Nerdfunk 470: Warum hört Tim Cook nicht auf Antoine-Pierre?

Windows 7 ist tot, zuckt aber noch ein bisschen… Im Digital 32 vom 13. Oktober 2009 haben wir uns auf die Ankunft von Windows 7 vorbereitet. Und jetzt, kaum zehn Jahre später, ist es Zeit, dieses Betriebssystem zu beerdigen. Und es scheint, als ob einiges an Trennungsschmerz zu bewältigen sei. Der scheint nicht ganz so gross zu sein wie bei Windows XP. Aber dennoch fällt das Loslassen schwer.

Wir leisten Trauerarbeit und erklären, warum Windows 10 gar nicht so schlimm ist. Und wir kümmern uns auch noch um ein, zwei andere Themen: Warum sortieren Suchmaschinen die Resultate nicht chronologisch? Und warum zum Henker hört Tim Cook nicht auf Antoine-Pierre?

Die Links zur Episode: https://nerdfunk.ch/nerdfunk-470/

Nerdfunk 468: Medienkompetenz, zweite Lektion

Der Nerdfunk setzt seine kleine Unterrichtsreihe zur Medienkompetenz fort: Wir haben uns das Ziel gesetzt, gemeinsam unsere Fähigkeit zu schulen, im Netz vertrauenswürdige Informationen von Unsinn zu unterscheiden. Dazu schärfen wir alle unsere Sinne, damit wir erkennen, wann uns jemand nicht die ganze Wahrheit verrät oder uns aufgebauchte Nichtigkeiten verkaufen möchte. Wir bauen Verteidigungsmechanismen gegen all die Manipulationsversuche auf, bei der wir zu willigem Klick-Vieh oder zu Sharing-Deppen degradiert werden sollen – also zu Leuten, die auf Facebook jeden Quatsch teilen.

Im zweiten Teil geht es auf Anregung von Raoul René Melcer um all die Polizei-News-Portale, die rund um die Uhr Nachrichten über Unfälle und Verbrechen posten: Wer steckt dahinter und ist das überhaupt legal? Soll man diese Portale besuchen oder meiden? Und bringt es etwas, solche Informationen zu teilen? Wir exerzieren ein paar Regeln anhand von konkreten Beispielen durch und überlegen uns, wie man sich überlegt, ob man eine Meldung nun teilen soll oder lieber nicht.

Keine Angst, Hausaufgaben gibt es keine – aber es ist nicht verboten, anhand der Sendung sich selbst ein paar Übungen aufzugeben, um den gesunden Menschenverstand auch auf den sozialen Medien walten zu lassen.

Die Links zur Episode: https://nerdfunk.ch/nerdfunk-468/

Nerdfunk 434: Das Slot-Machine-Dilemma

Es scheint, dass sich Digichris langsam, aber sicher zu unserem Mann fürs Grobe mausert. Sprich: Mit uns aktuelle Volksbegehren auf ihre Nerd- und Digitaltauglichkeit abklopft.

Heute geht es ums Geldspielgesetz, über das wir am 10. Juni abstimmen: Das zielt gegen die ausländischen Anbieter von Glücksspielen im Netz, die mit Online-Poker, Sportwetten, virtuellen Roulette-Tischen und simulierten Slot-Machines hierzulande etwa eine Viertelmilliarde Franken pro Jahr verdienen. Das ist den Initianten ein Dorn im Auge: Das auf den ausländischen Plattformen verspielte Geld fliesst in ausländische Steueroasen ab. Die Befürworter des neuen Gesetzes argumentieren ausserdem, dass Geldspielen mit einheimischen Casinos und Online-Anbietern Erträge für gemeinnützige Zwecke produziert: Nicht nur die AHV, sondern auch Kultur-, Sozial- und Sportanlässe werden via Lottofonds unterstützt. Und die hiesigen Anbieter sind verpflichtet, sich gegen Spielsucht und Geldwäscherei einzusetzen, während die ausländischen Anbieter sich allenfalls selbst regulieren.

