Nerdfunk 461: Hallo, reicher Prinz!

Wir haben endlich herausgefunden, was der reiche Prinz aus Nigeria, Somalia oder vielleicht Solothurn mit seinem vielen Geld angestellt hat, das er uns in so vielen Mails schenken wollte – und das wir nie bekommen haben, weil diese Mails immer im Spam-Filter hängen geblieben sind. Er hat nämlich maeges Top-Software des Jahres 2018 aus dem Boden gestampft. Die macht alles und kann alles – und ersetzt von Google Docs über Quip, Jira, Evernote bis hin zu Trello und Dropbox Paper all die anderen Tools für die Zusammenarbeit.

Das ist der zweite Teil unseres grossen, digitalen Realitätsabgleichs. Wie die ellenlange Liste mit den Shownotes zeigt, rauschen wir wie das Bisiwetter durch unsere Kategorien und arbeiten uns von den verbleibenden Software-Tops über die Software-Flops und den besten Seiten aus dem Netz bis hin zu den Web-Flops vor.

Das ergibt ein stimmiges Bild mit dem, was uns softwaremässig und im Netz gefreut und geärgert hat. Und damit ist der Weg frei fürs grosse Finale von nächster Woche, in dem es nebst den digitalen Inhalten auch um die Auf- und Absteiger des Jahres gehen wird.

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Nerdfunk 455: Wie gläsern sind wir im Netz?

Wer im Netz unterwegs ist, bleibt nicht unbeobachtet. Im Gegenteil: Auf manchen Websites sind Dutzende von Softwaremodulen eingebunden, die Daten über jeden Besucher erheben. Jeder Klick wird aufgezeichnet, analysiert und mitunter auch monetarisiert. Denn es geht den Webseitenbetreibern nicht nur darum, mehr über die Interessen der Besucher herauszufinden – was diese unter Umständen vielleicht sogar akzeptieren würden.

Nein, das Ziel ist oft auch, die Bewegungen quer durchs Netz möglichst umfangreich und lückenlos zu dokumentieren. Anhand der so entstandenen Profile werden wir Surfer mit zielgerichteter Werbung bombardiert. Und richtig unangenehm wird es, wenn das Dynamic Pricing ins Spiel kommt: Dann bestimmt beim Besuch eines Online-Shops ein Algorithmus, wie viel ein einzelner Kunde für ein Produkt zu bezahlen hat. Wer als ausgabefreudig und kaufkräftig eingestuft wird, muss tiefer in die Tasche greifen.

Wir sprechen über das Tracking mit einem, der beide Seiten kennt: Christian Bennefeld ist Informatiker und Mathematiker und hat im Jahr 2000 mit etracker.com ein Unternehmen an den Start gebracht, das solche Nutzerdaten sammelt . Seit Sommer 2015 betreibt er mit Eblocker ein Unternehmen, das den Schutz der Nutzer zum Ziel hat. Sein Produkt ist ein kleines Gerät, das am Router angestöpselt, die Datensammler blockt.

Wir diskutieren in der Sendung die technischen Seiten des Trackings, wie es den Nutzern schadet und allenfalls auch nützt, wie die rechtliche Situation aussieht und was man dagegen tun kann.

Die Links zur Episode: https://nerdfunk.ch/nerdfunk-455/ ‎

Nerdfunk 430: Das himmelblaue Chilbimonster

Das war ein Skandal mit Ansage: Im März 2018 enthüllten mehrere Medien, gestützt auf den Whistleblower Christopher Wylie, wie die dubiose Datenanalysefirma Cambridge Analytica persönliche Informationen von Millionen Facebook-Nutzern absaugen konnte. Diese Daten wurden im US-Wahlkampf 2015 für die Präsidentschaftskandidatur des republikanischen Sentators Ted Cruz verwendet, um Wähler mit massgeschneiderten politischen Botschaften einzudecken. Und sie haben offenbar 2016 auch bei der Brexit-Abstimmung eine Rolle gespielt.

