:09:35–0:09:38
Fly Me To The Moon habe ich den Teller gesehen, habe ich gedacht,
0:09:38–0:09:41
das interessiert mich gar nicht. Und ich war positiv überrascht.
0:09:42–0:09:47
Ich fand das einen guten Sommerfilm. So easy zu schauen, gute Unterhaltung, schön gemacht.
0:09:48–0:09:53
Ja, das hat mich positiv überrascht, weil ich dachte, das wird langweilig.
0:09:53–0:09:58
Wir haben diskutiert, meine Frau und ich, und ich wäre eher für einen anderen Film gewesen.
0:09:58–0:10:01
Ich weiss jetzt allerdings nicht mehr wollen, aber dann haben wir uns in einem guten,
0:10:02–0:10:07
ehelichen Kompromiss für den entschieden und sind dann eigentlich beide zufrieden
0:10:07–0:10:11
gewesen, Weil er geht ja so ein bisschen, ohne zu viel zu verraten,
0:10:11–0:10:15
um die Verschwörungstheorie von Mondlandung, die hat nie stattgefunden.
0:10:16–0:10:22
Die wird eigentlich ausgebaut und zwar wirklich auf eine eigentlich noch raffinierte
0:10:22–0:10:23
Art und Weise. Die hat es mir gefallen.
0:10:24–0:10:28
Und was auf eine Art auch noch ein Point ist, der ist ja von Apple produziert.
0:10:28–0:10:33
Eigentlich kommt der Trailer von ihrem Streamingdienst an, der Apple TV+.
0:10:35–0:10:44
Aber man hätte ihn schön im Kino schauen können und das unterstützt meine These ein bisschen. Ja.
0:10:45–0:10:49
Wir haben einfach so Erfahrungen aus unserem Kino.
0:10:50–0:10:54
Die Zahlen gehen wieder hoch. Das ist effektiv so.
0:10:54–0:10:58
Also das ist nicht nur das Gefühl, dass Leute wieder mehr ins Kino gehen,
0:10:58–0:11:02
sondern es ist effektiv so, dass Leute wieder mehr ins Kino gehen. in.
0:11:04–0:11:11
Es hat bei uns sicher mit den Filmen zu tun, also wir sind wahrscheinlich nicht
0:11:11–0:11:14
ein Kino-Schweiz-Massstab.
0:11:14–0:11:18
Wir haben eher kleine Produktionen, wir haben eher kleine Filme,
0:11:18–0:11:19
wir haben eher Schweizer Filme.
0:11:20–0:11:24
Und also ein Faktor ist definitiv, dass wir eigentlich seit dem Dezember «Bonjour
0:11:24–0:11:26
Ticino» zeigen. Ja, ja, genau.
0:11:26–0:11:32
Also der ist über Wochen immer wieder gelaufen. Da hatten wir noch eine Vorstellung.
0:11:32–0:11:36
Und jetzt kommt er nochmal. Irgendwie am 1. Oktober machen wir nochmal «Bonjour
0:11:36–0:11:38
Ticino». Den bringen wir nicht tot.
0:11:38–0:11:42
Jetzt, als du diesen Film erwähnst, weiss ich wieder, dass ich schauen wollte.
0:11:44–0:11:50
«Bonjour Ticino». Ja, genau. Und solche Sachen helfen uns natürlich,
0:11:51–0:11:54
dass wir jetzt, wir kommen später noch auf das ganze Hollywood-Thema und warum
0:11:54–0:11:56
wir dort so ein Problem haben im Moment.
0:11:56–0:12:00
Aber es hilft uns jetzt natürlich, dass wir vor allem europäische Filme zeigen
0:12:00–0:12:06
und dann irgendwie einen Film wie «Oh la la», der von Frankreich auch gut gelaufen
0:12:06–0:12:09
ist, bei uns wieder wirklich die Leute holt.
0:12:10–0:12:16
Ja, das haben wir gemerkt. Aber Zahlen gehen hoch. Seit nach Corona haben wir wieder mehr Zuschauer.
0:12:17–0:12:24
Genau, das Corona war natürlich wirklich wichtig, weil während dem Corona hat
0:12:24–0:12:28
man Ich hatte das Gefühl, es sei vorbei mit den Kinos.
0:12:28–0:12:33
Alle Leute sind daran gewöhnt, mit vielen Leuten in einen Raum zu gehen.
0:12:34–0:12:38
«Was machst du anders im Kino?» Aber irgendwie war es schon so,
0:12:39–0:12:43
als Corona durchging, dass die Leute vielleicht genug hatten,
0:12:43–0:12:47
alleine oder mit der Familie zu Hause vor dem Fernseher zu sitzen.