Eine Regulation klingt nach einer sinnvollen Sache. Doch das Gesetz hat einen Haken und stürzt gerade die Vertreter eines freien Internets in ein echtes Dilemma: Das Gesetz würde nämlich mittels Netzsperren durchgesetzt – und Netzsperren sind tabu. Es zeigt sich, dass Netzsperren oft übers Ziel hinausschiessen und mehr blockiert wird, als das Gesetz eigentlich zulässt. Das so genannte «Overblocking» fordert oft beträchtliche Kollateralschäden. Es kann auch zu Zensurzwecken missbraucht werden, fürchten viele oder sogar einen Dammbruch auslösen und dazu führen, dass am Schluss alles blockiert wird, das den Kontrolleuren dieser Filter nicht in den Kram passt.

Wir diskutieren darüber: Sind Netzsperren so schlimm, wie wir glauben? Oder sind sie im Gegenteil harmlos, weil leicht umgehbar? Lohnt es sich, wegen ein paar Online-Casinos diese Büchse der Pandora zu öffnen? Und gäbe es allenfalls auch andere Methoden, um die Ziele der Initianten zu erreichen?

Die Links zur Episode: https://nerdfunk.ch/nerdfunk-434/ ‎

Nerdfunk 410: Wie gut sind Youtuber beim Service-Public?

Die Initianten des No-Billag-Volksbegehrens werfen sich für die Entscheidungsfreiheit der Medienkonsumenten in die Bresche. Sie wollen uns von der lästigen Pflicht entbinden, SRF schauen und hören zu müssen. Und weil der mündige Medienkonsument nicht einfach nur ein Geizhälslein ist, wird er sein Geld zu den Medienanbietern tragen, die den besten Job machen.

Diese Argumentation klingt gut, zumindest dann, wenn man dem Markt die Wunderkraft zubilligt, einfach alles regeln zu können. Wir sind skeptisch, und erklären, warum. Und nein, wir tun nicht so, als ob wir neutral wären: Denn No-Billag heisst auch No-Stadtfilter – und da brauchen wir kein Wohlwollen zu heucheln.

Was wir aber tun werden: Wir sprechen darüber, ob das althergebrachte Service-Public-Verständnis im Internet-Zeitalter noch sinnvoll ist: Ist lineares Radio und Fernsehen noch zeitgemäss? Erreicht man die Youtube-Generation mit UKW und DVB-C überhaupt noch? Oder wäre es sinnvoller, die Gebührengelder an die Youtube-Stars und die Instagram-Influencer zu überweisen?

Mit im Studio ist unser Fernseh-Experte Digichris.

Die Links zur Episode: https://nerdfunk.ch/nerdfunk-410/

Nerdfunk 389: Ein Nerd mit seinem Hunderte Tonnen schweren Gadget

Digichris muss wegen seines Hobbys recht häufig Hohn und Spott über sich ergehen lassen: Er sticht nämlich gern in See und verbringt seine Ferientage auf einem Kreuzfahrtschiff – ein Transportmittel, von dem andererseits Matthias schwört, dass er es nicht benutzen wird, solange sein Alter erst zweistellig ist.

Doch wenn man sich vom Schock erholt hat, dass man auf solchen Kreuzfahrten sogar David Hasselhoff und DJ Bobo antreffen kann, dann ergibt das auf einmal absolut Sinn: Denn bei Licht betrachtet sind diese Schiffe auch nichts anderes als riesengrosse Gadgets – also technische Wunderwerke, die bei uns Nerds die bubenhafte Faszination für Technik entfachen.