Facebook geht unvorsichtig mit den Nutzerdaten um: «Wen wundert es?» fragen sich die einen. «Jetzt ist Facebook zu weit gegangen», wettern die anderen – und die Empörung ist bei allen gross. Wir gehen der Sache nüchtern auf den Grund, bewerten das Ausmass und diskutieren Forderungen: Was ist passiert und wie gross war und ist der Einfluss des sozialen Netzwerks bei Abstimmungen und Wahlen? Braucht es Massnahmen? Müssen wir – Stichwort #DeleteFacebook – alle Zuckerberg den Rücken kehren? Braucht es politische Massnahmen oder einen kompletten Neuanfang in Sachen Social Media?

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Nerdfunk 425: Service Public 2.0

Die Schlacht ist geschlagen und der Sendeschluss abgewendet. Doch nach dem Nobillag-Abstimmungskampf bleiben Fragen offen, die wir aus Sicht der Nerds und Streaming-Nutzer angehen: Wie müsste sich die SRG reformieren, um für Generation Z, Youtube-Fans und Netflix-Junkies noch attraktiv zu sein? Ist es jetzt an der Zeit, den Gebührenkuchen neu zu verteilen und die Idee des Service Public neu zu denken?

Darüber zerbrechen wir uns mit Digichris den Kopf. Und wir bewerten auch die Rolle der sozialen Medien, die einen ziemlich asozialen Eindruck hinterlassen haben: Da ist diese kleine, liberäre Minderheit, die so laut geschrien hat, dass jeder vernünftigen Diskurs übertönt wurde. Und wir haben uns mit Verschwörungstheoretikern herumgeschlagen, die faktenfrei jeden Facebook-Thread getrollt haben, der ihnen gerade in die Quere kam. Ist das nun die Art und Weise, wie politische Debatten in Zukunft immer ablaufen? Oder war es – wenn wir die richtigen Lehren ziehen – der Tiefpunkt, von dem es wieder aufwärts geht?

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Nerdfunk 423: Sozialmediale Auswüchse

Das Phänomen klingt wie die Krankheit, die im Winter für triefende Nasen, Schüttelfrost und Fieber sorgt. Doch seine Symptome sind komplett anders: Statt mit Gliederschmerzen, Husten und bleierner Müdigkeit bekommen wir es mit jungen, hübschen Menschen zu tun, die uns in sozialen Medien mit schönen Bildern an ihrem tollen Leben teilhaben lassen und uns nicht vorenthalten, welche tollen Produkte sie so glücklich, schön und liebenswert machen.

Diese schönen Menschen heissen Influencer, und diese neue Werbemethode scheint um sich zu greifen, wie die eine heimtückische Infektionskrankheit: Sie sei «authentisch, subtil und sympathisch», behaupten diejenigen, die die schönen Menschen mit den Unternehmen zusammenbringen, die bei jenen Gesellschaftsgruppen gut dastehen möchten, die für klassische Werbung nur wenig empfänglich sind: Das sind Teenager und junge Erwachsene, die generell ein sehr eigenes Medienverhalten an den Tag legen.

Und auch wenn die Einleitung nahelegt, wir würden über Bibis Beauty Palace oder Cielle Noire Spott ausgiessen wollen, liegt uns nichts ferner als das: Wir wollen uns in dieser Sendung ernsthaft mit der Sache auseinandersetzen, es mit seinen diversen Facetten beleuchten und uns fragen, ob das Influencermarketing nicht doch eine Verbesserung darstellt: Schliesslich sind es hier echte Menschen, die uns Produkte nahebringen und nicht austauschbare Werbemodels.

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Nerdfunk 417: Die Blase ist geplatzt

Eigentlich wollten wir in unserer Auftaktsendung zum neuen Jahr über wichtige Dinge sprechen: Über die vielfältigen Probleme bei Apple, den Ärger von Spotify und natürlich die gravierenden Sicherheitslücken bei den Prozessoren. Doch dazu ist es nicht gekommen. Wie häufiger in diesem Jahr bleiben Diskussionen an einem ganz spezifischen Thema hängen. Nämlich bei der Abstimmung, die am Abend des 4. März dann zum Glück vorbei sein wird und über das Schicksal der SRG (und auch unseres Heimsenders Stadtfilter) entscheidet.