0:12:48–0:12:54
Dann war immer noch die Frage, ob das andauern würde. ist das einfach nach Corona
0:12:54–0:12:58
so, dass dann doch die Leute wieder Lust hatten auf das Kino.
0:12:58–0:13:01
Dann ist es natürlich schwierig geworden. Ich habe so einen Artikel gefunden,
0:13:02–0:13:10
dass es 2023 ein super Kinojahr gewesen wäre. Weil eben der Barbie-Film und...
0:13:12–0:13:16
Es waren einfach wirklich gute Filme im Kino. Und dann war dann wieder der Streik
0:13:16–0:13:18
der Autoren in Hollywood und so.
0:13:19–0:13:24
Und darum war das Jahr 2024 eigentlich schon wieder etwas schlechter.
0:13:24–0:13:30
Aber trotzdem, ich wage die These, das ist... Ich sage jetzt einfach meine These,
0:13:30–0:13:31
vielleicht hätte ich sie jetzt
0:13:31–0:13:36
noch ein bisschen mit einem schönen Spannungsbogen vorbereiten sollen.
0:13:37–0:13:43
Meine These ist, das hat sich zurechtgerüttelt, auch mit was man macht,
0:13:43–0:13:46
Streaming und Netflix, das ist ja vor zehn Jahren.
0:13:46–0:13:49
Und da müssen wir dann wahrscheinlich mal darüber reden, wenn der Digi-Chris da ist.
0:13:50–0:13:55
Ich nehme an, er wird dann zu zehn Jahren Netflix in der Schweiz unbedingt etwas dazu sagen.
0:13:55–0:14:01
Aber das hat sich zurechtgerüttelt, es hat jetzt wieder so viel mehr von diesen
0:14:01–0:14:07
Streamingdiensten, es hat sich so wieder zerfrettelt in alle Richtungen,
0:14:07–0:14:09
du müsstest wieder 5 Sachen abonnieren.
0:14:10–0:14:14
Was ich auch gemerkt habe, es ist einfach wahnsinnig angenehm,
0:14:14–0:14:17
wenn du in diesem Kino sitzt, du bist nicht in Versuchung auf dein Handy zu
0:14:17–0:14:22
schauen und das passiert mir halt, wenn ich Netflix schaue, doch immer wieder.
0:14:22–0:14:26
Und das schätze ich. Und darum, glaube ich, hat sich das ausdifferenziert.
0:14:26–0:14:31
Kino hat seinen Platz gefunden neben dem Streaming und man könnte sagen,
0:14:32–0:14:34
die Krise ist überwunden.
0:14:34–0:14:41
Ich beende sie, oder ich erkläre sie für beendet, die Streaming-Krise im Kino. Okay.
0:14:42–0:14:45
Also, dann haben Sie es jetzt gehört, nehmen wir in die Kino.
0:14:49–0:14:57
Es hat sich verändert, also ich glaube der Kinobesuch hat sich verändert,
0:14:57–0:15:04
dass mit dem ganzen Streaming, mit der ganzen Verfügbarkeit von Filmen,
0:15:04–0:15:10
Ich glaube, viel mehr an den Wunsch der Leute, einfach mal wieder ins Kino zu gehen,
0:15:12–0:15:16
den nur einen Film auszuwählen und dann den zu schauen.
0:15:17–0:15:20
Vielleicht auch wirklich das mit dem Second Screen, das habe ich mir nie überlegt,
0:15:20–0:15:24
dass das bei Netflix, wenn ich nicht Netflix schaue, vielleicht eher hin und
0:15:24–0:15:26
her switche, das machst du im Kino halt nicht.
0:15:26–0:15:30
Du sitzt dann einfach dort und schaust das.
0:15:30–0:15:32
Das macht etwas mit den Leuten.
0:15:33–0:15:39
Und was wir auch oft haben bei uns im Kino, sind Leute, die ins Kino kommen
0:15:39–0:15:42
und sie wissen gar nicht, was läuft.
0:15:42–0:15:47
Das ist vor allem in den Sommerweizen, also wir machen ja immer in den Sommermonaten,
0:15:47–0:15:49
Donnerstag, Freitag, Samstag, mit Essen.
0:15:49–0:15:52
Und dann haben wir viele Leute, die einfach essen kommen und dann noch den Film
0:15:52–0:15:56
schauen. Und es ist ihnen eigentlich gar nicht so wichtig, welcher Film kommt.
0:15:57–0:15:59
Und dann halt auch mit dem,
0:16:00–0:16:04
hey, grossartiger Film oder was für ein Scheiss.
