Nerdfunk 489: Ein Geek sendet auf allen Kanälen

Man lehnt sich nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn man Martin «pokipsie» Rechsteiner als Nerd bezeichnet. Er ist verrückt nach Gadgets, interessiert sich wie jeder richtige Nerd für Apps und Spiele und er bloggt. Aber nicht nur in einem Blog wie wir normale Nerds, sondern in fast einem Dutzend. Da geht es dann auch um E-Bikes, Zöliakie, Casinos, Solothurn, Reisen mit Familie und um Bauernregeln.

Und als ob das nicht genug wäre, hat Martin einen Podcast am Start. Dieser Podcast ist ein weiteres klares Zeichen für das Nerdtum unseres heutigen Gastes: Er heisst «Geektalk» und ist damit zumindest namentlich der böse Zwilling des Nerdfunks. Im Unterschied zu uns sendet der inzwischen sogar täglich(!).

Es steht ausser Frage: Dieser Mann hat ein Mitteilungsbedürfnis, das niur das Internet befriedigen kann – heute mit etwas Schützenhilfe von UKW und DAB. Und wir freuen uns, dass Martin uns hilft, eine alte Tradition weiterzuführen: Nämlich in der letzten Sendung vor der Sommerpause einen Blogger kennenzulernen und übers Bloggen an sich zu sprechen – und natürlich über jene Themen, die unseren Gast bebloggt und bepodcastet.

Eine Sendung, in der für einmal nicht nur die Nerds, sondern auch die Geeks auf ihre Rechnung kommen – und mutmasslich sogar die normalen Zuhöerer. Wir versuchen auf alle Fälle dafür zu sorgen, dass bei all den Themen von Apple bis Smarthome, vom Bloggen und Podcasten, den Gadgets, Filmen, Apps und Games der Rahmen nicht völlig gesprengt wird. Wobei zu beachten wäre: Der Mann hat nebst alledem tatsächlich auch noch ein Privatleben…

Die Links zur Episode: https://nerdfunk.ch/nerdfunk-489/

Nerdfunk 402: Mord und Totschlag als Wegbereiter

Vor zehn Jahren waren die Podcasts die Zukunft des Radios und es herrschte eine wahre Aufbruchstimmung: Jederman konnte aus seinem Wohn- oder Schlafzimmer ins weite Internet hinaussenden: Davon versprach man sich eine echte Graswurzelrevolution: Ein neues Medium, das persönlicher, vielfältiger und tiefgründiger sein würde, als das Kommerzfernsehen, Dudelfunk und Formatradio je sein würden.

Diese Hoffnungen sind nach wenigen Jahren auf der Strecke geblieben. Einerseits zelebrierten die Podcaster ihre Rolle als Vertreter der Gegenkultur derartig inbrünstig, dass sich das Massenpublikum lieber Youtube zuwandte – wo heute die gut verdienende Stars und Sternchen zu finden sind. Andererseits hat die Werbeindustrie das neue Format links liegen lassen: Die Shows brachten zu wenig Reichweite und waren damit kaum zu finanzieren. Es blieb beim Nischendasein – selbst wenn es kaum ein Medium gibt, mit dem sich das Publikum so stark identifiziert.

Und dann, als Podcast fast schon abgeschrieben schien, kam «Serial». Das war ein Spin-off der in Chigaco ausgestrahlten Radiosendung «This American Life», das dem Medium neues Leben einhauchte: Podcasts müssen sich nicht durch schäbige Tonqualität, unendliches Gelaber und Fachsimpeleien auszeichnen – Podcasts können so spannend sein wie eine Krimiserie im Fernsehen. «Serial» erzählte die Geschichte eines Mordes und eines verurteilten Mörders – wie ein Hörspiel, aber mit einer wahren Geschichte, und aufwändig mit Musik, O-Tönen, Interviews und einer persönlichen Erzählstimme zur dichten Collage montiert.

Und plötzlich war das Podcast-Fieber wieder da – nicht nur bei den Hörern, sondern sogar bei der bis anhin so indifferenten Werbeindustrie. Podcasts, sie liefern eine neue, moderne Erzählform und sind ein hervorragendes Mittel, um den Hunger nach Geschichten bei einer jungen, modernen Hörergeneration zu stillen – bei Leuten, die pendeln, häufig unterwegs sind und selbst bei der Hausarbeit intelligent unterhalten werden wollen.

Die Links zur Episode: : https://nerdfunk.ch/nerdfunk-402/