Man kann sich dieser Diskussion kaum entziehen, wenn man keinen grossen Bogen um die sozialen Medien macht – auf Twitter, und noch im grösseren Mass bei Facebook prallen Gegner und Befürworter aufeinander. Und das ist bemerkenswert – denn eigentlich sollten die kleveren Filter-Algorithmen von Herrn Zuckerberg genau das vermeiden und dafür sorgen, dass wir uns auf Facebook von Gleichgesinnten umgeben und in unserer Meinung bestätigt fühlen.

Da kommen wir in Versuchung, eine kleine Verschwörungstheorie in die Welt zu setzen – und das, obwohl wir eben noch über die Fans ebensolcher Theorien gelästert haben: Ist das womöglich kein Zufall, sondern alles eine konzertierte Aktion? Erleben wir hier, wie die Leute hinter Nobillag uns einen Diskurs aufdrängen, um den wir nicht gebeten haben?

Eines ist klar: Ob Ja oder Nein am 4. März: Wir werden uns auf diese Form der Diskussion einstellen müssen. Bei Facebook prallen die Meinungen aufeinander ohne dass Konsens oder auch nur Klarheit entstehen will. Da braucht es die richtigen Strategien, damit man nicht mürbe wird. Denn dass wir miteinander reden, ist und bleibt trotz allem wichtig.

Und übrigens: Wir haben dank Marc eine neue, coole Android-App! Die werden wir in der Sendung schon bald entsprechend würdigen. Versprochen!

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Nerdfunk 413: Das Baby hat die Hausaufgaben gefressen

Kummerbox Live heute mit drei echten und einem selbstgemachten Problem. Die echten vorneweg: Bruno hat vorneweg eine knifflige Anschlussfrage an unsere Sendung zum Telekom-Befreiungsschlag: Er möchte wissen, wie er es anstellt, dass er einerseits seinen Festnetzanschluss ohne Monatsgebühr über einen Internetanbieter betreiben und gleichzeitig ADSL über die Telefonleitung verwenden kann – das sind zwei Dinge, die sich einerseits bedingen und andererseits gegenseitig auszuschliessen scheinen.

Gabi kämpft (wie andere auch) mit der Foto-Synchronisierung am iPhone und mit iTunes: Beim Datenabgleich gehen die Alben verloren. Und Karin fragt sich, warum ihr Windows sie plötzlich mit unheilschwangeren Meldungen zu anstehenden Updates behelligt.
Und das selbstgemachte Problem? Das hat mit Matthias zu tun, der sich auf Facebook und Twitter mit anderen in die Haare gerät, ohne dass dabei etwas Schlaues herauskommen würde. Wie schafft es Kevin da bloss, diesen sinnlosen Gockelkämpfen aus dem Weg zu gehen?

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Nerdfunk 399: Sind die News noch immer fake?

Letztes Jahr waren sie das Thema, doch dieses Jahr ist die Aufregung offenbar schon wieder abgeebt. Sind Fake-News schon «normal»? Haben wir uns daran gewöhnt oder resigniert?
Wir gehen dieser Frage nach und wollen wissen, wie diese Fake-News scheinbar aus heiterem Himmel zu einer Gefahr für die Demokratie werden konnten. Ist allein Facebook und die etwas naive Gutgläubigkeit seines Erfinders Mark Zuckerberg schuld? Sind Demagogen wie Trump und Putin verantwortlich, die sich Tatsachen zurechtbiegen, wie es ihnen gerade passt? Oder sollten wir Internetnutzer nicht die Hände in Unschuld waschen, weil wir nur allzu gern bereit sind, jeden Quark zu glauben, der nur unsere Vorurteile bedient – und weil wir den Quark eben nicht nur glauben, sondern auch liken und sharen?

Und wir überlegen uns, was man tun kann. Ist die Strategie, Falschnachrichten mit einem Label zu kennzeichnen, aussichtsreich? Ist die Lösung mehr soziale Kontrolle im Netz und bessere Medienkompetenz? Oder müssen Gesetze her, Zensur und ein eiserner Besen?

… okay, die letzte Frage war rhetorisch gemeint. Wir Nerds sind nicht die, die gerne ein zensuriertes Netz hätten. Aber ein bisschen mehr löschen dürfte Zuckerberg auf seiner schönen Plattform schon. Oder?