0:16:04–0:16:10
Und es spielt wie nicht so eine Rolle. Und ich glaube, da geht es wirklich um das ganze Erlebnis.
0:16:11–0:16:15
Du gehst ins Kino und sitzt hin und hast noch Popcorn und das Licht wird dunkel
0:16:15–0:16:19
und dann kommen die Werbungen und dann kommen die Trailer und dann kommt ein Film.
0:16:19–0:16:25
Es ist mehr wie ein Theaterbesuch geworden, als einfach Ja, wir gehen jetzt
0:16:25–0:16:29
schnell ins Kino, was du früher einfach regelmässiger gemacht hast.
0:16:30–0:16:34
Ja, das war bei mir auch so. Das Kino war eigentlich regelmässig.
0:16:34–0:16:38
Ich hatte so ein Kärtchen, also ein Abo, das man aufbrauchen konnte.
0:16:38–0:16:41
Dann hast du wieder eines gekauft und das bist du regelmässig gemacht.
0:16:41–0:16:44
In diesem Rhythmus bin ich nicht zurück.
0:16:44–0:16:47
Ich bin gespannt, ob das irgendwann mal wieder kommt. Keine Ahnung,
0:16:47–0:16:48
ich könnte mir das vorstellen.
0:16:49–0:16:53
Aber ich glaube, es hat schon etwas damit zu tun, dass man eben,
0:16:53–0:16:57
das Aussuchen bei Netflix kann ja wirklich einfach nervtötend sein.
0:16:58–0:17:02
Und sie sagen, der Algorithmus sagt dir wunderbar, er hat dir immer das Richtige,
0:17:02–0:17:03
was du gerade sehen willst.
0:17:04–0:17:07
Denkst du dann? Nein, du fängst an, bist mit nichts zufrieden und so.
0:17:08–0:17:11
Und beim Kino kannst du einfach, wenn du das so machst, wenn du einfach,
0:17:11–0:17:13
du musst vielleicht noch sagen, wo dein Kino ist. ich glaube,
0:17:13–0:17:17
das hast du jetzt gar nicht gesagt, aber es ist dann noch wichtig,
0:17:17–0:17:21
dass die Leute wissen, wenn sie zu dir kommen, auch noch essen gehen.
0:17:21–0:17:26
Eben, dann ist und dann musst du dich auch dem Film aussetzen, oder?
0:17:26–0:17:29
Bei Netflix sagst du vielleicht nach 10 Minuten, okay, ist doch nicht so,
0:17:29–0:17:33
sondern dann musst du halt schauen und das ist vielleicht manchmal gar nicht
0:17:33–0:17:38
so schlecht, wenn es wieder ist wie früher, wo du einfach hast müssen Augen
0:17:38–0:17:40
zu, oder nein, Augen auf und durch.
0:17:42–0:17:45
Ja, und einfach mal durchziehen. Genau.
0:17:45–0:17:51
Wie würdest du das sagen? Ist das Filmangebot wieder besser, wie der auch schon?
0:17:51–0:17:55
Oder ist es immer noch, du hast ja so die französischen Filme auch erwähnt und so.
0:17:55–0:18:01
Mein Eindruck ist eben, dass jetzt zum Teil auch so Streamingproduktionen in die Kinos kommen.
0:18:01–0:18:05
Ist es wirklich so, dass das Angebot ein bisschen vielfältiger geworden ist?
0:18:06–0:18:12
Aber die Franchises und immer die x-te Folge von dem Blockbuster,
0:18:12–0:18:13
die gibt es Gibt es schon immer noch, oder?
0:18:15–0:18:18
Die grossen Franchises gibt es noch.
0:18:19–0:18:25
Also ich sage jetzt mal, bis vor ein paar Jahren war das die ganze Marvel-Geschichte.
0:18:26–0:18:32
Mit den Avengers usw. Die haben es... das ist jetzt einfach gestorben.
0:18:33–0:18:38
Die haben es verkackt und zwar gröber. Die Franchise funktioniert nicht mehr.
0:18:38–0:18:43
Dann gibt es so Fast and the Furious, wo auch alle paar Jahre etwas rauskommt,
0:18:43–0:18:48
wo sie jetzt auch ein wenig verkackt haben und jetzt auch wieder zurückgehen auf alte Sachen.
0:18:50–0:18:54
Franchises gibt es. Franchises, dort möchte jeder hin, weil mit dem verdienst
0:18:54–0:18:57
du halt Geld. Das ist halt so. Das sind Milliardenumsätze.