Zwei gegen einen, lautet die Konstellation in dieser Sendung: Nebst Digichris versucht auch ein Gast uns von den Vorzügen einer Seereise zu überzeugen: Das ist Matthias Morr, der als ehemaliger Radiomann nun ein erfolgreiches Videoblog betreibt, in dem er als Schiffstester neue Schiffe, alte Kähne, Luxuspötte, Premium-Schaluppen, Flusskutter bespricht – und auf Youtube mit seinen Videos auf Hunderttausende von Views erzielt. Nicht nur das: Er ist einer der Blogger, die von dieser Arbeit leben können. Und er hat, trotz Unterstützung durch die Reedereien seine journalistischen Standards nicht über Bord geworfen.

Mit anderen Worten: Eine spannende Sendung, die man sich auch anhören sollte, wenn man sich (wie Matthias) letztlich doch nicht von den Vorzügen dieser Form des Massentourismus überzeugen lassen will…

PS: Wir reden auch ein bisschen über Videotechnik. Zum Beispiel über die Frage, wie man auch bei hohem Wellengang unverwackelte Aufnahmen hinbekommt.

Der Link zur Sendung: https://nerdfunk.ch/nerdfunk-389/

Nerdfunk 363: Lord Voldemort

Die Aktualität lässt uns diese Woche nicht kalt. Wie könnte sie auch, wo wir draussen bei gefühlten 20 Minusgraden senden – open-air live vom Rummel [http://www.stadtfilter.net/wordpress/index.php/2016/11/14/7-stadtfilter-klavierwoche-2016/] aus der Esse Music Bar [http://www.esse-musicbar.ch/] in Winterthur. Es steht eine Folge von Rant Tuesday mit Digichris [http://www.digichris.info/] an, wo wir den digitalen Wutbürger geben und so richtig Dampf ab – über alles, was uns stört im Netz und auf unseren Festplatten. Und es diskutiert auch Andrew Wolfensberger mit – er ist Master of Rummel bei Radio Stadtfilter.

Die Aktualität, über die wir heute Dampf ablassen, ist natürlich dieser Typ, der ennet dem Teich in ein hohes Amt gehievt wurde und nun mit roten Knöpfchen spielen darf. Und über den wir uns ein bisschen aufregen – allerdings nicht so gekonnt wie der Mann von der Taz [http://www.taz.de/!5353802/].

Jedenfalls besprechen wir, ob die sagenumwobene Filterblase schuld war [http://nymag.com/scienceofus/2016/11/how-facebook-and-the-filter-bubble-pushed-trump-to-victory.html], dass es herausgekommen ist, wie es herausgekommen ist. Oder ob uns die Fake News auf Facebook die Suppe eingebrockt [http://www.tagesanzeiger.ch/digital/internet/fake-news-facebook-wiegelt-ab-google-handelt/story/27007794] haben. Es geht ferner auch um ärgerliche Zollformalitäten [http://www.clickomania.ch/fp/index.php/2016/06/15/gadgets-am-zoll/], Geosperren bei Netflix und Co [http://www.tagesanzeiger.ch/digital/internet/Die-grosse-Luege-des-Digitalmarkts/story/28983219]., eine komische Entwicklung bei den Podcasts [http://www.clickomania.ch/fp/index.php/2016/07/08/die-plattformisierung-der-podcasts/] – Stichwort Jan Böhmermann –, sowie generell eine Tendenz zur Unfreiheit im Web [http://www.tagesanzeiger.ch/digital/internet/wie-die-freiheit-im-netz-floeten-geht/story/22247848].

Und weil Digichris trotz seines Talents für saftige Tiraden ein so lieber Mensch ist, hat er uns zum Abschluss einen Tipp mitgebracht: Die RSS-Reader-App Fiery Feeds [http://cocoacake.net/apps/fiery/], der auch unser eingangs erwähntes Problem – die von Facebook verursachte Filterblase – etwas lindert.

PS: Da wir in unserer Sendung ständig den Podcast Bits und so [http://www.bitsundso.de/] erwähnen, wäre es nun an der Zeit, dass die Jungs drüben bei Bits und so nun einmal uns erwähnen. Danke im Voraus!