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Nerdfunk 379: Nerdische Identitätskrise

Es ist langsam nicht mehr zu übersehen. Wir Nerds sind mitten dabei, eine mittelgrosse Identitätskrise zu entwickeln. Da dachten wir, das Netz macht alles besser – und sehen doch, dass es vor allem den Spinnern, Hetzern und Hassern eine Plattform verleiht. Da ist dieser Artikel in der Sonntagszeitung, der (un)passend zum Frauentag darüber berichtet, wie nun manche Leute jetzt auch gegenüber den Frauen noch jeden Rest von Anstand verlieren. Einer Entwicklung, an der die sozialen Medien und ihre Filterblasen nicht unschuldig sind.

Und da war die Sache mit Daniele Ganser. Eigentlich eine Belanglosigkeit, wenn in Facebook und auf Twitter nicht unübersehbar gewesen wäre, wie weit das Misstrauen schon vorangeschritten ist und wie viele Leute lieber an die grosse, vertuschte Verschwörung als an die durch die Fakten abgedeckte «offizielle» Darstellung glauben. Und irgendwie scheinen wir es in dieser Diskussion verlernt zu haben, einander zuzuhören, statt uns gegenseitig missionieren zu wollen. Da kommen wir nicht darum herum, selbst ein bisschen zu missionieren und an die erste (und einzige) ungeschriebene Nerdregel zu erinnern, die da lautet: Leben und leben lassen.

Aber eigentlich ginge es um Kummerbox Live – und ein paar Probleme lösen wir denn auch: Wir erklären, wie man Videoclips herunterlädt, wenn es sich nicht um Youtube handelt – denn dort gibt es ja viele Methoden zum Download.

Erich will wissen, ob die Schweiz in Sachen mobilem Internet für Touristen eigentlich ein Entwicklungsland ist. Wir glauben nicht – denn die Methoden, die im Ausland funktionieren, um ohne horrende Kosten am Handy zu surfen, müssten auch für Ausländer in der Schweiz praktikabel sein. Das sind Prepaid-SIM-Karten wie hier in Frankreichs, die man mit einem mobilen WLAN-Router nutzt (siehe auch So surfen Sie im Ausland günstig). Was die Tarife und SIM-Karten angeht, gibt es eine Übersicht bei Dschungelkompass.ch und (schon etwas älter) bei Comparis.ch. In Frage kommen zum Beispiel lebara.ch und Coop Mobile.

Und schliesslich holt uns die USB-C-Sache am neuen Macbook Pro ein. Magnus will an seinem brandneuen Apple-Laptop einen älteren externen Bildschirm anschliessen und scheitert dabei. Wir versuchen, mit Hilfe dieses Support-Beitrags Licht ins Dunkel zu bringen.

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Nerdfunk 370: Nacktbilder auf Facebook

Mit Max Klaus wagen wir eine Auslegeordnung in Sachen Sicherheit: Welche Betrugsmaschen hatten im letzten Jahr Hochkonjunktur? Welche «Klassiker» der Cyberkriminalität sind nicht totzukriegen und mit welchen neuen Maschen haben wir es zu tun? Und gibt es vielleicht auch Betrugsmethoden, die verschwunden sind?

Zur Sprache kommt die ganze Bandbreite vom Phishing über die Attacken auf Websites und -shops bis hin zu den Erpressungsversuchen mit Nacktbildern und Datenraub.

Max Klaus ist stellvertretender Leiter bei der Analysestelle Informationssicherung des Bundes (Melani) und sagt, wie er es verhindern konnte, angesichts der ständigen Beschäftigung mit der dunklen Seite des Netzes nicht ganz paranoid zu werden – obwohl seine Frau sagt, er sei es schon längst.

Matthias hat das Interview im September für den Tagesanzeiger geführt. Es gibt es auch in Textform zu lesen: «Für solche Angriffe braucht es null IT-Kenntnisse»:
http://www.tagesanzeiger.ch/digital/internet/Die-Angriffe-werden-immer-gezielter/story/12030494

Die Links zur Episode finden sich unter https://nerdfunk.ch/nerdfunk-370/