0:18:58–0:19:05
Und meine Erfahrung ist, dass in den letzten ein, zwei Jahren bei allen Franchise-Filmen
0:19:05–0:19:07
von diesen grossen Sachen, bist du eigentlich enttäuscht rausgelaufen.
0:19:07–0:19:11
Also da hast du dir gedacht, okay, hätte es nicht sein müssen.
0:19:12–0:19:16
Und das haben sogar Hardcore-Fans gesagt. Also ich bin mittlerweile auch ein
0:19:16–0:19:20
alter Mann und ich habe den dritten Reboot von Spider-Man erlebt.
0:19:20–0:19:25
Und ich finde auch dort, ja gut, komm, man könnte sich schon etwas mehr Mühe geben.
0:19:27–0:19:34
Das Problem ist effektiv, also jetzt dieser Sommer war eine Katastrophe mit Filmen.
0:19:34–0:19:40
Es gab nichts, also die ganzen Blockbuster von Hollywood, die man den Sommer
0:19:40–0:19:46
durch eigentlich sonst hatte, hatten wir nicht, wegen dem ganzen Streik der Autoren.
0:19:46–0:19:51
Das heisst, wir mussten auf europäische Filme gehen, weil auch «Fly Me To The
0:19:51–0:19:54
Moon» war super für so ein Open-Air.
0:19:54–0:19:57
Nach einer Woche musst du den nicht mehr länger zeigen.
0:19:57–0:20:01
Also unser Kino hat einen Saal, wir haben ein Open-Air, wir müssen uns für einen
0:20:01–0:20:03
Film entscheiden. Und das ist nach einer Woche durch.
0:20:05–0:20:11
Und ja, es hat filmmässig nicht so viel cooles Zeug gehabt, was aus Hollywood
0:20:11–0:20:19
gekommen ist. Es hat aber viele schöne europäische Produktionen gegeben, wo man aber dann auch,
0:20:20–0:20:24
muss sein, um diese zu schauen. Verstehe ich auch, dass Leute sagen,
0:20:24–0:20:28
ich möchte jetzt keinen spanischen Film schauen, ich möchte jetzt keinen argentinischen
0:20:28–0:20:31
Film schauen, ich möchte jetzt auch nicht einen französischen Film schauen,
0:20:31–0:20:33
sondern ich will Geballer und Explosion.
0:20:33–0:20:36
Und die sind das, wo wir definitiv zu kurz kommen.
0:20:39–0:20:42
Genau, Action ist sicher einfach ein Ding, das zum Kino gehört,
0:20:43–0:20:46
wie, was weiss ich was, ein Weckli zum...
0:20:47–0:20:50
Wie Popcorn. Ah ja, genau, das ist fast noch das bessere Bild.
0:20:51–0:20:56
Ich hätte jetzt gesagt, Schokostängli fürs Weckli, aber das passt besser.
0:20:58–0:21:00
Käsesauce zu den Nachos. Aber bei uns ist das nicht so, oder?
0:21:02–0:21:08
Die Nachos gibt es bei uns auch, oder? Ist das so ein deutsches Schrägstrich-Ami-Ding, dass man...
0:21:08–0:21:12
Ich glaube, das Pate hat Nachos. Ich glaube, das Pate hat das.
0:21:12–0:21:16
Aber sind die nicht noch schlimmer knuspern als alles andere,
0:21:16–0:21:20
was man essen kann im Kino? Das ist eben das Schweizer Ding.
0:21:20–0:21:22
Du hast fast ein schlechtes Gewissen, wenn du das weisst.
0:21:22–0:21:27
Ja, genau. Nein, das stimmt. Ich glaube, Blue Cinema hat Nachos.
0:21:27–0:21:31
Okay. Ich weiß es nicht. Irgendjemand hat Nachos. Ja.
0:21:32–0:21:36
Das müssen wir herausfinden. Das ist fast das Wichtigste an dieser Serie.
0:21:36–0:21:38
Ja, was kann man im Kino essen?
0:21:38–0:21:41
Genau. Gibt es Bier im Kino oder nicht?
0:21:42–0:21:48
Was ja vielleicht auch ein Trend ist, dass es im Kino eventmässiger wird,
0:21:48–0:21:51
dass du noch den Love-Seed hast.
0:21:51–0:21:58
Und dass du vielleicht während du den Film schaust, noch etwas serviert bekommst oder so.
0:21:58–0:22:05
Ja, dann bekommst du noch ein Prosecco über, in Empathie, Diätik hat es Betten, da kannst du lüften.
0:22:06–0:22:10
Ja, dann gab es eine Phase mit Rumble Seats, die haben geschüttelt,
0:22:10–0:22:18
4D, wenn du im Wasser warst, hattest du dann eine nasse Hose und ein Gewinde auf dem Stuhl.
0:22:19–0:22:23
Das würde mich eher nerven, glaube ich. Es ist komisch.
0:22:24–0:22:28
Vielleicht müssen wir über das Technische schon noch reden. Mich hat es gedacht,
0:22:29–0:22:38
dass es auch so eine Phase war, dann gab es 3D, dann gab es die High Framerate und dann gab es HDR,
0:22:38–0:22:40
ich weiss nicht, ob es das auch gibt im Kino.
0:22:40–0:22:47
Dann haben wir versucht, die Leute ins Kino zu locken, indem man ihnen ein besseres
0:22:47–0:22:48
Erlebnis versprochen hat.
0:22:49–0:22:54
Aber letztlich war das ein Schuss in den Ofen, das 3D sowieso.
0:22:54–0:22:58
Ich glaube, das ist auch kein Wunder, dass das wieder verschwunden ist.
0:22:58–0:23:02
Aber es ist wie so, wenn du einen Film machst, der dir verspricht,
0:23:02–0:23:10
ein spezielles Erlebnis, wo dann aber auch die ganze Geschichte darum herumgewickelt sein muss.
0:23:10–0:23:14
Und dann macht es in diesem Effekt entweder zu fest oder zu wenig fest oder
0:23:14–0:23:16
zu falsch oder in einem falschen Moment.
0:23:18–0:23:22
Das lenkt einfach ab von dem, was das Kino eigentlich gut kann.
0:23:22–0:23:24
Und das ist Geschichte erzählen.
0:23:25–0:23:31
Also ich glaube, der grösste Schritt war vor 15 Jahren, als die ganze Digitalisierung begann.
0:23:31–0:23:35
Bis dahin hat man mit 35mm Streifen gearbeitet.
0:23:35–0:23:42
Und dort war es so, dass zum Beispiel grosse Filme, Star Wars oder so, die sind rausgekommen.
0:23:43–0:23:49
Und dann hat Disney gesagt, wir haben von Star Wars 35 Kopien.
0:23:49–0:23:53
Also 35 Mal haben wir diesen Film in der Schweiz. Und dann durften die grossen
0:23:53–0:23:55
Kinohändler dort erst spielen.
0:23:56–0:23:58
Und dann die kleineren und irgendwann.
0:24:00–0:24:03
Nach drei Wochen haben wir dann auch eine Kopie bekommen.
0:24:04–0:24:08
Und 35mm, weil es ein Filmstreifen war, mit dem hast du es geschafft.
0:24:09–0:24:14
Der war so durchgevogelt, alle Streich und sich alles bewegen,
0:24:14–0:24:15
das war einfach scheisse.
0:24:15–0:24:17
Es war nicht mehr cool, den zu schauen.
0:24:18–0:24:21
Und mit der Digitalisierung haben wir das Problem gelöst. Wir haben eine gute
0:24:21–0:24:27
Qualität, wir können ab der Premiere auch als kleines Landkino mit dem Film starten.
0:24:27–0:24:32
Das ist cool. Und gleichzeitig mit dieser Digitalisierung hat man halt das 3D
0:24:32–0:24:33
wieder probiert zu pushen.
0:24:34–0:24:42
Und das 3D, das hatten wir jetzt den zweiten Anlauf, also in den 70ern,
0:24:42–0:24:45
haben sie es mit diesen blau-roten Brillen probiert.
0:24:45–0:24:49
Und dort war einfach die Qualität so schlecht, dass man nicht schauen wollte.
0:24:49–0:24:50
Es hat wirklich keinen Spass gemacht.
0:24:50–0:24:54
Und wir sind auch von der Technologie her gar noch nicht da gewesen,
0:24:54–0:24:56
wo wir hätten wollen sein.
0:24:56–0:25:00
Also es ist so halb frustrierend und mit dem
0:25:00–0:25:03
digital kino hat man wieder 3d gemacht und
0:25:03–0:25:10
das hand einfach viel mehr machen produzenten studie und das verkauft 3d hat
0:25:10–0:25:16
wahnsinnig viel potenzial kann aber es hat genau 3d scho dann hat mir aber ja
0:25:16–0:25:20
aus dem super 3d film ist und nachher hat es 10 Jahre nichts mehr gegeben.
0:25:20–0:25:24
Und dann kam Avatar 2, wo wieder ein super 3D-Film war.
0:25:24–0:25:27
Und die anderen 3D-Filme, die haben eigentlich so funktioniert.
0:25:27–0:25:30
Du bist reingesessen und dann hast du 2 Minuten den Film geguckt,
0:25:30–0:25:34
dann kam ein 3D-Effekt, dann 90 Minuten nichts, dann haben sie wieder einen
0:25:34–0:25:35
3D-Effekt gemacht und dann war der Film fertig.
0:25:36–0:25:39
Und da hast du dann gedacht, ja gut, für das habe ich jetzt 2 Stunden lang die
0:25:39–0:25:42
unbequeme Brille angehabt. Hm, ist jetzt nicht so das.
0:25:43–0:25:48
Und darum ist das 3D eigentlich Eigentlich viele Kinos, die jetzt wie die zweite
0:25:48–0:25:52
oder auch die dritte Generation Projektoren hergestellt haben,
0:25:52–0:25:56
haben dann gesagt, 3D ist das, das machen wir nicht mehr, weil, ja.
0:25:57–0:26:02
Ich glaube, ich sehe eine grundsätzliche Unverträglichkeit zwischen einem Medium
0:26:02–0:26:06
Film, so wie es erfunden worden ist, und einer 3D-Idee.
0:26:06–0:26:12
Weil 3D allein, wenn du denkst, du kannst so Effekte machen,
0:26:12–0:26:14
aber viel mehr auch nicht.
0:26:14–0:26:19
Die logische Konsequenz wäre, dass du dich frei in der Szene bewegen kannst
0:26:19–0:26:28
und schauen kannst, von welcher Seite du den Kampf mit dem Lichtschwert anschauen möchtest.
0:26:28–0:26:32
Das wäre so lustig. Und wenn dir die Hand nicht passt, kannst du einfach davonlaufen
0:26:32–0:26:36
und schauen, was die Randfigur noch macht, die aus dem Bild rausläuft. Das wäre super.
0:26:37–0:26:42
Und dann bist du eigentlich bei den Videogames, oder?
0:26:42–0:26:45
Und dort gab es einmal so die interaktiven Movies.
0:26:45–0:26:48
Die habe ich eigentlich eine super Erfindung gefunden.
0:26:48–0:26:52
Aber sogar die haben sich eigentlich nicht so durchgesetzt.
0:26:53–0:26:57
Heute haben wir 3D-Baller-Games und so. Und das ist ein Genre,
0:26:57–0:26:59
das völlig verschwunden ist.
0:26:59–0:27:02
Und ich verstehe eigentlich bis heute. Ich bin ein riesen Fan.
0:27:02–0:27:07
In den 90er Jahren gab es das. Ich weiss nicht mehr, wie das Spiel geheiss hat.
0:27:07–0:27:12
Ein Spiel hat es gegeben. Ich glaube «Wire» hat es geheiss. Du warst als «Wire» dort drin.
0:27:13–0:27:15
Du hattest ein Haus, sitzt in
0:27:15–0:27:18
einer Wohnung und konntest im Haus mit dem Feldstecher gegenüber schauen.
0:27:19–0:27:25
Du konntest in verschiedene Räume schauen. Das Spiel lief in Echtzeit ab.
0:27:26–0:27:31
Du hast die Handlung aber nur mitbekommen, wenn du am richtigen Moment,
0:27:31–0:27:33
am richtigen Ort hingeschaut hast.
0:27:33–0:27:39
Und ich finde es... Also so das Fenster zum Hof. Ja, genau. Sehr cool. Und das ist... Okay.
0:27:39–0:27:43
Ich glaube, es war letztlich ein bisschen frustrierend, weil ich weiß bis heute
0:27:43–0:27:47
noch nicht, was eigentlich passiert ist, weil ich immer am falschen Ort gucke.
0:27:47–0:27:53
Aber so die Idee mit eigentlich eben, wie der Film interaktiver oder eben mit
0:27:53–0:27:54
dem könnte ich arbeiten, da
0:27:54–0:27:59
gäbe es schon das Potenzial. Aber einfach nur das 3D hat mich gedunkelt.
0:27:59–0:28:04
Das hat völlig an der Oberfläche gekratzt. und dann hast du ja eigentlich einen
0:28:04–0:28:05
schön gefilmeten Film, der hat,
0:28:08–0:28:12
eine Tiefenschärfe oder Schärfeteil, je nachdem wie man das sagen will,
0:28:12–0:28:18
und dann siehst du 3D, weil das eine ist scharf, das im Hauptebene und das im
0:28:18–0:28:20
Vordergrund und im Hintergrund ist unscharf.
0:28:20–0:28:23
Also hast du eigentlich schon 3D ohne die Brille, oder?
0:28:23–0:28:27
Und darum, eben, also ich glaube, ich verstehe, dass man das,
0:28:28–0:28:33
ausprobieren wollte, aber es hat wahrscheinlich letztlich eher vom Eigentlichen
0:28:33–0:28:37
abgelenkt und vielleicht sogar auch die Leute irgendwie ein bisschen frustriert,
0:28:37–0:28:42
die gefunden haben, dass sogar das Kino irgendwie kompliziert wurde.
0:28:43–0:28:46
Nein, und darum haben wir auch gesagt, wir machen kein 3D, wir machen nur noch
0:28:46–0:28:51
2D und eben, der einzige Fall, wo wir 3D gebraucht haben, war wirklich Avatar.
0:28:52–0:28:57
Avatar ist auch ein Film, wo ich würde sagen, das ist nochmal so eine Erfahrung
0:28:57–0:29:04
mehr, wenn du den im Kino als 3D-Film mit einer guten 3D-Projektion gesehen hast.
0:29:05–0:29:07
Es gab dort auch verschiedene Brüllentechnologien.
0:29:07–0:29:10
Es gab die passiven Brüllen, die auch am meisten Ort im Einsatz waren.
0:29:11–0:29:14
Wir hatten aktive Schatterbrüllen mit Batterien drin.
0:29:15–0:29:20
Das war nochmal so eine andere Qualität. Das war cool zu schauen.
0:29:21–0:29:30
Der ganze Rest mit 2K, 4K, 8K, all das, dort ist man auch wieder zurückgekratzt.
0:29:30–0:29:36
Die ersten Filme, die digitalisiert wurden, waren so klein, dass es gestört
0:29:36–0:29:39
hat. Es sah aus wie Lindenstrasse.
0:29:39–0:29:40
Es sah alles nach Studio aus.
0:29:41–0:29:45
Und dann hat man irgendwann wieder Körnig dazu getan, man hat wieder Fehler,
0:29:45–0:29:51
genau weil es einfach es ist schöner zum schauen es ist angenehmer fürs Auge
0:29:51–0:29:55
wenn es einfach nicht perfekt ist das finde ich sehr spannend,
0:29:55–0:30:02
ja ich glaube das geht mir auch so und das ist irgendwie gerade wenn du halt auch mit diesen,
0:30:02–0:30:06
du hast sie erwähnt mit diesen 35 oder auch 16,
0:30:06–0:30:12
nein 18 Millimeter sind es gewesen, die dünneren dann bist du einfach,
0:30:12–0:30:17
der ist nicht rumgelaufen immer Manchmal hat er geirrt und du hast gemerkt,
0:30:17–0:30:20
wenn die Filmrolle gewechselt wurde.
0:30:21–0:30:26
Das gehört auch so. Können wir dann nicht sagen, ist das Kino zu Ende entwickelt?
0:30:27–0:30:34
Oder kommst du dazu? Kann das Kino in 100 Jahren genau noch immer so sein, wie es heute ist?
0:30:34–0:30:40
Oder siehst du einen Sprung, sei es vielleicht, wenn man es nutzt,
0:30:40–0:30:44
oder dass die Leute kommen und sagen, ihre Familienfilme können sie auch im
0:30:44–0:30:48
Kino projizieren, wenn sie sie mal in Grossfang sehen oder wie auch immer,
0:30:48–0:30:49
was wären da Möglichkeiten?
0:30:50–0:30:55
Ich glaube, und das sind wir ja bei uns im Kino auch dran, das Kino muss umdenken.
0:30:56–0:31:01
Das Kino als reines Kino, glaube ich, funktioniert nicht mehr.
0:31:01–0:31:04
Das Kino muss ein Treffpunkt werden, das Kino muss ein Ort werden,
0:31:04–0:31:08
wo du einmal etwas essen kannst, wo man dann eine Party machen kann,
0:31:08–0:31:15
wo es ums Kino geht, aber den Raum viel vielseitiger nutzen kann.
0:31:15–0:31:17
Und ich glaube, dann ist es interessant.
0:31:19–0:31:27
Die Zeiten von Blockbuster, wo Tausende von Leuten Filme schauen,
0:31:27–0:31:34
werden immer seltener. Und das ist ein Faktor mit dem Streaming, das ist Punkt eins.
0:31:34–0:31:38
Und indirekt hängt das zusammen mit dem Preis des Kinos.
0:31:39–0:31:44
Das sind halt so zwei Komponenten, die eigentlich miteinander mitspielen.
0:31:47–0:31:51
15 Jahre bist du ins Kino und hast dir den Film schauen können und.
0:31:53–0:31:58
Ein halbes Jahr oder 3 Vierteljahr später ist der Film mal auf DVD rausgekommen
0:31:58–0:32:01
und du konntest ihn in die Videothek und hast ihn auslehnen können oder hast
0:32:01–0:32:04
dir einen DVD kaufen können für 30 Franken,
0:32:04–0:32:08
und dann ein Jahr später ist er dann irgendwann mal im Fernsehen gekommen.
0:32:09–0:32:12
Jetzt haben wir das Problem, dass eigentlich der Film, der im Kino läuft,
0:32:12–0:32:18
einen Monat später kannst du ihn zuhause streamen. Und jetzt kommt halt dieser
0:32:18–0:32:23
Faktor, den du überleihst, der Kinoeintritt kostet mich jetzt 18 Franken.
0:32:24–0:32:28
Wir sind zwei Erwachsene, wir haben zwei Kinder. Die Kinder musst du natürlich
0:32:28–0:32:30
noch durchfüttern im Kino, das ist ja eh logisch.
0:32:30–0:32:33
Die wollen sicher noch Popcorn und in der Pause wollen sie noch das Glace.
0:32:34–0:32:38
Und dann kostet der Parkplatz noch 7 Franken. Also einen Film schauen kostet mich 100 Franken.
0:32:38–0:32:43
Genau. Oder ich mache mir vier Wochen später Netflix-Abend und kaufe mir ein
0:32:43–0:32:47
bisschen Popcorn im Kino. und es ist eigentlich wie gratis.
0:32:47–0:32:55
Und das ist das Problem, das wir haben, dass viele Filme nicht mehr fürs Kino gemacht sind.
0:32:55–0:32:59
Und es braucht wieder mehr Filme, wo du sagst, du musst es im Kino schauen,
0:33:00–0:33:01
dass du die Erfahrung gemacht hast.
0:33:02–0:33:06
Und einer von diesen wenigen war zum Beispiel Mad Max, der nicht neu,
0:33:06–0:33:11
der Furiosa, der ist immer rausgekommen, sondern der letzte,
0:33:11–0:33:13
der vor vier, fünf Jahren rausgekommen ist.
0:33:13–0:33:17
Wenn du den im Kino gesehen hast, warst du überwältigt von dem Film.
0:33:17–0:33:19
Wenn du den zuhause im Fernsehen oder auf dem Handy schaust,
0:33:19–0:33:22
ist der putzlangweilig. Den kannst du nicht schauen.
0:33:22–0:33:27
Und Top Gun 2 ist auch so ein Film, wo eigentlich auf dem Handy ist der etwas langweilig.
0:33:28–0:33:32
Im Kino grossartig. Einfach weil er für das Kino gemacht worden ist.
0:33:33–0:33:39
Und jetzt ist man wieder daran, das umzudenken, dass halt Filme gemacht werden
0:33:39–0:33:45
für das Kinoerlebnis, wo nicht einfach nur Effekt und CGI,
0:33:46–0:33:50
sondern wirklich das ist gemacht für das Erlebnis auf einer grossen Leinwand.
0:33:50–0:33:52
Und ich glaube, dann kann das Kino wieder bestehen.
Lange Jahre schien es, als würde das Kino im Schatten der Streamingdienste verkümmern – altmodisch und immer auf die ewig gleichen Blockbuster-Erzählmuster getrimmt. Doch nun scheint sich der Wind zu drehen: Nach der Pandemie und dem Boom der Streamingplattformen wollen die Leute wieder mehr Gemeinschaftserlebnis und weniger einsame Momente vor dem Bildschirm. Ist das bloss ein temporäres Aufflackern – oder nachhaltig und ein Zeichen dafür, dass sich nach zehn Jahren Netflix in der Schweiz die Mediennutzung ausdifferenziert hat? Der Kino-Experte des Nerdfunks, Kevin Rechsteiner, gibt Auskunft.
Einige Links zur Episode
Beitragsbild: Besser als auf dem heimischen Sofa? (Felipe Bustillo, Unsplash-Lizenz).
Ähnliche Beiträge
LotR, Teil 3 sah ich nach 6 Monaten auf einer 35mm Kopie, das war ein Erlebniss mit all den Kratzern und Staub!
Deutsche Titel sind meist ein Copyright Problem. „Tomorrowland“ zB. oder „Thor 3 Ragnarok“ Aber macht gerne mal eine Sendung dazu, ihnr habt sicher mehr Connections bei Verleihern zum Nachfragen.
Bei bluewin gibt es Naschosch, aber ich frag mich eh was das essen und trinken im Kino soll. Wie wenn man verdurstet ohne. Verstehs nicht.